Team von Vision begeistern

Wie du als Chef:in dein Team für deine Vision begeistern kannst

Ohne eine Vision arbeitest du immer nur Routinen durch und Arbeitsberge ab. Wenn sie niemand mit dir teilt, auch.

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Wäre es nicht wunderbar, wenn alle Mitarbeiter:innen so begeistert von deiner Geschäftsidee und deiner Vision für die Zukunft wären wie du? Nur wenn alle an einem Strang ziehen, wirst du langfristig mit deinem Team erfolgreich sein. Doch wie erreichst du das?

Darum ist deine Vision für dein Unternehmen so wichtig

Du bist davon überzeugt, dass du gemeinsam mit deinen Mitarbeiter:innen unterwegs in eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft sein kannst. Doch du hast auch schon das Phänomen erlebt, dass aus der Begeisterung im Vorstellungsgespräch der Dienst nach Uhrzeit wurde. Du bist voller Begeisterung ein Thema angegangen und hast bemerkt, dass dein Gegenüber die Bedeutung nicht verstehst, die es für dich hat.

Das ist normal. Mitarbeiter:innen befinden sich an einer anderen Stelle der Entwicklung deiner Firma als du. Nicht alle werden verstehen, wozu du deine Vision diskutieren möchtest.

Eine Firma ohne Ziele und Visionen ist ein Arbeitsplatz, an dem routinemäßig durchgearbeitet wird, was anliegt. Das klingt nicht schlimm oder spektakulär, kann aber schnell zu Erschlaffung, Dienst nach Vorschrift und Desinteresse führen – und dazu, dass Angestellte sich von immer neuen Aufgaben ablenken lassen, statt zügig Projekte zu beenden.

Selbst wenn du dich für das Prinzip der unternehmerischen Vision nicht begeistern kannst, mit Deadlines und Abgabeterminen für Projektschritte solltet Ihr also immer arbeiten.

Ohne ein klares Ziel vor Augen fällt es schwer, schnell smarte Entscheidungen zu treffen. Ohne den Zeitdruck, dieses Ziel bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht zu haben, gibt es auch wenig Anlass, schlaue digitale oder automatisierte Lösungen zu finden und so schlufft der Arbeitsalltag vor sich hin, ohne dass jemand die vielen brachliegenden Potenziale bemerkt.

Als Chefin oder Chef hast du eigentlich Besseres zu tun, als in eigener Sache Motivationstraining zu geben.

Doch wie holst du dein Team nicht nur ins Boot – sondern begeisterst die anderen richtig?

5 Tipps, wie du deine Vision wirksam mit deinen Mitarbeiter:innen teilst

Ein wichtiger Schritt, der oft gar nicht erst in Erwägung gezogen wird: Beteilige dein Team an der Entwicklung der gemeinsamen Vision. Damit stellst du sicher, dass auch die anderen sich mit den Zielen und Plänen identifizieren.

1. Kommunikation der Unternehmensvision

Ohne klar zu kommunizieren, wohin die Reise gehen soll, kannst du weder Verständnis noch Interesse erwarten, schon gar nicht Identifikation. Vom Onboarding bis zum regelmäßigen Team Meeting sollte es zur allgemeinen Routine gehören, den gemachten Fortschritt mit der Vision abzugleichen: „Wo wollen wir hin? Wo stehen wir? Was hätten wir anders machen können? Was haben wir gelernt? Was machen wir jetzt daraus?“

2. Individuelle Ziele der Mitarbeiter:innen

Wenn die Menschen in deinem Team verstehen, inwiefern und an welchen Knotenpunkten sie mit Leistung, Fragen oder Entlastung zum Erzielen der Vision beitragen, dann werden sie mit höherer Wahrscheinlichkeit die Einstellung und die Verhaltensweise an den Tag legen, die deiner Vision dienen. Du kannst mit trockenen Beispielen arbeiten: „Wenn du mit App XY dem Team XY pünktlich zuarbeitest, erreichen sie Ziel XX zuverlässig.“

3. Feedback wahrnehmen und umsetzen

Es kann ein schmerzhafter oder nervtötender Prozess sein, sich auf buchstäbliche jede Meinung im Team einzulassen. Es kann aber auch ungeahnte Synergien freisetzen, große Schwachstellen in deiner Idee aufdecken und aus pflichtbewussten Zuhörenden ein engagiert mitwirkendes Mitarbeiter:innen-Team machen. Vielleicht musst du erst die Wege etablieren, auf denen sich jede:r ein Feedback (zu)traut. Aber es wird sich lohnen.

4. Teamwork agil statt Frontalbeschallung

Du bist die Chefin oder der Chef und daran gewöhnt, dass deine Meinung gewinnt und deine Stimme am häufigsten zu hören ist. Erteile möglichst häufig jemandem aus deinem Team eine gute, verantwortungsvolle Aufgabe, bei der diese Person „zu Wort kommt“ und ermuntere Meinungsäußerungen strategisch. So kommt bei euch alles auf den Tisch, was in anderen Firmen vielleicht als Gemunkel bei Externen oder gar Kund:innen landet.

5. Zuckerbrot ohne Peitsche: Nur Zuckerbrot.

Positive Verstärkung, Lob und Ermutigung funktionieren besser als Zurechtweisungen. Ein anerkennendes Wort vor allen anderen, ein Bonus, ein Blumenstrauß oder ein freier Tag oder alles zusammen überzeugen dein Team davon, dass es sich gelohnt hat und lohnen wird, gemeinsam an der Umsetzung deiner Visionen und Ziele zu arbeiten. So einfach und doch für viele so gewöhnungsbedürftig.

Der Unterschied zwischen Elevator Pitch, Mission und Vision

Ein Elevator Pitch fasst das Angebot deines Unternehmens für die Zielgruppe kompakt zusammen – so kompakt, dass es in zwei Minuten gemeinsame Fahrstuhlfahrt passt.

Eine Vision definiert, wo dein Unternehmen in Zeitraum X auf dem Markt vertreten sein will, wofür es stehen und wahrgenommen werden will, weil unternehmerische Pläne erfolgreich umgesetzt wurden. Es ist wie ein Leuchtsignal, dem alle gemeinsam in Richtung Ziel folgen.

Eine „Mission“ legt fest, wie diese Vision erreicht wird. Die Mission fasst alle Aufgaben zusammen, die zur Erreichung der Vision führen. Du kannst sie dir wie das Konzept oder Pflichtenheft hinter der Vision vorstellen, aber mit Terminen und festgelegten Schritten.

Was es heißt, eine Vision zu haben

Wenn dein Unternehmen eine klare und gut kommunizierte Vision hat, so ist dies nicht nur ein cooles Alleinstellungsmerkmal unter Wettbewerber:innen und eine starke Motivation für dich als Unternehmer:in. Die Vision inspiriert auch dein Team zum Handeln.

Mit einer Vision als Orientierungshilfe konzentrieren Mitarbeiter:innen sich wirksamer, sind eher zur internen und externen Kooperation bereit, weil keine Unsicherheit über die zu erreichenden Ziele besteht.

Wie ein Leuchtturm im Meer der vielen Informationen im Arbeitsalltag hilft eine klar definierte und verbreitete Vision dabei, deine Firma nach vorne zu bringen.

Deine Mitarbeiter:innen werden engagierter, zufriedener und loyaler sein. Sie begreifen nämlich sowohl intellektuell als auch emotional viel besser, warum sie überhaupt arbeiten. Mit einer nachhaltigen, positiven Vision stellt sich Zufriedenheit und Akzeptanz ebenso ein wie Motivation.

Du brauchst zwar nicht zwingend Vision, um ein Unternehmen gut zu führen. Aber du wirst sehr davon profitieren, wenn Ihr euch gemeinsam eine zulegt.

FAQ:

Was ist eine unternehmerische Vision?

Eine Vision ist in der Zukunft angesiedelt und beschreibt den erreichten Zustand, wenn ein:e Unternehmer:in die angestrebten Ziele mit dem eigenen Team erreicht. Visionen können sich auf Nachhaltigkeit beziehen, auf Umsatzhöhen, auf Erweiterungen, zusätzliche Filialen, neue Produkte und so weiter. Eine Vision gibt den Zielen einen Rahmen und im Idealfall einen Zeitplan.

Wie finde ich heraus, was eine gute Vision für mich ist?

Als Unternehmer:in hast du viel Verantwortung und zahlreiche Pflichten, aber auch Wünsche und Träume. Du kannst mühelos prüfen, welche sich als Vision für die nächsten fünf, zehn oder mehr Jahre eignen: Welche deiner Sehnsüchte bezieht sich auf deine Firma, dein Team, deinen Wunsch nach einer besseren Zukunft oder dem Traum, einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten? Das beste erreichbare Ergebnis und dann noch etwas mehr, das ist deine/eure Vision.

Braucht jede Firma eine solche Vision?

Nein. Es gibt zahllose Unternehmen, die eine solide Dienstleistung erfüllen und dabei nicht auf Wachstum oder Entwicklung setzen und das ist vollkommen in Ordnung. Visionen machen Freude, bringen Ziele näher und machen Pläne greifbarer, aber dahin führen auch noch andere Wege und Prozesse. Wichtig ist nur, dass du den technologischen Fortschritt nicht versäumst. Aber das ist so selbstverständlich, das ist keine Vision.
  • Foto: Adobe Stock NDABCREATIVITY
Über die Autorin
Carola Heine
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