Wo stehst Du? Positionierung als Unternehmer

Positionierung als Unternehmer: Wo stehst Du?

Unternehmer und Selbstständige kennen die Herausforderung, in regelmäßigen Abständen zu prüfen, ob die eigene Positionierung noch zum Markt und dem aktuellen Bedarf passt. Oder sich gegebenenfalls eine eigene Positionierung sich selbst und den anderen gegenüber auch erst zu erarbeiten. Auf interessanten Märkten ist nämlich immer alles in Bewegung. Vorhandene Möglichkeiten brechen weg, neue tun sich auf und auch die Wettbewerber sind auf immer frischen Pfaden unterwegs.

Wenn sich Dinge ändern, willst Du bestimmt nicht der letzte sein, der es bemerkt und sich darauf einstellt. Besonders als Einzelkämpfer. Dabei geht es gar nicht darum, ob Du mit Deiner jetzigen Situation zufrieden oder bereits erfolgreich bist. Du kannst auch hoch zufrieden und ausgelastet sein und gerade deswegen daran arbeiten, diese Situation zu stabilisieren und zukunftsträchtig zu machen.

Einen starken Standpunkt besetzen

Statt einfach nur das zu machen, was Du kannst und daher schon gefühlt immer tust beruflich, bedeutet eine strategische Arbeit an Deiner Positionierung für Dich:

  • Vor allem gezielt die Stärken herausarbeiten und für Dich so weiterentwickeln, dass Du nicht nur konkrete Ziele erreichst, sondern auch sonst davon profitierst, Dich sauber positioniert zu haben.
  • Was kannst Du besonders gut, womit unterscheidest Du Dich von anderen Dienstleistern, weshalb ist Dein Produkt besser?
  • Und wie stellst Du sicher, dass dies vor allem von der Zielgruppe bemerkt wird und nicht nur von Dir?

Denn die eigenen Stärken aufzuschreiben ist nur eine Seite der Medaille. Wenn das Umfeld Dich aber ganz anders wahrnimmt, hast Du zwar noch kein Problem. Aber eine Baustelle. Um herauszufinden, inwiefern Dein Selbstbild von dem abweicht, was die anderen über Dich wahrnehmen, solltest Du Dir Unterstützung holen:

  • Was sagen die Menschen in Deiner Umgebung über Dich, Deine Ausstrahlung und Deine Stärken? Deine Familie, Deine Freunde, die Nachbarn und die Personen, mit denen Du arbeitest und an die Du Aufgaben untervergibst haben sicherlich eine Meinung dazu, was Deine Stärken sind.
  • Wie ist das Feedback aus Deinem geschäftlichen und sozialen Netzwerk, wenn Du danach fragst, mit welchen Kompetenzen Du wahrgenommen wirst? Was meinen Deine Geschäftskontakte, was sagen die Kunden und Kooperationspartner, wenn Du sie einfach mal fragst?
  • Und, auch interessant: Was sagen fremde Menschen, die Du gerade erst kennengelernt hast, zum Beispiel bei einem Networking Event oder in einem Coworking Space nach der Vorstellungsrunde?
  • Ebenfalls spannend ist Feedback eines „Professionals“, eines Coaches oder Beraters, der sich mit Dir hinsetzt und auseinanderpflückt, wie Du gesehen werden möchtest, ob es zutrifft und was man tut, wenn nicht. Denn es ist ja nicht unbedingt nötig, dass Du so lange an Deiner Außendarstellung schraubst, bis andere Dich exakt so wahrnehmen, wie Du es Dir bisher vorgestellt hast. Vielleicht ist es ja auch andersherum und Du kannst auf Stärken weiter aufbauen, die Du bisher gar nicht bewusst wahrgenommen hast.

Spannender Nebeneffekt des Positionierung-Checks

Eine interessante Begleiterscheinung der Gespräche über Deine Selbst- und Fremdwahrnehmung ist, dass Du Dich auch mit Deinem Gegenüber intensiver auseinandersetzt. Gegenseitiges Interesse verstärkt vorhandene Beziehungen und lockert Kontakte auf, bringt vielleicht sogar auf neue gemeinsame Ideen. Menschen, die man um einen Rat bittet, sind in der Regel erfreut darüber und geben sich besondere Mühe. Wenn sie sich hingesetzt und gründlich verinnerlicht haben, was Du alles kannst und machst, bist Du vermutlich auch die erste Person, die ihnen einfällt, wenn ein Experte zu Deinem Fachgebiet gesucht wird. Bis dahin werden die von Dir angesprochenen Personen sich geschmeichelt fühlen, an Deinen Findungsprozessen beteiligt zu sein und sich sogar nach den Ergebnissen erkundigen.

Aber bei Deiner Positionierung geht es nicht nur darum, welche Stärken Du und andere bei Dir sehen und welche nicht. Du wirst auch eine Richtung für Dich finden wollen.

Strategische Ausrichtung

Was fängst Du mit den Erkenntnissen an, wie setzt Du Deine Stärken ein, um Deine strategischen Ziele zu erreichen? Genauer genommen: Was sind überhaupt Deine Ziele, Deine Zielgruppe und was willst Du ihr anbieten? Ebenso wichtig ist die Entscheidung, welche Themen Du bewusst nicht mehr bedienen willst. Vieles zu können heißt nicht, alles auch machen zu müssen, nur weil entsprechende Anfragen kommen.

Viele Fragen, die sich nicht pauschal oder nebenbei beantworten lassen, sondern es erforderlich machen, dass Du Deine Prozesse von Angebotspalette bis Businessplan überarbeitest und Dir einen Fahrplan für die nächste Zeit schreibst. Ob dieser Plan nun vier Wochen, vier Monate oder vier Jahre umfasst, kommt auf Deine Branche, die Ziele und Deine Persönlichkeit an.

Wichtig ist, dass Du die nächsten Schritte nicht zufällig machst, sondern bewusst – und nach der von Dir festgelegten Zeit oder auch zwischendrin regelmäßig prüfst, ob Du die richtigen Dinge tust, um Deinen Zielen näher zu kommen. Dazu gehört auch, die Positionierung zu kommunizieren und sowohl Bestandskunden als auch Interessenten und Neukunden ganz klar zu vermitteln:

  • Du bist die Lösung für das aktuelle Problem.
  • Die Essenz Deiner Positionierung findet sich unter anderem im Mission Statement wieder.
  • Ist es stimmig, passt es zu Dir? Wackelt, hat Luft? Wenn Du weißt, wo Du stehst, fällt Dir das Mission Statement ganz leicht.
  • Mit einer klaren Position erweckst Du den Eindruck, dass man auf Dich und Deine Dienstleistungen vertrauen kann, weil Du weißt, wo Du stehst und was Du zu bieten hast.

Es lohnt sich also, sich gelegentlich oder gar regelmäßig mit der eigenen Positionierung zu beschäftigen.

06.01.2016