Steuerexpertin Constanze Elter im Interview

Steuerexpertin Constanze Elter im Interview

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Bis gestern um Mitternacht haben wir drei Exemplare ihres Buchs „Freiberufler fit fürs Finanzamt“ verlost, heute freuen wir uns über die Gelegenheit, Constanze Elter persönlich zu interviewen.

lexoffice: Du sagst von dir, dass Steuern eins deiner Lieblingsthemen sind. Wie ist es dazu gekommen? Wieso ausgerechnet Steuern?

Constanze Elter: Offen gestanden bin ich während meines Studiums gewissermaßen ins Thema gestolpert: In dieser Zeit habe ich lange in einer Steuerkanzlei gejobbt. Zunächst als schreibende Aushilfe, später wurde ich dann in die Tiefen des Buchens und Kontierens eingeführt. Und da habe ich gemerkt: Das Thema Steuern macht mir Spaß.

Als ich später dann als Wirtschaftsjournalistin angefangen habe, war die Spezialisierung recht naheliegend, daher habe ich mich in dem Bereich fortgebildet und berufsbegleitend einige Semester Jura studiert.

Wenn es so etwas wie Buchhalter-Gene gibt, habe ich die sicherlich von meiner Mutter geerbt: Sie hatte viele Jahre lang ein kleines Geschäft. Oft saßen wir am Wochenende zusammen und ich habe ihr beim Führen des Kassenbuchs über die Schulter geschaut, mit ihr die Lieferantenbelege geordnet oder einmal im Jahr bei der Inventur geholfen. Und schon damals habe ich festgestellt, dass man auf diese Weise einen strukturierten Überblick über die finanzielle Situation des eigenen Unternehmens gewinnt.

lexoffice: Wer profitiert besonders von deinem Buch? Für wen hast du „Freiberufler fit fürs Finanzamt“ geschrieben?

Constanze Elter: Das Buch soll vor allem Hemmschwellen abbauen. Viele Freiberufler machen beim Thema Steuern Augen und Ohren zu, frei nach dem Motto „Das verstehe ich sowieso nicht.“
Es ist aber wichtig, sich persönlich mit Steuern und Finanzen zu befassen, über seine Zahlen Klarheit zu haben und zumindest Grundkenntnisse in Sachen Buchführung zu besitzen. Denn nur, wer Überblick über seine Einnahmen und Ausgaben hat und die Zahlen aus der Buchführung richtig interpretieren kann, weiß, ob er wirtschaftlich arbeitet.

Den Steuerberater kann und will das Buch nicht ersetzen. Ein Experte, der sich als betriebswirtschaftlicher Hausarzt versteht und eine Rundum-Beratung für ein Unternehmen bietet, ist aus meiner Sicht unverzichtbar für jeden Freiberufler. Und komplexe Steuerfragen – wie Abschreibungen oder die richtige Einordnung des Firmenwagens – sollten Freiberufler ohnehin dem Steuerfachmann bzw. der Steuerberaterin überlassen.

lexoffice: Wer macht bei dir die Steuern und die Buchhaltung?

Constanze Elter: Zu meinen liebsten Tätigkeiten gehören die Buchhaltung und die Umsatzsteuer-Voranmeldung, das würde ich schon wegen des Spaßfaktors gar nicht auslagern wollen. Den Jahresabschluss erstellt meine Steuerberaterin, die mir auch betriebswirtschaftlich Tipps gibt.

Ich nutze die gleiche Software wie meine Steuerberaterin – über einen Arbeitsplatz im Netzwerk. Das hat den Vorteil, dass die Daten verschlüsselt hin- und hergeschickt werden können und nichts doppelt eingegeben werden muss.

lexoffice: Wie hältst du dich über deine Themen auf dem Laufenden?

Constanze Elter: Gerichtsentscheidungen, Mitteilungen und Schreiben des Bundesfinanzministeriums, Fach-Newsletter sowie einschlägige Magazine von Steuerverlagen und natürlich die einordnende Fachliteratur: Da gibt es eine Menge Stoff, den ich regelmäßig lese.

Manches lese ich quer, anderes aufmerksam und durchaus auch mal doppelt. Ein bis zweimal im Jahr besuche ich Tagungen, auf denen sich die Branche der Steuerberater trifft – etwa den Deutschen Steuerberatertag. Wenn ich Zeit habe, gönne ich mir selbst eine Fortbildung – meist beim Studienwerk der Deutschen Steuerberater. Dort vermitteln Experten aus der Finanzverwaltung auf interessante und amüsante Art und Weise die neuesten Vorschriften, Urteile und deren Anwendung.

lexoffice: Nutzt du Webdienste und wenn ja, welche? Auf welche Services und Software willst du nicht mehr verzichten?

Constanze Elter: Im Bereich Steuern nutze ich vor allem für die Buchhaltung ein Software-Programm. Die Software generiert neben betriebswirtschaftlichen Auswertungen auch andere Geschäftsdaten und Analysen, die ich bei der Interpretation meiner Kennzahlen sehr hilfreich finde.
Alles andere läuft bei mir noch „analog“, sprich, mit einer Rechnungsvorlage als Textdokument, Stundenlisten als Excel-Tabellen und selbstgebastelten Auswertungen. Der Vorteil daran ist das Individuelle – also das, was meinem kleinen Unternehmen am besten nutzt.

lexoffice: Solltest du für das Erstellen von Rechnungen dann doch irgendwann einmal auf eine professionelle Lösung wechseln wollen: Wir hätten das passende Rechnungsprogramm 😉

Vielen Dank für das nette Interview und weiter viel Erfolg und Freude an Steuern und Buchhaltung!

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Constanze Elter hat in Köln, Bonn, Berkeley (Kalifornien) und Washington D. C. Amerikanistik, Politische Wissenschaften und Germanistik studiert und eine Ausbildung zur Rundfunkjournalistin absolviert. Sie war als Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk, beim WDR und beim Deutschlandfunk tätig und hat sich schließlich 2002 selbstständig gemacht und ihr Unternehmen „Steuern – leicht gemacht!“ genannt.

Wir haben drei Exemplare von „Freiberufler fit fürs Finanzamt“ verlost und werden die Gewinner zeitnah per Mail benachrichtigen.

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends und Online Navigation

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