Social Media Mindset Marketing für Kleinunternehmen - sinnvoll oder nicht?

Erfolgreiches Social Media Mindset fürs Marketing: Jetzt durchstarten!

Musst du wirklich überall vertreten sein, machen was alle machen und jeden Tag Zeit investieren, um mit Social Media Marketing gut weiterzukommen? Natürlich nicht!

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Ein paar Gerüchte über Marketing in den sozialen Netzwerken halten sich hartnäckig und führen dazu, dass viele denken, irgendwas total falsch zu machen oder leider gar nicht sämtliche Potenziale auszunutzen, obwohl sie sich bemühen. Wir rücken die präsentesten dieser Mythen für dich zurecht, damit du wieder kraftvoll zupacken magst und 2020 mit dem richtigen Social Media Mindset beginnst.

Ein weit verbreiteter Selbstvermarktungs-Irrtum online besteht darin, dass es eine ganz tolle Idee sein muss, das zu machen, was alle machen. Schließlich machen es ja alle. Tatsächlich mag zum Beispiel das erste spontane Wackelvideo vor der heimischen Bücherwand zwar noch eine lustige Idee gewesen sein. Inzwischen sind schlechte Live-Aufnahmen ohne Konzept von Menschen, die unprofessionell ihre Video-Hausaufgaben machen wohl eher eine Quälerei. Vor allem für die Zielgruppe.

Mach‘ dein eigenes Ding

Wenn du auf der Suche nach Vermarktungsideen bist und dich von anderen inspirieren lassen möchtest, solltest du dein Social Media Mindset mit folgender Überlegung geraderücken: Sind die Menschen, die dir als Anregung dienen sollen, laut und präsent? Offensichtlich. Aber sind sie auch erfolgreich? Nicht immer geht dies Hand in Hand. Doch wer aufmerksam ist, sieht den Unterschied.

Hast du dich dafür entschieden, eine Idee zu übernehmen, dreh sie um. Mach deine eigene Sache daraus, such dir einen eigenen Angriffspunkt oder einen neuen Blickwinkel. Solltest du zum Beispiel dein Herz an die Idee gehängt haben, mit Live-Videos zu arbeiten, mach es anders und besser: Schreib dir ein grobes Drehbuch, such dir eine professionell oder originell wirkende Umgebung, achte auf wenig Blupp und viel Nutzwert in deinem Konzept – mach dein eigenes Ding aus der adoptierten Idee.

Denn einfach machen was alle machen, das ist zwar einfacher. Aber nicht der Weg zum Erfolg.

Social Media Mythos: Die Nutzung sozialer Netzwerke ist kostenlos

Nur weil es nichts kostet, eine Fanpage anzulegen, ein Profil bei Instagram und einen Twitter-Account zu haben, ist es noch lange nicht kostenlos, Social Media Marketing zu betreiben. Oder ist deine Zeit neuerdings nichts mehr wert?

Wenn du dir klar machst, wie viel Zeit und Aufmerksamkeit in eine wirklich erfolgreiche Online-Präsenz gesteckt werden müssen, denkst du hoffentlich nicht mehr, dass »all das ja nichts kostet«. Rechne doch einfach mal in Stundensätze um, was du wöchentlich oder jährlich online in den Netzen investierst, selbst wenn du an nur 200 Kalendertagen jährlich jeweils nur 30 Minuten online aktiv bist. Niemals würdest du die Entwicklung einer Website für Tausende von Euro oder eines Flyers für eine hohe dreistellige Summe mal so nebenbei dahingeschlampert mitlaufen lassen.

Aufs Jahr gerechnet gibst du aber mehr Geld (in der Währung Zeit) dafür aus, in den Social Media präsent zu sein. Deshalb solltest du auch das passende Social Media Mindset betreiben und jede einzelne Aufgabe professionell lösen, um möglichst erfolgreich zu sein.

Wähl‘ dir sorgfältig aus, welche Plattformen du bespielst

Dazu gehört auch, sich nicht zu verzetteln und nicht für jede verfügbare Plattform eine separate Strategie zu betreiben. Zwar ist es durchaus wichtig, in jedem Social Media Netzwerk deinen Namen oder deine Marke zu reservieren und das Profil auszufüllen, indem du dein Logo und deine Informationen angibst wie den Link zu Website und Impressum. Das ist heute einfach nötig, damit keine Verwechslungsgefahr besteht und niemand auf deinen Ideen »trittbrettfahren« kann.

Es heißt aber nicht, dass du nun für jedes visuelle Netzwerk, jedes Business-Netz und jede große Plattform über einem eigenen sehr detaillierten Strategiepapier schwitzen musst. Twitter funktioniert ganz anders als Instagram als LinkedIn als Pinterest. Das sind im Grunde eigene Welten. Du solltest also identifizieren, wo sich deine Zielgruppe bevorzugt tummelt und deine Beiträge für dieses Netzwerk optimieren. Die anderen befüllst du dann ebenfalls mit diesen Infos, wenn es passt.

Alle anderen kochen auch nur mit Wasser. Die Erfolgreichen aber haben begriffen:

  • was alle machen, ist nicht automatisch das, was alle erfolgreich macht
  • was kostenlos genutzt werden kann, ist deswegen noch lange nicht kostenlos
  • nicht alle vorhandeen Social Media Plattformen müssen bespielt werden
  • es kommt nicht darauf an, fünfmal am Tag zu posten, nur auf Regeläßigkeit
  • Social Media bringt nicht sofort neue Kunden, aber es bindet vorhandene sehr gut
  • die Freebie-Welle ist durch

Der Mythos von der Postingfrequenz

Immer wieder liest man online die Empfehlung, jeden Kanal mindestens drei- bis fünfmal am Tag zu bespielen. Das mag wunderbar klappen, wenn du zufällig so viel Content hast, dass du deine Lesenden dann auch nach Monaten nicht langweilst. Falls das nicht der Fall ist, solltest du dich entspannen.

Es ist wichtig, regelmäßig zu posten (und auch immer mal Geld in die Hand zu nehmen, um deine nützlichsten Einträge zu pushen). Aber das kann auch dreimal wöchentlich ein tolles Posting sein statt dreimal am Tag. Pfleg‘ dein Social Media Mindset hin zu Qualität, nicht zu Massenware: Wenn deine Postings klug und gehaltvoll sind, so ist dies besser als Dauerbeschallung und Wiederholung der immer gleichen Infos und Links oder Werbeversuche.

Viel einfacher wird Vorausplanen, Organisation und Posten übrigens mit einem Social Media Dashboard.

Social Media ist mehr Kundenbindung als -gewinnung

Hartnäckig hält sich der Mythos, dass man nur kostenlose Profile auf Social Media Plattformen nutzen muss, und neue Kundschaft kommt gerannt. Strategisch gut aufgesetzte Kampagnen bringen tatsächlich erfreulich oft eine Umsatzsteigerung, Social Media pur funktioniert aber eher auf einem Umweg: Bestehende Geschäftskontakte helfen dabei, von einer größeren Zielgruppe wahrgenommen zu werden, indem du Kundenbindung und -information betreibst und sie darauf reagieren.

Das ist für dein Social Media Mindset wichtig, denn so gehst du mit der passenden Erwartungshaltung an diese Aufgabe und weißt auch bereits, dass du noch mehr auffahren musst in Form von Anzeigen, Angeboten und Kampagnen, wenn viele neue Kund:innen angezogen werden sollen.

Der lästigste Mythos: Kunden gewinnt man durch Geschenke

Irgendwann kam mal jemand auf die schlaue Idee, potenzielle Kundschaft müsse sich durch Videos und Newsletter quälen, um am Ende einen kostenlosen Download zu ergattern, der dann eindrucksvoll demonstrieren würde, wie sehr eine Zusammenarbeit sich lohnt.

Auf die große Masse gesehen bringt es sicherlich auch einigen noch etwas. Aber tatsächlich ist die Freebie-Welle durch und 2020 muss man sich etwas Besseres überlegen – Marketing Professionals spötteln bereits untereinander über die Größe ihrer »Freebie Graveyards«, den Berg heruntergeladener und niemals geöffneter Give-Aways.

Kundschaft gewinnst du durch Geschenke, wenn du konkreten Nutzwert lieferst in Form von Blogposts, Artikeln, Podcasts, Webinaren und Impulsvorträgen. Nicht indem du sie zwingst, eine Aufzeichnung vorzuspulen, um zum Hinweis zu gelangen, wo es ein „Freebie“ gibt, das dann aus einem Download in Form einer Checklist oder eines abgespeckten E-Books besteht.

Deine Freebies sind aber sensationell und wertvoll? Vielleicht. Aber gerade dann haben Sie es ja verdient, geöffnet zu werden und nicht nur eingesammelt. Als erstes solltest du den Namen von ‚Freebie‘ weg ändern und dann überlegen, ob ein professionell optimierter Blogpost mit einer Blogparade oder Instagram Challenge dir nicht mehr bringt, wenn du deinen Download anpreisen möchtest.

Das perfekte Social Media Mindset …

… gibt es nicht. Aber es gibt mentale Stolperfallen, in die wir alle irgendwann tappsen. Weil Social Media Marketing immer nur eine von vielen Aufgaben für Einzelkämpferinnen sein kann. Umso wichtiger, in der kostbaren knappen Zeit das volle Potenzial zu nutzen und aus dem nebenbei laufenden Mitmischen eine Strategie zu machen.

  • Foto: © Rawpixel.com – stock.adobe.com
Über den Autor
Carola Heine
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