SEO-Strategie für Start-ups: Gut Ding will Weile haben

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In der Welt der Start-ups ist schneller Erfolg oft ausschlaggebend. Wenn es auf jeden Tag ankommt, zum Beispiel bei der Werbung für eine Aktion oder ein Event, sind Anzeigen daher ein besserer Weg als die Optimierung von Inhalten für Google und andere Search Engines. Trotzdem ist SEO (Suchmaschinenoptimierung bzw. Search Engine Optimization) immer ein sehr wichtiger Pfeiler für das Online-Marketing. Wer gut gefunden wird, erzielt in der Regel auch Umsätze – so einfach ist das. Eine gute SEO-Strategie für Start-ups lässt sich nicht über Nacht umsetzen, sorgfältige Planung ist ebenso wichtig wie Geduld.

Langfristig am Ball bleiben: SEO-Strategie für Start-ups

Die erste Seite mit Suchergebnissen ist die ausschlaggebende. Schlimmer noch, die ersten fünf Ergebnisse lösen 67,6 Prozent aller Klicks aus, wie eine Studie von Moz bekräftigte – geahnt hast Du es wahrscheinlich sowieso bereits. Während es kein großes Problem sein wird, mit (D)einem einzigartigen Marken- und Domainnamen auf den ersten Platz zu gelangen, kann es mehrere Jahre dauern, mit einer SEO-Strategie für Start-ups die in Deiner Branche relevantesten Begriffe zu erobern.

Je nachdem, wie umkämpft ein gutes Ranking für wichtige Begriffe ist, kannst Du mal nach ein paar Wochen, mal nach Monaten oder Jahren umsatzrelevante Erfolge verzeichnen. Die Ergebnisse hängen nicht nur davon ab, wie viel Mühe Du Dir gibst, sondern auch von aktuellen Entwicklungen und den Bemühungen Deiner Wettbewerber. Umso wichtiger ist es, nicht alles auf eine Keyword-Karte zu setzen, sondern gleich mit einer ganzen Liste zu arbeiten, die auch zusammengesetzte Begriffe enthält.

1. Definition von Nische und Zielgruppe

Überleg Dir, wen Du auf Dein Angebot holen willst, wonach diese Menschen suchen und auch, von wo aus. Wenn Dein Angebot regional stattfindet oder sich lokal besonders gut vermarkten lässt, solltest Du mit zusammengesetzten – so genannten Long Tail-Keywords für den Ort arbeiten. Zum Beispiel statt für „Heimwerkerservice“ lieber auf „Heimwerkerservice Berlin“ optimieren. Der Verlockung in großen Städten, einzelne Stadtteile für eine Optimierung auszuwählen, um noch mehr zu verfeinern, solltest Du allerdings widerstehen und Dich auf eine sinnvolle, großräumig greifende Kombi festlegen.

Aber auch bei bundesweit verfügbaren Angeboten, Dienstleistungen und Produkten gibt es Nischen, die Dir die Optimierung und Auffindbarkeit erleichtern. Was hebt Dich vom Wettbewerb ab? Auf der Suche nach dem USP, dem Unique Selling Point oder herausragenden Alleinstellungsmerkmal, triffst Du in der Regel schon auf Deine Keywords.

2. Ergebnisse messen und damit arbeiten

Klicken Menschen auf Deine Website? Wenn ja, wie viele? Wohin klicken sie, wie lange bleiben sie und tun sie das Gewünschte? Analyse-Tools und Website-Statistiken inklusive Heatmaps, auf denen Du jede Bewegung eines Mauszeigers oder Swipe-Fingers verfolgen kannst, zeigen Dir genau, was Deine Besucher tun und wo Deine Maßnahmen von Erfolg gekrönt sind. Wenn Du regelmäßig in die Auswertungen schaust, siehst Du nach einigen Monaten, was normale Schwankungen sind und was verwertbare Ergebnisse.

Was gut funktioniert, solltest Du wiederholen und weiter ausbauen. Überall wo keine Klicks erfolgen und der Erfolg ausbleibt, heißt es: Anpassen und probieren, bis er eintritt.

3. Interessante Inhalte mit Mehrwert generieren

Wenn Du Dich mit SEO beschäftigst, wirst Du unweigerlich dem Thema Backlinks begegnen. Erfolgreiche Seiten haben fast immer eine Menge Verlinkungen von anderen Quellen im Internet aufzuweisen. Die beste Methode, Backlinks zu generieren, besteht im Erstellen von hochwertigem, spannendem „Content“, wie Inhalte in der Webmarketing-Sprache heißen. Hochwertiger Content wird verlinkt, was wiederum Deine Glaubwürdigkeit als Quelle stärkt, auch aus Sicht von Google. Besucher über Verweise und erhöhte Rankings sind die Folge.

Für eine gezielte Verbreitung sorgst Du durch Verteilung auf Social-Media-Kanälen und je nach Thema auf Presseportalen, in Branchenkatalogen oder per Online-Anzeige. Nur kaufen solltest Du Backlinks nie, das geht schnell nach hinten los, da es den Google-Richtlinien widerspricht. Einzig die gekennzeichnete Zusammenarbeit mit Influencern, die sich im Auftrag per Advertorial mit Deinen Produkten beschäftigen, ist eine seriöse – wenn auch aufwändige – Möglichkeit, über Bezahlung zu Backlinks zu kommen.

4. Onpage-Optimierung für Deine Inhalte

Du kennst Deine Keywords und hast zu Deinen wichtigen Themen gute Inhalte verfasst oder schreiben lassen. Jetzt sollten noch die SEO-Grundlagen stimmen. Ganz einfach hast Du es, wenn Deine Website mit WordPress erstellt wurde: Gut durchdachte SEO-Plugins helfen Dir dabei, einen Text exakt auf eine Keyword-Abfolge zu optimieren. Die besseren Plug-ins wie das von YOAST sorgen sogar dafür, dass Du Dir nicht selbst das Wasser abgräbst und mehrere Unterseiten einer Domain auf das gleiche Target optimierst.

Onpage-SEO bedeutet, das Skelett Deiner Einzelseite an den richtigen Stellen mit Fleisch zu versehen, damit es von Google als interessantes Fundstück angesehen wird. Das ist nicht komplex, einmal erlernt, kannst Du es für jede Seite Deiner Webpräsenz einsetzen.

5. SEO-Strategie für Start-ups: Im Zweifelsfall lokal

Trag Deinen Geschäftssitz bei Google Business Local ein sowie in jedes regionale Verzeichnis, das für Deinen Heimatort relevant ist. Selbst wenn Du ein Produkt hast, das Du bundesweit vertreiben willst: Deine Nachbarschaft mit ihren Verbindungen zu anderen Anbietern, einem Dir bekannten Netzwerk und leicht erreichbaren Events ist kein schlechter Startpunkt.

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Viele Start-ups setzen ausschließlich auf PCP, Pay-per-Click-Anzeigen, um ihre Geschäftsidee voranzubringen. Das ist verständlich, denn so lassen sich ohne jeden Umweg und ohne Wartezeit Leads generieren. Es kostet allerdings auch ein stolzes Sümmchen, auf diese Weise immer in Google vertreten zu sein.

Die nötige Langfristigkeit sollte Dich nicht entmutigen. Stell Dir einfach vor, Du eröffnest in einer sehr populären Gegend ein neues unter diversen Restaurants. Du wirst in der ersten Zeit nicht mit den Betreibern konkurrieren können, die sich bereits seit Jahrzehnten ein treues Stammpublikum aufgebaut haben. Aber Du kannst mit Aktionen, frischen Ideen und hoher Qualität überzeugen und wenn Du lange genug durchhältst, gehört Dein Business irgendwann auch zu den etablierten, die nicht so schnell von einem Newcomer verdrängt werden können.

Mit einer SEO-Strategie für Start-ups dauert es länger als mit bezahlten Anzeigen bis zum Erfolg, dafür erwirtschaftest Du Dir aber organisch gewachsene Suchmaschinenergebnisse, die auf Dauer Conversions bringen. Nichts konvertiert so erfolgreich und zuverlässig wie ein durch gute Inhalte und Präsenz erzeugtes organisches Ranking auf den obersten Plätzen.

  • Foto: © Marco2811 – stock.adobe.com
Über den Autor
Carola Heine
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