Tipps für Gründer: Freiberuflich oder gewerblich?

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Die erste Frage, die sich vor der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit als Einzelunternehmer stellt, ist die nach der richtigen Zuordnung: Musst du ein Gewerbe anmelden oder handelt es sich um eine freiberufliche Tätigkeit?

Aussuchen kann man sich das natürlich nicht, auch wenn Freiberuflichkeit einige Vorteile mit sich bringt:

Für eine freiberufliche Tätigkeit ist kein Gewerbeschein erforderlich, es fällt also auch keine Gewerbesteuer an. Einträge ins Handelsregister und eine Mitgliedschaft in der IHK sind nicht nötig, es muss keine jährliche Bilanz abgegeben und keine doppelte Buchführung betrieben werden.

Für Gewerbetreibende sieht das anders aus, sie müssen jeden dieser genannten Punkte erfüllen. Ab einem jährlichen Gewinn von 24.000 Euro fällt dann die Gewerbesteuer an – wie hoch diese ausfällt, kommt auf den Gewerbesteuer-Hebesatz des Landkreises oder der Gemeinde an.

Gewerblich sind produzierende Betriebe: Handwerker, Vermittler wie Makler oder Handelsvertreter und auch kleine Shop-Betreiber – sogar wer nur über Verkäufe auf der Versteigerungsplattform Ebay ein kleines Nebeneinkommen erwirtschaftet, ist gewerblich einzustufen.

Freiberufler unterliegen nicht der Gewerbeordnung, denn sie üben einen künstlerischen, schriftstellerischen, wissenschaftlichen, unterrichtenden oder erziehenden Beruf in selbstständiger Tätigkeit aus.

Einfach ist die Zuordnung aber nicht, im Gegenteil ist oft eine Rücksprache mit dem zuständigen Finanzamt oder einer anderen qualifizierte Stelle erforderlich, denn als was ein Beruf dann in der Einschätzung des Finanzamtes gilt, das kann auch verwirrend sein: Astrologen sind beispielsweise gewerblich tätig, während Bergführer Freiberufler sind.

„Sonstige selbstständige Tätigkeiten“ gibt es dann auch noch, gewerbliche Aufsichtsräte oder Lotterieeinnehmer fallen darunter. Und außerdem hast du auch noch die Möglichkeit, eine freiberufliche mit einer gewerblichen Tätigkeit zu kombinieren.

Das Institut für Freie Berufe Nürnberg hat in dem Informationsblatt „Freier Beruf oder Gewerbe“ eine Checkliste veröffentlicht, mit der du schnell und unkompliziert eine erste Orientierung durchführen kannst: Checklist gewerbliche oder freie Berufe.

Tipp: Mit dem Online-Rechner für den Gewerbesteuer-Hebesatz kannst du prüfen, wie viel Gewerbesteuer bei welchem Gewinn auf dich zukommt.

p.s. Für die Nutzung von lexoffice macht es natürlich keinerlei Unterschied, ob du freiberuflich oder gewerblich tätig bist – lexoffice wird dir in jedem Fall die Organisation im Arbeitsalltag erleichtern.

Über den Autor
Carola Heine
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