Neue digitale Trends und Netzwerke: Snapchat

Digitale Trends und Netzwerke: Snapchat

Soziale Netzwerke, die so übersichtlich wie Twitter oder so selbsterklärend wie Facebook sind, werfen kaum noch Fragen darüber auf, wie man sie benutzt und für welche Zwecke. Andere wie Snapchat aber sorgen erst mal für Verwirrung.

Snapchat scheint sich vor allem der jüngeren Generation automatisch zu erschließen, die Älteren stehen zweifelnd bis rätselnd vor der Sinnfrage und dem kleinen Geist auf gelbem Icon, der plötzlich überall aufzutauchen scheint, weil mehr und mehr Firmen und Promis den Dienst für ihr Marketing nutzen.

Ganz neu ist die Snapchat App zwar nicht, die Plattform existiert bereits seit 2011. Doch den Durchbruch in die allgemeine Aufmerksamkeit schaffte Snapchat erst in den letzten Monaten, so dass sich jetzt immer mehr Menschen fragen: Was macht man damit, und muss man auch bei Snapchat tatsächlich wieder mitmischen, nur um den Finger am Puls der Zeit zu haben und den Anschluss an das digitale Zeitalter nicht zu verlieren?

Was genau ist dieses Snapchat eigentlich?

Snapchat ist ein Sharing-Netzwerk für Fotos und Videos, aber eines mit einigen Extras und Besonderheiten: „Snaps“, die nach ein paar Sekunden beim Empfänger wieder verschwinden und Geschichten aus Snaps, die sich ebenfalls nach 24 Stunden wieder in Luft auflösen, bunte Details und lustige Filter.

Um teilzunehmen, gibt man seine Telefonnummer an und kann sich dann auch gleich mit den anderen Snapchattern aus dem eigenen Adressbuch vernetzen.

Dazu wird die Snapchat-App installiert, die es sowohl für iOS als auch für Android-Geräte gibt. Im Anschluss gibt man die E-Mail-Adresse an, Geburtstag (die Altersfreigabe liegt bei 12 Jahren) und einen Nutzernamen, der später übrigens nicht mehr geändert werden kann. Nach Eingabe der Handynummer bekommt man dann per SMS einen sechsstelligen Code, mit dem man sich verifizieren muss und schon kann es losgehen.

Nach der Installation und dem Start der Snapchat-App öffnet sich als erstes die Kamera. Man klickt auf den kleinen Geist, um zu den Einstellungen zu gelangen, zum Beispiel um Kontakte zu ergänzen: Man kann Freunde über den Nutzernamen hinzufügen, wenn man ihn kennt – oder aus dem Adressbuch ermitteln lassen, wer bei Snapchat ist, oder auch die Funktion nutzen, den eigenen Snapchat-Nutzernamen in anderen sozialen Netzwerken zu teilen.

Snapchatting in der Kurzübersicht – mehr gibt es auch gar nicht zu wissen

Um ein Foto aufzunehmen, tippt man auf den Snap-Button – mit dem Symbol in der oberen rechten Ecke kann man wie gewohnt zwischen Front-Kamera und Selfie-Einstellung mit der anderen Kamera wechseln. Um ein Video zu machen, hält man den Button einfach gedrückt.

Löschen kann man das Bild mit dem X oben links. Oben rechts stehen drei Symbole für die Bearbeitung des Fotos: Titel einfügen, Smileys adden und/oder selber zeichnen. Mit der Uhr links unten legt man fest, wie lange der “Snap” zu sehen sein soll: Mindestens eine Sekunde, höchstens zehn. Im Anschluss an die Aufnahme hat man nämlich die Möglichkeit, das Foto oder Video entweder privat zu verschicken oder in eine öffentlich abrufbare so genannte „Geschichte“ zu integrieren.

Mit dem Pfeil unten rechts kann man das Bild einem Empfänger schicken, der es dann wiederum maximal zehn Sekunden anschauen kann, bevor es sich selbst löscht. Mit dem Pfeil direkt neben der Uhr lässt sich die Aufnahme außerdem herunterladen und in Ihrer Smartphone-Galerie speichern.

Private Chats bei Snapchat ruft man über die Startseite auf, in diesem Fall die Kamera-Übersicht. Dort kann man nach links wischen oder auf das Quadrat unten links klicken, um in die Chat-Übersicht zu gelangen und alle bisherigen Chat-Partner angezeigt zu bekommen. Um Freunden ein neues Bild oder ein neues Video zu schicken, klickt man zweimal auf den Namen. Um einen Snap zu einer Geschichte zu ergänzen, klickt man auf das Plus-Zeichen unten links neben dem Download-Symbol.
Über die Suche lassen sich noch weitere Kontakte finden. Eine private Nachricht wird nach dem Öffnen der App auf der Kamera-Startseite unten links als Benachrichtigung angezeigt.

Übrigens: Macht der Gesprächspartner sich einen Screenshot von einem Snap, bekommt man eine entsprechende Info.

Snapchat und Marketing: Die Geschichten-Funktion

Interessant für den Business-Bereich wird Snapchat aber erst durch die Geschichten-Funktion. In den Snapchat-Geschichten werden nämlich alle von einem Account veröffentlichten Snaps gesammelt und hintereinander abgespielt, so dass im Laufe der vierundzwanzig Stundenoption beinahe in Echtzeit eine Geschichte entsteht.

Neue Aktivitäten der Freunde werden jeweils nach dem Öffnen der App durch eine Benachrichtigung unten rechts angezeigt, so dass man deren Geschichten direkt aufrufen kann. Zu den Geschichten gelangt man über das Menü aus drei Strichen unten rechts auf der Kamera-Startseite.

Es gibt die eigene Geschichte, die alle Snaps, die innerhalb der vergangenen 24 Stunden hinzugefügt wurden, in chronologischer Reihenfolge. Dann sind da noch die Geschichten der anderen, mit denen man befreundet ist und Live-Storys über Events oder Städte, für die man Snaps einreichen kann, wenn man vor Ort ist. Und unter “Discover” kann man auf die Snap-Kanäle von zwei Dutzend großer Magazine wie Food Network CNN, MTV oder National Geographic zugreifen und deren Geschichten verfolgen, schauen und sich speichern.

Für Marketing-Zwecke noch interessant: Man kann mit einem Snapchat-Account nicht mehrere Geschichten erstellen, alle Snaps landen immer in der selben Snapgeschichte, daher sollte man sich für Marketingaktionen ein Konzept überlegen, das berücksichtigt, wie alle zusammen wirken und dass sie nach 24 Stunden wieder gelöscht werden. Man kann sie aber mit dem X rechts unten auch selbst löschen.

Das Augensymbol, das man eingeblendet bekommt, wenn man sich die eigene Geschichte ansieht, zeigt dann an, wer sich die Snaps-Geschichte auch noch angeschaut hat.
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Ist Snapchat also wichtig und jede Firma sollte mitmischen? Nein. Nicht jede. Aber: Wenn die Zielgruppe auf Snapchat unterwegs ist oder häufig Aktionen stattfinden oder um ein Event zu begleiten und dieses innovative Netzwerk zu nutzen für die Echtzeit-Vermarktung, dafür ist es durchaus eine Überlegung wert.

Linktipp: Ein Schritt-für-Schritt-Guide mit vielen Bildern und Tricks.

11.04.2016