Typische Social-Media-Stolperfallen

Typische Social-Media-Stolperfallen

Auch für Freelancer, Selbstständige und Kleinunternehmer hat Social Media viel Potenzial – es sei denn, man tappt in eine der klassischen Fehlerquellen, die den Aufbau einer Marke mit Hilfe der Sozialen Netze erschweren oder fast unmöglich macht.

Erstaunlich häufig handelt es sich bei einem Fehler, der viele der anderen nach sich zieht, ausgerechnet um die Auswahl und Betreuung der Person, die mit der Betreuung der Social-Media-Kanäle beauftragt wird.

Social-Media-Stolperfallen: Kein Freigabeprozess für die Veröffentlichungen auf den Social-Media-Kanälen

Beruflich tun, was Spaß macht – das klingt sehr verlockend und es findet sich im Team oder im Bekanntenkreis immer sofort jemand, der oder die mit Begeisterung zum Social-Media-Manager „aufsteigt“.

Besonders, weil es gerade bei kleinen Unternehmen oft erst einmal darum geht, überhaupt präsent zu sein. Profil-Seiten auf Facebook und Google+ einzurichten, einen Twitterkanal oder einen Instagram-Account zu starten, wo noch keiner ist.

Dann die aktuellen Werbeaktionen und ein paar Links verteilen, da kann ja erst mal nicht viel schiefgehen. So fühlt es sich zumindest an und so legen die meisten kleineren Firmen auch los.

Oft wird dabei vergessen, dass die Person auf den Kanälen die Firma in ihrer Gesamtheit repräsentiert.

Tatsächlich spricht gar nichts gegen „Learning by Doing“, um ein Gefühl für die Themen zu bekommen, die von der Zielgruppe gut aufgenommen werden.

Aber eben nicht ins Blaue hinein und ohne jeden Kontrollmechanismus, sondern immer mit einem Redaktionsplan, der ebenso wie jeder einzelne Artikel im Blog erst freigegeben wird.

So kann man sicher gehen, dass alles inhaltlich harmoniert, dass keine wichtigen Events oder Themen vergessen werden und jede Veröffentlichung zu dem passt, wofür die Firma steht und wie sie sich online zeigen will.

Auch die Shitstorm-Gefahr durch fehlplatzierte Scherze, plumpes Spammen oder unpassende Formulierungen sinkt drastisch durch separate Freigaben.

Spätestens wenn dann doch mal ein Fehler passiert, weiß dann auch der Social-Media-Manager die Vorteile eines redaktionellen Workflows mit Freigaben zu schätzen.

Denn dann gibt es keinen „Schuldigen“, sondern eine gemeinsame Fehleinschätzung, die ebenso gemeinschaftlich gerade gerückt wird.

Stolperfalle: Nörgler, Kritiker und Trolle auf den Social-Media-Kanälen ignorieren

Es gibt eine gewisse Sorte Kommentare, bei denen Löschen wirklich die pragmatischste Lösung ist: SPAM wie Verweise auf fremde Angebote, pornografische Inhalte, ausfallende Beleidigungen.

Bei anderen negativen Kommentaren liegt der Gedanke nahe, sie ebenfalls zu entfernen oder einfach zu ignorieren.

Wenn man schon merkt, dass jemand nicht konstruktiv sein will, stochert und nörgelt und seine „Anmerkungen“ immer wieder, auf allen Kanälen und im Blog wiederholt, scheint es nur logisch, den Störenfried einfach zu entfernen.

Schließlich hat man auf den eigenen Kanälen Hausrecht und auch die Verantwortung dafür, dass alles halbwegs gesittet läuft.

Das Entfernen oder Ignorieren von negativen Kommentaren ist aber keine Lösung.

Wer sich an einem Thema tatsächlich festgebissen hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nur schlimmer, wenn er sich zensiert fühlt.

Nicht aus der Ruhe bringen lassen, die Anmerkungen hinter dem Pöbeln ernst nehmen und darauf eingehen, dann sind negative Kommentare sogar eine gute Sache.

Vor allem sind kritische Kommentare nämlich eine großartige Gelegenheit, sich kunden- und serviceorientiert zu zeigen.

Stolperfalle: Likes und Follower einkaufen, statt mit Inhalten und Anzeigen zu arbeiten

Wer von außen auf eine Social-Media-Präsenz schaut, sieht nicht, ob die Follower- und Fanzahlen einer Seite oder eines Twitter-Profils eine lebendige Community repräsentieren.

Außerdem wimmelt es nur so von verlockenden Angeboten, für kleines Geld diese Zahlen ordentlich zu polieren: Gleich beim ersten Blick in die Google-Ergebnisse findet man Angebote, die 5.000 Facebook-Likes für umgerechnet 90 Euro verkaufen.

Was so verlockend klingt, ist aber tatsächlich riskant und kein bisschen harmlos. Denn die gekauften Fans mögen zwar die Zahl der Follower erhöhen, sie verringern aber die Reichweite der Facebook-Seite, die sich aufgrund der Interaktion echter Fans berechnet.

Wenn viele Fans Beiträge kommentieren, „liken“ oder verteilen, werden weitere Posts auf einer Facebook-Page noch öfter angezeigt in der Timeline der Zielgruppe.

Gekaufte Fans haben keine echten Accounts und werden auch nicht interagieren. Je mehr Likes man kauft, desto schädlicher. Ganz abgesehen von dem Risiko, dass Facebook die Fanpage dichtmacht, wenn die gekauften Likes auffallen.

„Richtige“ Facebook-Anzeigen kann man ebenfalls bereits mit einem niedrigen Budget schalten, um Likes zu generieren. Dann klicken aber nur Menschen, die auch tatsächlich am Thema interessiert sind.

Das geht nicht ganz so schnell und kostet mehr, bringt dafür aber auch wirklich etwas.

Stolperfalle: Social-Media-Kanäle als reinen Werbe-Channel nutzen

Natürlich steigt man als Unternehmer in den Social-Media-Bereich ein, um die eigene Marke voranzubringen. Aber die Kanäle wie Facebook, Google+ und Twitter funktionieren nicht wie Werbe-Spots oder Flyer.

Social Media funktioniert über den Aufbau von Vertrauen, über die Verbindung zur Community rund um das Produkt.

Nur und ständig Werbebotschaften zu verbreiten, wird zum Gegenteil des gewünschten Effekts führen. Social Media setzt man ein, um Inhalte zu verbreiten, die der Zielgruppe einen Nutzen bringen.

Das Ergebnis ist Markenaufbau („Branding“) als Mittel der Verkaufsförderung und ein Instrument der Kundenbindung, kein Werbekanal.

Social Media Marketing ist nicht Social Media Werbung. Nur wenn User einen Mehrwert davon haben, einer Facebook-Seite zu folgen, geht das Konzept auf.

Auch hier kann man den Aufbau von Followern und die Promotion für Produkte mit wieder verhältnismäßig preiswerten Anzeigen vorantreiben.

Themenvielfalt ist wichtig, das passende Umfeld aber auch

Soziale Netzwerke gibt es viele. Es macht aber keinen Sinn, sich mit der gleichen Intensität um den Aufbau eines Kanals auf Instagram, Pinterest, Twitter, Linkedin, Google+, Facebook und ggf. XING zu bemühen.

Wo tummelt sich die Zielgruppe? Welche Channels passen zum Produkt? Zwei oder drei gut gefüllte Social Media Timelines sind besser, als um jeden Preis überall teilzunehmen.

Das gilt auch für Content: Bevor man die gleichen Inhalte immer wieder postet, setzt man lieber ein paar Posts weniger. Auch hier hilft ein Redaktionsplan dabei, zu einer klaren Linie zu finden.

Wer seine Fans ernst nimmt, Inhalte mit Unterhaltungs- und Mehrwert veröffentlicht und parallel mit Annoncen arbeitet, um die Social-Media-Follower aufzubauen, braucht zwar immer noch einige Zeit für den Aufbau der Kanäle.

Das Ergebnis ist dann aber stabil und damit eine gute Grundlage für langfristigen Erfolg.

25.03.2015