Reverse Charge, Zusammenfassende Meldung und Sonderfälle

Neu in lexoffice: Die Buchungsübersicht

Was ist Reverse Charge?

lexoffice bietet Ihnen jetzt auch die Möglichkeit, Belege im Reverse Charge Verfahren zu erfassen. Das ist wichtig für alle, die Geschäfte mit dem europäischen Ausland machen, denn diese umsatzsteuerliche Regelung verschiebt die Umsatzsteuerlast auf den Kunden.

Reverse Charge bedeutet nämlich, dass der Leistungsempfänger die Steuerschuld übernimmt und die Umsatzsteuer schuldet. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das Unternehmen A ein Produkt oder eine (Dienst-)Leistung vom Unternehmen B im europäischen Ausland in Rechnungen gestellt bekommt – die Rechnung ist dann ohne Umsatzsteuer. Denn eine Leistung muss grundsätzlich in dem Land versteuert werden, in dem der Leistungsempfänger bzw. Auftraggeber seinen Geschäftssitz hat.

 

Und wie kommt dann die Umsatzsteuer zum Finanzamt?

Das Unternehmen B im EU-Ausland rechnet die landesübliche Umsatzsteuer vom Unternehmen A zum Nettobetrag hinzu. Der Unternehmer A meldet dann die Umsatzsteuer dem Finanzamt in seinem Land und zieht gleichzeitig die Vorsteuer ab.

Klingt kompliziert, das ist es mit lexoffice aber nicht!

 

reverse-charge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was muss ich dazu in lexoffice beachten?

In lexoffice erfassen Sie Reverse Charge ganz einfach mit Hilfe verschiedener Einnahmen- und Ausgabenkategorien. Sie wählen einfach die entsprechende Kategorie, um den Rest kümmert sich lexoffice – automagic, so wie Sie es von uns gewohnt sind:

Die Angaben in der Umsatzsteuer-Voranmeldung und die Zusammenfassenden Meldungen werden steuerrechtlich konform angepasst.

 

Einnahmen

Einahmen-KategorieZMUSt-VA Position
Innergemeinschaftliche Lieferung
Zwischen den Mitgliedstaaten gewerblich gelieferte Produkte.
ja41
Bauleistungen §13b
z.B. Subunternehmer
nein60
Fremdeistungen §13b
Reverse Charge z.B. Google AdSense Gutschrift
ja21

Ausgaben

Ausgaben-KategorieZMUSt-VA Postion(en)
Bauleistungen §13b
z.B. Bauunternehmer erhält eine Rechnung vom Subunternehmer
nein84 / 85 / 67
Fremdleistungen §13b
u.a. u.a. Google Adwords Kosten, Ebay-Gebühren und Amazon Marktplace
nein46 / 47 / 67
Fremdleistungen §13b nicht EU
z.B. ein ausländischer Unternehmer erbringt eine Leistung für einen deutschen Unternehmer
nein52 / 53 / 67
Innergemeinschaftlicher Erwerb
Import von Produkten aus Mitgliedstaaten.
nein89 / 93 / 61

 

Reverse Charge in Ausgangsbelegen

Wenn Sie Ausgangsbelege erfassen, können Sie für das Reverse Charge Verfahren ganz komfortabel ‚Innergemeinschaftliche Lieferungen und Bauleistungen nach §13b‘ berücksichtigen.

Dazu aktivieren Sie im Kontaktdatensatz einfach die Option ‚Steuerfreie Rechnungen erlauben‘.

Anhand der Daten des Kunden bietet Ihnen lexoffice bei der nächsten Belegerstellung den passenden Sonderfall zur Auswahl an.

 

Sonderfall

 

 

 

Natürlich können Sie auch steuerfreie Serienrechnungen erstellen.

 

Gehört zu Reverse Charge: Die Zusammenfassende Meldung (ZM)

Alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen und Freelancer, die mit einem Unternehmen in einem anderen EU-Mitgliedstaat Handel betreiben, sind außerdem dazu verpflichtet, eine „Zusammenfassende Meldung“ zu erstellen.

Lediglich Kleinunternehmer (nach § 19 UStG) sind von der Meldepflicht ausgenommen.

Die Zusammenfassende Meldung ist Bestandteil des Umsatzsteuer-Kontrollverfahrens und damit etwas für die Buchhaltungsvollprofis und Unternehmen, die außerhalb von Deutschland, aber innerhalb der EU Geschäftsverkehr haben.

Die ZM muss elektronisch per ELSTER an das zuständige Finanzamt in Deutschland übermittelt werden. Die Finanzverwaltung wiederum gibt dann die Meldung an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) in Saarlouis weiter. Dort erfolgt die Prüfung, ob der Käufer den Erwerb versteuert hat.

In der ZM werden alle Produktverkäufe in einen anderen EU-Mitgliedstaat und auch Provisionseinnahmen aufgelistet. Grundlagen sind die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IDNr.) des Kunden und die Summe der Umsätze.

 

Wie ist der Meldezeitraum einer ZM?

In der Regel wird die Zusammenfassende Meldung im gleichen Zeitraum wie die Umsatzsteuer-Voranmeldung übermittelt, also monatlich oder quartalsweise. Die Abgabefrist ist dabei jeweils der 25. Tag des Folgemonats – online via ELSTER.

Wichtig! Hier gibt es keinen Aufschub: Diese Regelung gilt unabhängig davon, ob für die Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung eine Dauerfristverlängerung in Anspruch genommen wird.

 

Und was ist mit einer Nullmeldung?

Sie müssen eine ZM nur übermitteln, wenn Sie im entsprechenden Meldezeitraum Umsätze in einem anderen EU-Mitgliedstaat getätigt haben. Wurden keine Umsätze getätigt, ist keine Meldung erforderlich.

 

Wie geht das mit ELSTER?

Um die Zusammenfassende Meldung elektronisch ans Finanzamt zu übertragen, benötigen Sie ein ELSTER-Konto. Wenn Sie noch keines haben, können Sie dies ganz einfach anmelden.

Die Anmeldeunterlagen werden Ihnen dann auf dem Postweg zugesendet, das kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Eröffnen Sie das Konto also unbedingt rechtzeitig, damit Sie die Abgabefrist für die ZM einhalten können.

  1. Robert | 02.02.2016 | 17:11

    Bei Einnahmen kann ich bei Art der Einnahme aber die oben genannten Kategorien gar nicht auswählen?!

    1. Carola @lexoffice | 15.02.2016 | 16:52

      Hallo Robert,

      könntest Du bitte an lexoffice@haufe-lexware.net mailen? Das Support-Team ist die richtige Anlaufstelle.
      Vielen Dank und eine gute Woche

      Carola @lexoffice-Blog