Social Media Vanity Metrics

Vanity Metrics

Viele Likes, viele Follower und schon hat man eine tolle Social Media Statistik und damit auch bei Bedarf eine super Außenwirkung – oder etwa doch nicht?

Auch wer den Begriff „Vanity Metrics“ für die schicken Zahlen noch nie gehört hat, kennt mit Sicherheit den Spruch „Glaub keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“.

Das fängt an mit dem Weglassen von Daten, die den Rest plötzlich sensationell aussehen lassen, sobald sie in der Auswertung fehlen.

Es geht weiter mit qualvollen Klickstrecken für Inhalte auf größeren Webseiten, die mit der Anzahl ihrer Seitenaufrufe Werbekunden locken wollen.

Auch Vanity Metrics für Social Media sind aus sehr nachvollziehbaren Gründen ein so weit verbreitetes Phänomen:

Die Zahlen der Fans und Follower stehen schließlich offen abrufbar auf allen Profilen und tragen zur Außenwirkung eines Unternehmens bei.

Vanity Metrics: Einleuchtend einfach und nachvollziehbar

Jeder kann sehen, wie viele Menschen einer Facebook-Fanpage folgen oder Twitter-Follower sind.

Anders als bei Website-Statistiken mit ihren Besucherzahlen, Besuchswahlen, Seitenabrufen und Verweildauermessungen bringen Likes und Fans auch keinerlei Erklärungsbedarf mit.

5.000 Fans oder mehr – so eine Zahl spricht eben eindrucksvoll für sich.

Das ist ein Grund, warum Firmen Follower kaufen, Geld in Anzeigen stecken und Gewinnspiele machen, um mehr Fans zu bekommen.

Ein weiterer Grund für die Beliebtheit dieser Zahlen:

Wer in die Steigerung der Social-Media-Follower investiert, weiß immer bis zum letzten Klick auf „Like“, was eine Kampagne gekostet hat.

Es ist wesentlich komplizierter zu berechnen, wie viele Neukunden oder Mailinglistenabonnenten man durch konsequentes Content Marketing am Ende bekommt.

Noch schwieriger ist es herauszufinden, wie man dieses ermittelte Ergebnis dann für weitere Zielgruppen steigert oder besser steuert.

Probleme, die sich bei puren Follower-Zahlen nicht stellen. Da weiß man eben, was man hat. Zumindest oberflächlich betrachtet.

Schöner Schein kann weder Ziel noch Lösung sein

Wer sich aktiv in den sozialen Netzen bewegt, kennt natürlich auch die Wahrheit über diese Art der Selbstdarstellung: Tausende von Twitter-Followern können jederzeit auch zu 98% Karteileichen sein.

Zehntausende Facebook-Fans lassen sich für geringe Gebühren auch „kaufen“, was zwar nicht gestattet ist, aber immer wieder vorkommt.

Was wirklich zählt, sind Interaktion und echte Fan-Bindung.

Wirkliche Fans, organisch gewachsen, lesen die Inhalte auf einem Social-Media-Profil, teilen die Posts, setzen „Favs“ bei Twitter und „Likes“ bei Facebook.

Die gekauften Follower schaden der Sichtbarkeit sogar, weil sie nicht interagieren und damit die Wahrscheinlichkeit senken, dass Facebook-Fans die Posts in ihren Timelines angezeigt bekommen. Facebook zeigt nämlich nur das, was als interessant gilt, was durch Interaktion festgestellt wird.

Nur echte Fans sind potenzielle Kunden, Empfänger einer Markenbotschaft und erreichbar durch Content Marketing, nur sie sind Teile einer virtuellen Community.

Diese aufzubauen ist nicht so kristallklar definiert wie der Aufbau einer reinen Fan-Zahl, aber dafür die langfristig einzig lohnende Maßnahme.

Vanity Metrics für Social Media werden aber trotzdem niemals weggehen. Es wird immer auch um die Fan-Zahlen gehen.

Trotz fragwürdigem Sinn: Es wird immer auch Vanity Metrics geben

Auch wer begriffen hat, dass die reinen Followerzahlen alles andere als aussagekräftig sind, will natürlich trotzdem keine niedrigen auf dem eigenen Profil.

Schließlich steht man mit Fan- und Followerzahl online im Web und der Wettbewerb wird garantiert nicht darauf verzichten, höhere Zahlen anzupeilen.

Wichtig ist aber, trotzdem keine Fans zu kaufen, sondern lieber mit zielgruppengerechten Anzeigen für Likes zu arbeiten, auch wenn es länger dauert bis zum gewünschten Ergebnis und mehr kostet.

Außerdem sollte man bei aller Liebe für die Statistiken für geteilte Beiträge, Klicks, Likes und Retweets verstärkt darauf achten, welche anderen Aktionen ebenfalls Besucher auf die Website und Umsätze bringen.

Ganz ohne Vanity Metrics wird es niemals gehen.

Aber Fan-Zahlen sollten immer nur einen Teil der „Erfolgsmessung“ darstellen: Einen, an dem man schon wegen der repräsentativen Außenwirkung regelmäßig arbeitet – ohne sich darauf zu verlassen.

03.04.2015 | 1
  1. […] Erfolge im Bereich des Social Media Marketings sind offensichtlicher, dank offener Vanity Metrics sieht man jeden scheinbaren Erfolg, wenn auch nicht die Herkunft der mehr oder weniger guten […]