Sieben Sätze, die du dir abgewöhnen solltest

Stehst du dir selbst im Weg? Sieben Sätze, die du dir abgewöhnen solltest

Es gibt einige nahezu standardisierte Antworten auf ebenso typische Alltag- und Arbeitssituationen, an die wir uns gewöhnt haben. Wir liefern sie wie aus der Pistole geschossen ab, wenn sie uns in dem Moment passend erscheinen und denken darüber nicht weiter nach.

„Sorry, das haben wir schon immer so gemacht“ als Antwort auf unerwünschte Verbesserungsvorschläge ist ein Klassiker unter solchen Antworten, ebenso wie „Dafür bin ich nicht zuständig“.

Aber es gibt noch viele andere Varianten, bei denen es nicht ganz so auffällig ist, dass wir uns mit unseren Aussagen immer auch selbst beeinflussen.

Denn was wir sagen, erzeugt nun mal nicht nur die entsprechende Reaktion beim Gegenüber. Es prägt, vor allem bei ständiger Wiederholung, auch uns selbst und das, woran wir glauben.

Wer geschäftlichen Erfolg haben will, sollte wie ein erfolgreicher Unternehmer sprechen – und denken.

Logisch, dass manche Formulierungen dann einfach nicht mehr stattfinden.

Diese Sieben Sätze solltest du dir abgewöhnen, so schnell du kannst!

1. „Das geht so nicht.“ bei Kundenanforderungen

Mit diesem Satz schlägt man Interessenten die Türe vor der Nase zu und stößt Bestandskunden weg. Kunden arbeiten mit Firmen oder Dienstleistern zusammen, um Aufgaben erledigen zu lassen. Nicht um zu erfahren, dass man ihre Wünsche nicht erfüllen kann.

Die richtige Antwort auf eine scheinbar unmögliche Anforderung lautet also nicht, dass das nicht geht. Sondern: „Was sind denn Ihre Ziele? Was genau möchten Sie tun?“

Wenn die Branche stimmt, stehen die Chancen gut, dass sich eine gute Lösung finden lässt, sobald man die ganze Situation kennt.

2. „Das habe ich großartig hingekriegt“, wenn es um Projekte geht.

Es gibt keine Projekte von nennenswerter Größe oder Erfolg, die wirklich von einer einzelnen Person alleine gewuppt werden. Ob Wissenstausch, Networking oder der Einkauf von Unterstützung:
Niemand schafft es allein, hinter jedem Erfolg stecken immer viele.

Die richtigen Angestellten, Dienstleister oder sonstigen Helfer zu rekrutieren beinhaltet auch, Wertschätzung und Anerkennung dort zu zeigen, wo sie angebracht sind.

Zumindest, wenn man diese Helfer behalten möchte, denn nur mit dem kompletten Team hat ein auf Erfolg ausgerichtetes Projekt eine zukunftsträchtige Basis.

Auch wer sich als einsamer Held der Projektidee thronen sieht, sollte sich irgendwann lieber der Realität stellen und „Mein Team ist großartig“ sagen.

Das Schöne an dieser Übung: Wer den Beitrag der anderen zu schätzen weiß, wird selbst dafür wertgeschätzt (wer nicht, der eher nicht).

3. „Das ist mir zu früh am Tag“ bei einer Terminvereinbarung

Wenn der Kunde den Tag mit einer Projektbesprechung, einem Meeting oder einem Akquise-Gespräch ganz früh anfängt, dann ist das nun mal so und man stellt sich darauf ein.

Erstens ist es unklug, sich die Blöße zu geben, nicht flexibel zu sein. Zweitens scheint der Termin dem Kunden ja entgegenzukommen und er wird daher in bester Gesprächslaune sein.

Und drittens weiß man fürs nächste Mal Bescheid und stellt vorbeugend eine Liste mit möglichen Terminen im eigenen Biorhythmus zusammen, die man als Vorschlag einreichen kann.

4. „Das ist mir zu spät“ bei einer abendlichen Terminvereinbarung

Potenzielle Business-Partner, die sich abends auf ein Gläschen oder eine Mahlzeit treffen möchten, signalisieren damit vor allem Interesse daran, sich ernsthaft auszutauschen.

Oft ergeben sich viel bessere geschäftliche Gespräche als im Rahmen eines offiziellen Meetings.

Ansonsten gilt: Früh ins Bett gehen kann man am nächsten Tag immer noch – und hier finden sich auch wieder die Argumente vom 3. Punkt: Flexibel sein zahlt sich aus, also sollte man sich über die Chance freuen und die Uhrzeit nächstes Mal einfach durch eigene vorbeugende Terminvorschläge steuern oder entschärfen.

5. „Keine Zeit. Ich habe keine Kapazitäten frei“ bei Anfragen.

Gut (oder bereits zu gut) ausgelastet zu sein fördert den Reflex, erst mal alles von sich zu stoßen, was noch mehr Arbeit bedeuten würde.

Wer hat zum Beispiel noch nie in einem Handwerksbetrieb angerufen, um ruppig abgebügelt zu werden, es seien keine Kapazitäten frei und man könne sich doch in der übernächsten Saison wieder melden?
(Und wer hat danach noch mal in diesem Betrieb angerufen, statt einen zu finden, der seine Termine besser managt?)

Tatsache ist: Gute Aufträge sind nicht so häufig, dass man sie spontan ablehnen sollte.

Wer sofort mit einem „ich habe keine Zeit“ reagiert, signalisiert ganz klar Desinteresse, dabei würde der Auftrag wahrscheinlich spätestens im nächsten Sommerloch gut passen.

Statt den Kunden und sein Anliegen abzuwehren, sollte man lieber Zeit schaffen und ein paar Stunden extra investieren.

Nicht ohne darüber zu informieren, dass gerade einige andere Zusagen einzuhalten sind und es deswegen nicht so schnell gehen kann, wie der Kunde es vielleicht erwartet hat.

Für einen guten Kunden und damit auch Folgeaufträge lohnen sich der Zusatzaufwand und das Balancieren mehrerer Deadlines.

Oder man geht damit um wie mit Punkt 6: Aufgaben, die man selbst nicht abdecken kann.

6. „Das kann ich nicht liefern.“ bei Anfragen

Wenn ein Kunde eine Anforderung stellt, die man selbst nicht erfüllen kann, gibt es drei Möglichkeiten.

Einfach zu sagen, dass man nicht über die entsprechenden Fähigkeiten verfügt ist keine davon.

Manche Dinge kann man lernen und damit das eigene Portfolio erweitern. Andere Dienstleistungen kann man im Auftrag einkaufen, beaufsichtigen und dem Kunden dann weiterberechnen.

Wenn beides nicht in Frage kommt, schaut man sich im eigenen und erweiterten Netzwerk um und empfiehlt jemanden.

So bleibt man als Problemlöser in Erinnerung. Nicht als jemand, der etwas „nicht kann“.

7. „Dazu sollten wir uns irgendwann mal zusammensetzen“ zu Kontakten.

Dieser höflichste aller Füllsätze fällt oft und ist selten wirklich so gemeint.

Denn wer ernsthaft an einer erfolgreichen Zusammenarbeit oder Networking interessiert ist, der sorgt dafür, dass bereits die Idee zu einem gemeinsamen Termin führt.

Außerdem erschafft man eine vage Erwartungshaltung auf der Gegenseite, die es so nicht geben sollte.

Mit fairem und authentischem „Networking“ hat das Werfen von Kontaktversprechen nämlich nichts zu tun, es ist im Grunde exakt das Gegenteil.

Statt halbe Zusagen in der Schwebe zu halten, sagt man also besser zum Beispiel: „Bitte melden Sie sich bei mir, wenn Sie das Thema konkret anbieten können oder sich mit XYZ beschäftigen“.

Natürlich nur, wenn man es auch meint.

Bei welchen Sätzen erwischt Ihr euch, die Ihr zukünftig nicht mehr verwenden wollt?