Schöner scheitern als Unternehmer

Schöner scheitern mit der richtigen Einstellung

Es kommt meist schnell der Tag, an dem ein Gründer oder eine Gründerin den Spruch „selbstständig ist man selbst und ständig“ nicht mehr hören kann.

Egal wie gründlich man sich vorher informiert hat, anfangs fühlt es sich an wie ein Hindernisrennen, das man mit einem Rucksack voller Behördengänge und zehntausend zu erledigenden Kleinigkeiten bewältigen muss, während nichts läuft wie erwartet.

In ein Konzept, einen Marketingplan oder eine Werbestrategie steckt man sein ganzes Fachwissen, viel Herzblut und oft auch noch die Expertise von Fachleuten, die das Projekt unterstützen sollen.

Trotzdem, und diese Erkenntnis ist vor allem für Gründer oft hart, lässt sich auch bei bester Planung kein Erfolg garantieren.

Das Konzept floppt, der Plan scheitert und die Werbekampagne kostet vor allem echtes und Lehrgeld, bringt aber wenig neue Kunden.

Die anderen fahren in Urlaub, man selbst fährt Projekte vor die Wand. Man könnte verzweifeln, aber bitte unauffällig.

Schließlich soll ein dynamischer junger Unternehmer immer eine Aura des Erfolgs ausstrahlen.

Scheitern ist der Normalfall (oder ein Teil davon)

Dabei ist es gar nicht nötig, sich zusätzlich zur misslungenen Strategie auch noch mit der Außenwirkung auf andere unter Druck zu setzen.

Das klingt entmutigend, aber es ist tatsächlich der Normalfall, dass ein Plan nicht aufgeht wie gewünscht.

Auch bei sorgfältigster Planung und scheinbar optimalen Voraussetzungen wird es immer wieder geschehen, dass etwas nicht läuft wie erwartet.

Es gibt einfach viel zu viele unbekannte Erfolgsfaktoren und Einflüsse, um Erfolg zuverlässig planen zu können, nur weil man Zeit und Geld investiert.

Das bedeutet aber nicht, dass man nicht erfolgreich sein kann!

Es heißt nur, dass man unbedingt flexibel sein muss und „unterwegs“ die Kampagne oder Strategie verfeinern und weiter anpassen muss.

Je häufiger man erlebt hat, dass perfekte Vorbereitung gar nichts bringt, desto eher verzichtet man auf Perfektion und spart die Zeit für das Festzurren sämtlicher Details.

Je schneller man lernt, dass Scheitern immer dazugehört und die Möglichkeit bietet, Potenziale für Veränderungen an der eigenen Vorgehensweise zu identifizieren …

… desto besser wird man darin, Misserfolg in Erfolg umzuwandeln.

Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt.

Auf den perfekten Zeitpunkt hinzuarbeiten und zu planen ist eine sehr menschliche Eigenschaft.

Tief verankert sitzt die Gewissheit, dass man nur einmal einen ersten Eindruck machen kann, und so warten viele Gründer ewig mit dem Launch eines Produktes oder sogar ihrer Website.

Tatsächlich aber lernt ein erfolgreicher Unternehmer relativ früh in seiner Karriere, dass es keinen perfekten Zeitpunkt gibt.

Außer dem Punkt, an dem man endlich loslegt.

Auch wenn noch nicht alles hundertprozentig ist, auch wenn die Startphase holprig und streckenweise unkomfortabel ist deswegen.

Ein Produkt wird nie perfekt sein, sondern immer Verbesserungspotenzial haben. Eine Website wird nie fertig sein, sondern wird immer Aktualisierungsbedarf haben.

Eine unternehmerische Persönlichkeit wird nie am Reißbrett entstehen können.

Zum selbstständigen Unternehmer wird man nur, indem man den Perfektionsanspruch und die Warteschleifen hinter sich lässt und einfach anfängt.

Schöner scheitern. Scheitern ist keine Schande.

Es ist keine Schande, mit Projekten und Produkten zu scheitern. Darüber zu sprechen ist auch längst kein Tabu mehr.

Langsam setzt sich auch unter Freelancern und anderen Selbstständigen die Erkenntnis durch, dass man durch misslungene Projekte und Fehlstarts oft wesentlich mehr lernt als durch erfolgreiche.

In gemischten Entrepreneur-Runden hört man die wildesten Geschichten von missglückten Versuchen und neuen Anläufen.

Jeder hat schon mal ein Budget in den Sand gesetzt, einen Kunden verloren, die falsche Laufbahn eingeschlagen oder sich mit Partnern gestritten.

Man muss nicht über sich selbst lachen können, aber es hilft.

Der Austausch mit anderen „Gescheiterten“ macht Mut und man kann von ihnen nicht nur lernen, sondern sich auch inspirieren lassen fürs Durchhalten und für den nächsten Versuch.

Außerdem gibt es mehr und mehr Menschen, die sich mit einer Kultur des Scheiterns beschäftigen.

Failcamps beispielsweise sind Barcamps, die sich mit explizit diesem Thema auseinandersetzen.

Die wichtigsten Erkenntnisse zum Thema Misserfolg sind also:

  • Wer scheitert, ist damit nie allein. Sondern in bester Gesellschaft.
  • Aus nichts lernt man so viel wie aus einem detailliert vorbereiteten Misserfolg.
  • Jedes Scheitern ist nur ein Schritt voran.
  • Im Zweifelsfall hat man die beste Story auf dem nächsten Failcamp.

Tipp:

Manche Fehler lassen sich vermeiden, indem man auf die richtigen Tools und Quellen zurückgreift. Im Service-Bereich unserer Website haben wir für euch kostenlose Vorlagen, Rechner, Tipps, Tools und Informationen zusammengestellt, die sowohl Existenzgründern als auch Unternehmern wertvolle Hilfestellung leisten.

20.04.2015