Risiken für Blogger: Leben Influencer gefährlich?

Risiken für Blogger: Leben Influencer gefährlich?

Instagram-Stars, Fashion-Blogger und andere Internetpromis haben ein spannendes Hobby, das auch ein Beruf sein oder werden kann.

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Bloggen und damit auch noch Geld verdienen – wenn das nicht nach Traumjob klingt, was dann? Doch sobald Influencer ihre Online-Präsenz nebenberuflich oder als vollen Job einsetzen, gibt es auch Risiken für Blogger. Ohne Panikmache zeigen wir euch wichtige Punkte auf, um die ihr euch grundsätzlich immer kümmern solltet.

Es sieht nicht nur professioneller aus, es ist auch rechtlich vorgeschrieben: Die „Basics“ an deinem Webauftritt als Blogger oder Influencer müssen vollständig sein, du musst die Datenschutzbestimmungen laut DSVGO einhalten und – um Bußgelder und Abmahnungen zu vermeiden – auch erkennbar und erreichbar sein:

Websites in Deutschland haben eine Impressumspflicht, das gilt auch für Blogs. Gemäß § 5 Telemediengesetz (TMG) ist für „geschäftsmäßige Online-Dienste“ ein Impressum vorgeschrieben, was alle Blogger betrifft, die mit dem Blog Einkünfte haben oder haben möchten. Aber auch wer einfach nur Inhalte online stellt, hat Pflichten: Laut § 55 Rundfunkstaatsvertrag benötigt jeder ein Impressum, der (regelmäßig) journalistisch-redaktionell gestaltete Inhalte online stellt, die zur Meinungsbildung beitragen können.

Vorsicht: Hacker, Phisher, Schadsoftware auf deinem Webspace

Blogger kennen sich mit ihren eigenen Themen gut aus, mit Webtechnologie aber nur die wenigsten. Dank einfach zu bedienender Systeme wie WordPress kann buchstäblich jede*r bloggen, doch wusstest du, dass du deine Installationen dann auch regelmässig warten und gegen Eindringlinge absichern musst?

Es hat schon Fälle gegeben, in denen Blogs als Verteilerschleuder für schädliche Software genutzt wurden, manchmal über Jahre hinweg, bevor es auffiel. Wenn geschädigte Nutzer*innen Haftungsansprüche stellen, kann es teuer und unangenehm werden. Einerseits musst du also sicherstellen, dass du nach bestem Wissen und Gewissen immer für aktuelle Software auf deinem Webserver gesorgt hast.

Andererseits kann es sinnvoll sein, eine Berufshaftpflichtversicherung mit Rechtsberatung abzuschließen, um Schadensfälle auffangen zu können. Inzwischen gibt es Versicherungspakete, die genau auf Blogger zugeschnitten sind.

Risiken für Blogger: Achtung Schleichwerbung!

Ein weiteres der Risiken für Blogger ist in den letzten Monaten in den Fokus der Öffentlichkeit gerutscht, eben weil einige Influencer ernsthafte Probleme hatten: Werbung muss eindeutig gekennzeichnet und als solche erkennbar sein.

Denn, so steht es im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG): Es ist untersagt, Werbung als Information zu tarnen (§ 3 Nr. 3 UWG in Verbindung mit Nr. 11 der Anlage zum UWG). Es muss auf jedem Blog für alle Lesenden immer zweifellos erkennbar sein, bei welchen Beiträgen es sich um redaktionelle Inhalte handelt und welche Inhalte werblich sind.

Blogger müssen entsprechende Werbung mit Wörtern wie „Werbung“ oder „Anzeige“ kennzeichnen. Achtung: Die weitläufig gebrauchten Hinweise „Sponsored“, „Sponsored Post“ oder „Gesponsert“ reichen nicht als Kennzeichnung aus (Urteil LG München I, 31.07.2015, Az: 4 HK O 21172/14).

Ganz wichtig: Auch Produkttests mit kostenlos bereitgestellten Waren, die durch Unternehmen beauftragt oder unterstützt werden und nicht unbedingt zusätzlich bezahlt werden, müssen immer als Werbung gekennzeichnet sein. Sogar bei ganz banaler Bannerwerbung ist Vorsicht geboten, weil es noch keine höchstrichterliche Entscheidung des Bundesgerichtshofes dazu gibt.

Böse Falle: Urheberrechtsverletzungen

Blogger nutzen oft und gerne Bildmaterial, um ihre Texte aufzupeppen. Die „kostenlosen“ Bildlizenzen der bekannten Portale zu nutzen ist aber sehr riskant. Manchmal sind die original Quellen nicht beachtet worden oder es gibt einen Nutzungsvertrag mit bestimmten Regeln, wo und wie die Bilder verwenden dürfen und wie und in welchem Umfang Urheber des Bildes genannt werden müssen. In jedem Fall solltest du immer die Lizenzbedingungen genau lesen und dich an die Vorgaben halten.

Trotzdem kann es vorkommen, dass eine Bildnutzung zu Abmahnung führen kann. Wieder ein Fall, in dem eine Versicherung die grundsätzlichen Risiken für Blogger und Influencer vorher absichern kann. Das Urheberrecht besteht übrigens nicht nur für Bildern, auch bei Zitaten ist Vorsicht geboten. Ein Zitat darf nicht einfach verwendet werden, wenn es lediglich zur Illustration verwendet wird.

Auch das Markenrecht ist nicht ohne. Da ist zum Beispiel der Fall des Ikea-Hackers Blog, gegen dessen Domainname der schwedische Konzern sich wehrte.

Ein bisschen Restrisiko bleibt

Egal wie sorgfältig du arbeitest, ein Restrisiko hast du als Betreiber einer Website immer. Wie in anderen Lebenslagen auch gilt: Sobald Geld fliesst, lohnt es sich, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen: Durch Steuerberater, Anwälte, Datenschutzprofis oder eine dich gegen Risiken schützende Versicherung.

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends, Insider-Wissen und Online Navigation

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