Social Media Marketing für Kleinunternehmen - sinnvoll oder nicht?

Social Media Marketing für Kleinunternehmen und freiberuflich Tätige

Ist Online-Marketing in den sozialen Netzwerken auch für kleinere Anbieter*innen sinnvoll?

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Große Firmen beschäftigen Agenturen und eigene Marketingabteilungen für ihr Social Media Marketing und planen mit hohem Etat, um ihre Marken in den Netzwerken groß aufzubauen. Kein Wunder, wenn Einzelkämpfer*innen und die Verantwortlichen kleiner Unternehmen sich zweifelnd fragen, ob sie da überhaupt mithalten können – oder sollten.

Das solltest Du als Unternehmer sogar unbedingt: Die sozialen Netzwerke sind immer auch die virtuellen Orte, an denen sich Deine Zielgruppen bereits rund um die Uhr tummeln. Social Media Marketing für Kleinunternehmen und andere Solopreneure und -preneurinnen heißt ja nicht, dass Du mit winzigem oder ohne Budget in Konkurrenz zu Konzernen und Lifestyle-Marken gehen solltest. Aber trotzdem kannst Du erfolgreich eine eigene Strategie erarbeiten und aktiv mitmischen.

Besonders in Nischen für spezielle Produkte oder durch regional ausgerichtete Aktivitäten erweiterst Du die Möglichkeiten, potenzielle Kund*innen und wertvolle Networkingkontakte direkt zu erreichen – interessant auch für Dienstleister wie Coaches und Consultants. Du kannst in den sozialen Netzwerken generell komfortabel mit Hilfe von Messenger, Chat und direktem offenen Austausch sehr effektiv in den Dialog mit neuen Kund*innen gehen, Dich vernetzen und Deine Ziele erfolgreich vorantreiben.

Skalierbare Außenwirkung auf den Plattformen der sozialen Netze

Dabei hast Du den großen Vorteil, dass auf Facebook, Twitter, Pinterest, Instagram und Co buchstäblich alle mit exakt gleichen Voraussetzungen starten: Jedes Seitenprofil, jede Facebook Fanpage sieht vergleichbar klar strukturiert und professionell aus, jedes Unternehmen arbeitet zunächst mit den gleichen Voraussetzungen für eine gelungene Selbstdarstellung. Ob Du als freie*r Autor*in online unterwegs bist, als Anbieter von Fortbildungen und Coach oder als weltweit tätiger Konzern, die Profildarstellungen sind vereinheitlicht und Du startest mit einem professionellen Look in einer mit Marketing-Tools rundum ausgestatteten virtuellen Umgebung, um Deine eigenen Inhalte zu publizieren.

Anders als bei einer Business-Website kommt es nicht darauf an, ob Du es Dir leisten konntest, Profis mit der Gestaltung und dem Hosting zu beauftragen. Die sozialen Netzwerke mit kostenlosen Business-Profilen und einheitlich aufgebauten Fanpages bieten Dir eine gute Möglichkeit, eine passende Strategie zu entwickeln und Dein Unternehmen dabei mühelos gut aussehen zu lassen.

Den Vergleich mit großen Unternehmen musst Du also nicht scheuen, zumal Du ganz andere Märkte „beackern“ wirst. Das zweite Argument, an dem viele Einzelkämpfer*innen herumüberlegen: Kostet das nicht alles sehr viel Zeit? Zu viel Zeit sogar, eventuell? Es ist richtig, dass Social Media Marketing für Kleinunternehmen auch bedeutet, täglich auf den eigenen Kanälen vorbeizuschauen und regelmäßig für neuen Content zu sorgen, das kann sehr aufwändig ausfallen.

Doch ein paar praktische Überlegungen vorab, strukturiertes Arbeiten und eine Strategie sorgen dafür, dass Du diese Marketingmaßnahmen in Deinen Arbeitsalltag integrieren kannst und trotzdem noch Zeit für die vielen neuen Kund*innen findest, die Dich über soziale Netzwerke zukünftig erreichen werden.

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1. professionelle Organisation

Eine strukturierte Arbeitsweise spart Zeit, vermeidet Fehlerquellen und ermöglicht eine Erfolgsmessung sowie die Option, Aufgaben an andere auszulagern. Von Anfang an solltest Du also einen Redaktionsplan erstellen, am besten gleich auf Grundlage eines Jahresplans, den Du (monatlich oder vierteljährich) auffüllst. Damit Du Aufgaben im Bulk abarbeiten kannst, empfehlen wir ein Social Media Dashboard für das Verteilen auf den Kanälen und auch für alle anderen Aufgaben gibt es garantiert eine Deinem Geschmack und Deiner Arbeitsweise entsprechende App.

2. durchdachte Kommunikationswege

Wenn Du Dir vorher und nicht erst nach einigen Wochen Gedanken darüber machst, wie und wo Du mit Deinen potenziellen Kund*innen kommunizierst und sicher stellst, dass Du sie weiter über Angebote informieren kannst, arbeitest Du wesentlich effektiver. Solltest Du für Social Media (anfangs) aus Bequemlichkeitsgründen Deine eigene Mail-Adresse nutzen wollen, leg Dir wenigstens eine socialmedia@businessname.de Adresse an und leite die Mails um. Nur so kannst Du bei wachsendem Volumen sofort und mühelos Aufgaben delegieren. Außerdem solltest Du überlegen, wie Du Die Informationen bündelst (und wohin), die Dich auf verschiedenen Kanälen erreichen.

3. Zielgruppe identifizieren

Vor dem ersten Post, vor dem ersten Blogartikel und besonders vor dem Schalten der ersten Anzeige solltest Du wissen, wen Du konkret ansprechen willst. Alter, Geschlecht, typische Probleme und Aufgaben, Interessen oder Kaufverhalten: Wie sieht der ideale Kunde oder die perfekte Klientin aus, deren Anforderungen genau Dein Angebot erfüllt? In der Marktforschung arbeitet man für solche Aufgabenstellungen mit Zielgruppen-Personas, und das kannst Du auch: Hypothetische Idealkunden erstellen und für diese dann Kampagnen entwickeln.

4. passende Plattformen festlegen

Vom halb anonymen witzigen Schlagabtausch auf Twitter bis hin zu professionellen Publikationen auf LinkedIn: Die sozialen Netzwerke sind zahlreich und Du verschwendest Deine Zeit, wenn Du Dich auf denen tummelst, über die sich Deine Zielgruppe schlecht ansprechen lässt, während sie auf anderen aktiv ist. Schau Dich um, guck Dir Wettbewerber*innen und „Best Practices“ an und leg dann sorgfältig fest, welche der vielen Plattformen Du gerne beackern möchtest – und welche eher nicht.

5. erste Strategie festlegen

Eine Social Media Strategie muss so wandlungsfähig sein wie die Algorithmen der großen Netze, auf denen Du Erfolge verzeichnen willst. Aber irgendwo musst Du anfangen, und daher solltest Du Dir überlegen, wie Du wo Deine Zielgruppe ansprechen möchtest und welches Budget Du für welche Aktionen verwenden willst, welche Sprache typisch für Dich sein soll und welche Bildmotive passen – und auch, wie Du die Ergebnisse messen möchtest. Dann heißt es, Testballons zu starten … und flexibel zu bleiben, Dinge zu probieren und die Strategie aufgrund der gemachten Erfahrungen anzupassen.

6. vermarkte Deine Produkte und Dein Angebot

Schau Dir zuerst an, wie man welchen Social Media Kanal am besten einsetzen kann: XING für b2b Kommunikation, Twitter für Events, Facebook für Aktionen und Events … dann vermarkte und verkaufe Deine Produkte oder Dein Angebot, sprich: Ergänze Dein Angebot an Inhalten um Ziele, Calls-to-Action und Werbeanzeigen, die Deine CTA noch unterstreichen und verstärken. Präsenz alleine hilft nämlich nicht beim Verkaufen, Du musst schon zeigen, was Du überhaupt möchtest.

7. Qualität vor Quantität

Statt überall mitzumischen, entscheide Dich nur für wirklich gut geeignete Netzwerke. Statt tonnenweise Texte zu produzieren, lieber ein- bis zweimal wöchentlich einen guten, aus dem Deine Zielgruppe sich konkrete Anregungen und Angebot mitnehmen kann. Statt breit gestreuten Anzeigen lieber eine präzise passend zu einer guten Nische. Dann heißt es: Dranbleiben und durchhalten.

Social Media Marketing für Kleinunternehmen in 7 Schritten

  • 1. Tools und Apps für professionelle Abwicklung nutzen
  • 2. Kommunikationswege und Kontaktdaten von Anfang an planen
  • 3. Zielgruppe identifizieren und Potenziale herausarbeiten
  • 4. Profile auf (nur) den passenden Social Media Plattformen
  • 5. Strategie festlegen und mit Testläufen durchstarten
  • 6. Angebote und Produkte vermarkten und mit CTA voranbringen
  • 7. Qualität vor Quantität und Durchhalten auf der Langstrecke

Erfog als Langstreckenziel: Social Media Marketing für Kleinunternehmen

Wie bei allen anderen strategischen Maßnahmen auch wirst Du einige schnelle Erfolge erzielen, aber erst auf der Langstrecke wirklich sehen, wie gut es läuft und wo Du eventuell Dinge ändern musst. Denk daran, auch ein Social Media Monitoring einzurichten und mit einem Tool zu überwachen, wo über Dich und Deine Firma gesprochen wird.

Denn das ist das Ziel: So bekannt sein, dass andere über Dich und Dein Angebot sprechen und sofort an Dich denken, wenn das virtuelle Gespräch auf Dein Thema kommt.

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends und Online Navigation

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