Twitter: Spielerei oder Marketing?

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Auf den ersten Blick wirkt die Twitter-Timeline vieler Anwender wie ein rein privater Chat: Da wird geblödelt, das fotografierte Mittagessen gezeigt oder trotz der begrenzten Zeichenzahl ein für Außenstehende undurchsichtiger Dialog nach dem anderen geführt.

Doch wo sich bereits mehr als 500 Millionen Nutzer tummeln, ist mit Sicherheit auch die eigene Zielgruppe vertreten.

Ein guter Grund, sich auch beruflich mit Twitter näher zu befassen und zu prüfen, ob und mit welchem Aufwand der Dienst sich für Marketingzwecke einsetzen lässt.

Ballastfreie Mobilkommunikation

Das Besondere an Twitter ist die begrenzte Zeichenzahl. Bis zu 140 Zeichen müssen jeweils genügen, um empfohlene Links und eigene Informationen zu kommunizieren.

Was wie ein Nachteil klingt, ist Twitters großer Vorteil: Der kostenlose Microblogging-Dienst führt zu Tweets (Nachrichten), die platz- und zeitsparend auf das Wesentliche eingedampft sind und sich trotzdem so unterhaltsam wie informativ lesen – ideal für alle, die das Internet mit dem Smartphone nutzen.

Folge dieser Verdichtung ist unter anderem ein wunderbarer Humor, siehe die eine oder andere Sammlung an „Lieblings-Tweets“.

Fan werden, Follower sammeln

Eine weitere Begleiterscheinung des kompakten Formats ist die Leichtigkeit, mit der sich relevante Informationen verteilen lassen, wenn andere den roten Faden aufgreifen und einen Tweet bereitwillig „retweeten“ (zitieren).

Wer also auf Twitter Persönlichkeit mit Selbstdarstellung und Humor mit Informationsgehalt mischt, hat gute Chancen darauf, eine kleine Community an eigenen Followern (Abonnenten) aufzubauen, die wiederum die eigenen Tweets auch weiterverteilen, wenn es gerade passt.

Vernetzung, Verteilung, Relevanz durch #hashtags

Das Potenzial geht weit über eine private Spielerei hinaus:

Networking für Freiberufler, Marketing für Trainer, Verteilung von Specials und Sonderangeboten sind erfolgreich möglich, internationale und regionale Zielgruppen oder an Themen wie Coaching oder Marketing interessierte User lassen sich über Twitter ebenso erreichen wie Kunden von Produkten.

Mit Hilfe von #Hashtags lassen sich Nachrichten einem Thema zuordnen – alle öffentlichen Tweets, in denen ein bestimmtes Keyword mit Raute davor auftaucht, lassen sich von interessierten Usern als Nachrichtenstrom aufrufen.

So kann auch jemand ohne vierstelligen Follower-Kreis ein großes Publikum erreichen, indem der passende Hashtag zu einer Veranstaltung oder einem Thema verwendet wird. Beispiel: Link auf den Hashtag #cebit2014.

Direkter Twitterdraht zum Kunden

Ein gut gepflegter Twitter-Stream eines Unternehmens ermöglicht außerdem direkten Kundenkontakt, nimmt unmittelbares Feedback auf und kann sogar als Hotline oder Ergänzung zur Hotline dienen, wenn deine Kunden twitter-affin sind.

Für die Nutzung eines Twitter-Accounts fällt kein Entgelt an, wirklich kostenfrei ist er trotzdem nicht:

Nur ein gut gepflegter aktiver Account wird Follower um sich versammeln und durch Interaktion selbst mit interessanten Quellen verknüpft werden. Zeit und Aufwand muss jedes Unternehmen investieren, wenn ein Twitter-Account erfolgreich laufen soll.

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends und Online Navigation

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