Start-ups und Konzerne können ideale Partner sein

Start-ups und Konzerne können ideale Partner sein

Was bringen Kooperationen etablierten Unternehmen, was haben Start-ups davon, mit Konzernen zu arbeiten?

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Vom „Clash of Cultures“ ist die Rede, wenn es um Start-ups und Konzerne in Bezug auf Kooperationen geht. Denn einerseits liegt es auf der Hand, dass etablierte Unternehmen und agile Innovatoren enorm voneinander profitieren können. Andererseits entscheiden am Ende an vielen relevanten Schnittstellen aber einzelne Personen.

Deren Vorurteile oder vielmehr Vorbehalte bremsen Experimente häufig aus oder stehen einer Zusammenarbeit sogar von vornherein im Weg. Unternehmen halten Start-ups beziehungsweise deren Teams häufig für chaotisch oder gar unzuverlässig. Aus der Sicht von Start-up Gründern wiederum sind etablierte Unternehmen schwerfällig und entscheidungsschwach. Das ist das Ergebnis einer verhältnismäßig kleinen gemeinsamen Studie von Microsoft und den Gründer-Magazinen The Hundert und Berlin Valley bereits im Jahr 2015 – befragt wurden ca. 70 Start-ups und um die 40 große Firmen.

Die Umfrage ist zwar aufgrund der vergleichsweise geringen Anzahl Befragter nicht wirklich repräsentativ, aber zeigt trotzdem einige typische Potenziale, Sollbruchstellen und Vorbehalte aufgrund von Erfahrungen und falschen Erwartungshaltungen auf.

Start-ups sind chaotisch, Konzerne unflexibel … alles nur Vorurteile?

„Start-ups und etablierte Unternehmen können enorm voneinander profitieren“, betont Peter Jäger, der als Senior Director Developer Experience and Evangelism (DX) und Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland auch den Berliner Accelerator des Unternehmens verantwortete. „Gründer, die die digitale Transformation mit Mut und Entschlossenheit, Offenheit, Experimentierfreude und technologischem Know-how vorantreiben, sind eine wertvolle Quelle der Inspiration für bestehende Firmen.“

Doch bis sich diese Erkenntnis durchgesetzt hat, dauert es wohl noch. Rund 40% der befragten etablierten Unternehmen fanden, dass die Start-up Gründer unrealistische Vorstellungen in Bezug auf Kooperationsmöglichkeiten haben, chaotisch bis unstrukturiert sind und die eigene Leistungsfähigkeit überschätzen. Die Start-ups wiederum befürchten Geschwindigkeitsverluste und beklagen eine zu geringe Innovationsfreude und Risikobereitschaft und kämpfen gegen das Image der Kurzlebigkeit. Konzerne und Mittelständler agieren ihnen zu schwerfällig und konservativ.

Dabei überwiegen die Vorteile von Kooperationen, wenn Start-ups und Konzerne sich für eine Zusammenarbeit entscheiden.

Wenn Start-ups und Konzerne zusammenkommen, überwiegen die Vorteile

Bekannte große Partner sorgen für ein besseres Image und einen Vertrauensgewinn bei der Zielgruppe, wenn ein Start-up sich auf eine Kooperation einlässt. Nahezu zwei Drittel der befragten Gründer sahen zudem eine bessere Kundenvernetzung sowie eine schnellere Markterschließung als große Chancen für ihre Teams. Ebenfalls vorteilhaft ist es, dass Start-ups auf einen reichen Erfahrungsschatz von Fachleuten zurückgreifen können, die in gemeinsame Projekte eingebunden werden. Sie können sich abschauen, was ihnen an den etablierten Strukturen gefällt und trotzdem systematisch starren Hierarchien ausweichen.

Etablierte Unternehmen wiederum hoffen auf Innovation und Inspiration. Denn Stillstand und Unkenntnis neuer Trends sind gefährlich für Firmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen müssen, um sich am Markt zu halten. Agile Arbeitsweisen, modernste Tools und Apps, ein selbstverständlicher Umgang mit neuen Technologien und starke Netzwerke der Start-ups bereichern Projekte und Teams der Konzerne, die dafür finanzielle Möglichkeiten, bewährte Infrastruktur und Erfahrung mitbringen.

Die begeisternde Einstellung von Menschen in Gründungsprozessen ist belebend und mitreißend – wenn sich die richtigen Firmen finden, profitieren beide und Wachstum ist vorprogrammiert. Voraussetzung ist eine aufgeschlossene Einstellung bei Entscheidern auf beiden Seiten und die Möglichkeit, trotz bewährter Strukturen die kreative Start-up Mentalität zu leben. Dabei helfen gemeinsame Events, moderne Arbeitsplätze fernab weißer Resopal-Konferenztische und flexible mobile Arbeitsweisen, Accelerator- und Förderprogramme wie lexRocket sowie professionelle Software-Lösungen wie lexoffice.

Start-ups bringen frische Ideen und Experimentierfreudigkeit mit. Sie lösen neue Probleme, bevor Großkonzerne deren Umsatzpotenzial erkennen. Etablierte Firmen wiederum können es sich leisten, auch in Flauten noch am Ball zu bleiben und das nächste Experiment zu starten. Große Namen helfen starken Ideen, junge Teams bringen frisches Blut.

Über den Autor
Carola Heine
"lexoffice macht (mir) Spaß, das ist bei der Erfüllung unternehmerischer Pflichten ja sonst eher selten der Fall. Aber unterwegs mal eben Belege buchen oder noch beim Kunden eine Rechnung versenden, das passt schon sehr gut zum Leben moderner Dienstleister. Ich bin begeistert davon, wie diese Online-Buchhaltungslösung sich in den letzten Jahren entwickelt hat und schon gespannt auf die nächsten Erweiterungen."Bloggerin und Content Marketing Strategin Carola Heine aus Düsseldorf bloggt bereits seit 1996. Als Freelancerin und IT-Fachjournalistin mit den Schwerpunkten Marketing, Existenzgründung und Selbstständigkeit ist sie Teil der lexoffice Zielgruppe und Community und schreibt fürs lexoffice Blog Artikel rund um alle Trends und Themen, die Unternehmer beschäftigen.Vorschläge für Themen, die Start-ups und Gründer brennend interessieren könnten, werden von ihr jederzeit gerne entgegengenommen und geprüft :-)

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