Start-up PR – drei Praxistipps

3 Tipps für den Einstieg: Start-up PR

Nichts ist so wichtig für ein frisches Start-up wie die Aufmerksamkeit von Zielgruppe und Medien. Dummerweise ist selten das Budget für eine Hochglanz-Agentur mit ausgefallenen Ideen da, wenn Du mit der Umsetzung einer Geschäftsidee gerade erst anfängst. Was also tun in Sachen Start-up PR, wenn der Businessplan steht, die Geldgeber gefunden sind und die Website endlich online geht?

Ganz einfach: Selbst mit PR-Arbeit beginnen und in der Praxis nutzen, was Du bereits über Deinen Zielmarkt gelernt hast. Die wichtigsten drei Schritte haben wir für Dich notiert:

1. Bring Deine Basics in Ordnung: Unternehmens-Infos, Pressemitteilungen und Bildmaterial

Kein Start-up ohne Internetpräsenz. Doch auf nur erstaunlich wenigen Websites von Jungunternehmen finden sich brauchbare Infos für die Presse. Das „About“ sollte eine Geschichte erzählen und nicht nur stumpfe Fakten listen. Im Download-Bereich müssen Journalisten nicht nur das Logo und ein Passfoto des „Gründers“ finden, sondern Action Shots aus der Selbstdarstellung eines Start-ups.

Und da viele Journalisten eher wenig Zeit haben, sind professionell aufbereitete Pressemitteilungen in verschiedenen Formaten wichtig, denen man schon nach wenigen Minuten des Lesens entnehmen kann, worum es geht und was das Alleinstellungsmerkmal des Start-ups ist, mit dem ein Bericht sich beschäftigen soll.

Pressemitteilungen wiederum gehören zu jedem Meilenstein und jedem bemerkenswerten Ereignis rund um das Start-up, und anschließend gehören sie ins Website-Archiv. Nicht vergessen: Auch ein vollständiges Impressum und sämtliche Kontaktdaten des Ansprechpartners für Fragen gehören in den Pressebereich, ebenso wie die Adressen aller Kanäle in den sozialen Netzwerken, auf denen Dein Start-up aktiv ist.

2. Präsenz in den sozialen Netzwerken: Gesicht zeigen, Marke aufbauen, eigene Stimme entwickeln

Denn selbstverständlich solltest Du Dich auch dort virtuell aufhalten, wo Deine Zielgruppe ihre Zeit verbringt: Auf Twitter, Facebook, LinkedIn oder Pinterest, Instagram oder Snapchat. Auch dort schauen Interessierte vorbei, um sich einen Eindruck zu verschaffen.

Und dann ist es wichtig für die Start-up PR, dass Du nicht nur irgendwie eine Social-Media-Präsenz hast, sondern eine hörbare und wiedererkennbare Stimme in Deinen Netzwerken.

Dreh- und Angelpunkt aller Social-Media-Aktivitäten ist ein eigenes Blog, in dem Deine Inhalte gut auffindbar archiviert und suchmaschinenoptimiert werden können. Anschließend ergänzt Du sie um weitere Infos und Posts und verteilst sie auf den Kanälen, die Du für Dich als relevant ermittelt hast.

Journalisten, Blogger, Redakteure und auch Deine Zielgruppe tummeln sich vermehrt in allen Netzen und diese dienen auch immer mehr Fachjournalisten als Informationsquelle.

Daher ist es wichtig, dass Du als Vertreter Deiner Branche wahrgenommen wirst: Als Kommentator, als Autor, als Experte, als Diskussionspartner. Sowohl auf Social-Media-Kanälen als auch auf Events, Branchentreffen, Barcamps, Kongressen und Bloggertreffen.

3. Networking: Kontakte aufbauen und pflegen, sorgfältig konzipierte Verteiler erarbeiten und bedienen

Die ebenfalls an Deiner Branche interessierten Menschen, insbesondere Journalisten und Blogger, sind wichtige Verbündete bei der Vermarktung von PR-Inhalten Deines Unternehmens. Es hat keinen Zweck, wahllos möglichst viele Kontakte einzusammeln, die wichtigsten erkennst Du an ihrer Durchschlagkraft und daran, dass Ihr tatsächlich Themen habt, über die Ihr Euch austauscht, und an der Interesse an Deiner Firma.

Je relevanter Dein Content für Deine Branche ist, umso eher findet er seinen Weg in die Öffentlichkeit. Der Rest hängt von der Qualität der Darstellung der Inhalte und von Deinem Timing ab: Pressemitteilungen passen im Idealfall zu aktuellen Anforderungen, Terminen oder Events, damit möglichst viele Journalisten einen Anreiz haben, das Thema aufzugreifen.

Start-ups haben den Vorteil, aber nicht das Alleinstellungsmerkmal, etwas Neues im Angebot zu haben. Finde den passenden Rahmen, in dem Dein Produkt oder Deine Geschäftsidee auf die Zielgruppe trifft und setz mit Deiner PR dort an.

Wenn Du beispielsweise eine Gesundheits-App entwickelt hast, kannst Du diese im Rahmen der Start-up PR mit einer Pressemitteilung lancieren, die deren Vorteile hervorhebt und sich an die Zielgruppe wendet, deren Problem ganz konkret gelöst wird und an Blogger, die sich mit diesem Thema bereits beschäftigen. Du kannst in der Mitteilung fünf konkrete Tipps nennen oder ein Thema auch m al kontrovers aufgreifen und ganz neue Aspekte hervorheben. Wenn Dein Presseverteiler aus dem richtigen Kreis aus Fachjournalisten mit Gesundheitsschwerpunkten besteht, hast Du mit Deinem frischen Input eine gute Chance, dass diese mit einer Veröffentlichung einsteigen.

Eine App alleine ist keine News. Welches Problem sie löst, wo sie etwas ganz Neues auf einzigartige Weise anbietet und welche spannenden Themen in diesem Umfeld berührt werden, das ist schon eher eine Erwähnung wert. Aber nicht für jeden, also lass Dich nicht entmutigen und bleib weiter am Ball: Irgendwann wirst Du es schaffen, mit genau Deinem Thema als relevant wahrgenommen zu werden, Berichterstattung ist dann nur der logische nächste Schritt.

Nicht vergessen bei der Start-up PR:

Damit Du auffindbar bist, Dein Thema für Google optimiert wird und Menschen bei Dir finden, was sie suchen, gilt als Faustregel: Jede Pressemitteilung wird begleitet von professionellem Bildmaterial, einem Blog-Beitrag und der Verteilung in Social-Media-Kanälen.

Wenn es zu Deinem Produkt passt, kannst Du auch ein Youtube-Video ergänzen oder zu Instagram einladen, auf XING eine Unternehmensseite einrichten oder eine Pinterest-Aktion machen.

Wichtig ist, dass Du dort unterwegs bist, wo Fachjournalisten Deiner Branche und die Zielgruppe sind – und Dich auch beteiligst.

13.04.2016