Studie "Arbeitswelt nach Corona": Digital macht zufriedener

Studie „Arbeitswelt nach Corona“: Digital macht zufriedener

Hybrid und flexibel, so wünschen Mitarbeiter:innen sich ihren Arbeitsplatz. Nun muss es sich noch bis in die Führungsetagen herumsprechen.

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Spannend für alle mit Führungsverantwortung: Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. hat jetzt untersucht, wie sich die Arbeitswelt durch die Corona-Pandemie verändert hat. Vor allem eines zeigt das Ergebnis deutlich: Die Vorstellungen über den Arbeitsalltag nach Corona unterscheiden sich sehr stark, je nachdem ob man Führungskräfte oder Mitarbeiter:innen befragt.

Anna Kaiser

BVDW-Vizepräsidentin

„Die Studie zeigt deutlich, dass sich die Vorstellungen von Mitarbeitern und Führungskräften unterscheiden.“ resümiert BVDW-Vizepräsidentin Anna Kaiser (Tandemploy).

Die Ergebnisse lassen auch erkennen, dass insbesondere die Arbeitnehmer:innen der digitalen Wirtschaft künftig flexibler arbeiten möchten. Es wird also kein Zurück zur alten Normalität vor der Pandemie geben.

Digitiale Unternehmen im Vergleich zu „herkömmlichen“

Wie unterschiedlich sehen Führungskräfte und Mitarbeiter:innen die Auswirkungen der Pandemie in Bezug auf ihren Arbeitsplatz? Wie sehr weichen dabei „klassische“ Unternehmen von digital aufgestellten Firmen ab?

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. hat in einer so genannten bevölkerungsrepräsentativen Umfrage sowie in einer Befragung der eigenen Mitgliedsunternehmen untersucht, wie sich unsere Arbeitswelt durch die Corona-Pandemie verändert hat.

Von den Mitgliedsfirmen des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. wollen nur magere drei Prozent wieder arbeiten wie vor der Krise. Auch bei den nicht so digital aufgestellten Firmen möchten nur 25 Prozent ins alte „Präsenz-Modell“ zurück – das sind überwältigende 75% für den digitalen Wandel auch am eigenen Arbeitsplatz.

53 Prozent der Befragten der bevölkerungsrepräsentativen Umfrage und 70 Prozent der Befragten der BVDW-Mitgliedsunternehmen möchten lieber selbst entscheiden, wo sie über welchen Zeitraum arbeiten. Denn beim flexiblen Modell ist von 100 Prozent Home-Office bis zu 100 Prozent Präsenzzeit im Büro alles möglich.

Einig sind sich also alle befragten Mitarbeiter:innen darin, dass sie überwiegend ein flexibles Modell bevorzugen und nicht zum alten Status Quo zurückmöchten. Die Chefs und Chefinnen der digitalen Wirtschaft sind mit 93% der Befragten dafür, die hybriden und flexiblen Modell beizubehalten – circa 40 Prozent der Befragten der bevölkerungsrepräsentativen Umfrage geben jedoch an, dass sie nach der Pandemie zu einem Präsenz-Modell zurückkehren werden.

Hybride und flexible Arbeitsplatzmodelle auf dem Vormarsch

Digital aufgestellte Unternehmen haben innovative Führungskräfte: 70% der BVDW-Mitglieder planen hybride Arbeitsplatzmodelle.

Dabei können Arbeitnehmer jeweils in einem festgelegten Rahmen – der in Abhängigkeit des Tätigkeitsfeldes im Unternehmen variieren kann – einen Teil ihrer Arbeit im Home-Office bzw. mobil verrichten. Die Anzahl der Präsenztage und -stunden im Büro ist ebenfalls vorgegeben.

Sowohl die Mitarbeiter:innen der BVDW-Mitgliedsunternehmen (46 %) als auch der nicht-digitalen Wirtschaft (26 %) würden am liebsten zwei Tage in der Woche im Büro arbeiten.

Dies ist bei den Befragten der Studie die bevorzugte Variante, die am häufigsten genannt wird.

Digital macht zufriedener

Im Rahmen der Studie „Arbeitswelt nach Corona“ wurden sowohl unterschiedliche Wahrnehmungen von Mitarbeitern und Führungskräften als auch von Unternehmen der digitalen Wirtschaft und klassischen Unternehmen gegenübergestellt.

Studie zum Download (PDF 68 Seiten)

Hierfür wurden 1.070 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählte Berufstätige in Deutschland und 218 Personen von Mitgliedsunternehmen des BVDW im Juni und Juli 2021 online anonym befragt.

Über den BVDW:

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. ist die Interessenvertretung für Unternehmen, die digitale Geschäftsmodelle betreiben oder deren Wertschöpfung auf dem Einsatz digitaler Technologien beruht. Als Impulsgeber, Wegweiser und Beschleuniger digitaler Geschäftsmodelle vertritt der BVDW die Interessen der Digitalen Wirtschaft gegenüber Politik und Gesellschaft und setzt sich für die Schaffung von Markttransparenz und innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen ein.

Neben der DMEXCO und dem Deutschen Digital Award richtet der BVDW eine Vielzahl von Fachveranstaltungen aus. Mit Mitgliedern aus verschiedensten Branchen sieht sich der BVDW als „die Stimme der Digitalen Wirtschaft“.

Link: Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V.

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Die Studie „Arbeitswelt nach Corona“ wurde in Kooperation mit der Innovationsberatung Facts and Stories aus Hamburg umgesetzt.
www.factsandstories.de

Fit für die Zukunft mit flexiblen Führungskräften

Die Vorteile hybrider Arbeitsplätze sind zahlreich – der wahrscheinlich wichtigste für Unternehmer:innen ist aber, dass familienfreundliche Unternehmen selten Fachkräftemangel haben.

Die digitalen Möglichkeiten sind längst vorhanden: Das hat die Fortsetzung der Pandemie uns gezeigt, als immer mehr Menschen erfolgreich vom Home-Office aus ihrer Tätigkeit nachgehen konnten.

Woran es aber noch fehlt, sind viel mehr Chefs und Chefinnen in Firmen, die nicht in der Digitalwirtschaft arbeiten und trotzdem auf Innovation und hybride Modelle setzen. Wer nicht abgehängt werden will, wird umdenken müssen.

Mitarbeiter:innen tun es bereits.

  • Foto: Adobe Stock chika_milan
Über die Autorin
Carola Heine
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