Vergleicheritis: Was macht die Selbständigkeit mit mir?

Vergleicheritis: Was macht die Selbständigkeit mit mir?

Was die anderen machen, ist oft spannend. Es ist aber weder eine Vorlage noch ist es Grund für Neid #lebensgefühl_selbständig

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Vergleiche sind menschlich. Als selbständige:r Unternehmer:in hast du viele Gelegenheiten, dich mit anderen zu vergleichen. Es lohnt sich aber nicht, wenn es dich unzufriedener macht – und das ist oft der Fall.

Das Gras auf der anderen Seite ist nicht immer grüner. Manchmal ist es nur Kunstrasen.

Vergleicheritis liegt schwer im Magen. Was haben die anderen, was man selbst nicht hat? Wie haben sie es bekommen? Kann ich das auch bekommen, was der oder die hat?

Die Businessforen auf Facebook und LinkedIn sind voll von hartnäckig Fragenden, die sich ein Erfolgsmuster abschauen wollen: Was hast du gemacht, um dahin zu kommen? Wie oft, mehrmals am Tag, und um wie viel Uhr? Um wieviel Uhr denn ganz genau? Manchmal geht es darum, etwas zu lernen. Mindestens ebenso oft geht es aber auch darum, sich zu beweisen, sich selbst aufzuwerten und dabei gut zu fühlen. Das gelingt mal so, mal so.

Wir vergleichen uns und unsere Ergebnisse mit anderen, um besser zu sehen, wo wir selbst stehen: Wer die eigenen Fähigkeiten einschätzen kann, geht geschickter damit um.

Doch wenn du gar nicht mehr aufhören kannst und die ständigen Vergleiche anfangen, an dir zu nagen und an deinem Selbstwertgefühl zu schaben, dann hast du dich mit Vergleicheritis infiziert.

Äpfel mit Birnen mit Pflaumenmus und Pfefferminzbonbons vergleichen

Die Erfolge anderer Menschen siehst du immer nur von außen. Vielleicht ist die erfolgreiche Person, die dich so beeindruckt, gar nicht alleine unterwegs – sondern hat einen Partner/eine Partnerin, die diesem Menschen schon immer tagein, tagaus den Rücken freihält und den Erfolg überhaupt ermöglicht. Warum solltest du dich also kleiner fühlen, wenn deine Situation gar nicht vergleichbar ist?

Oder andersherum: Hast du dich schon mal mit anderen verglichen, um dich ein bisschen besser zu fühlen? Besser als der andere Mensch, und damit auch besser mit dir selbst? Ein Überlegenheitsgefühl hat leider noch nie beim Erreichen von Zielen geholfen (aber schon oft zum Verlust von Freundschaften und Businessbekanntschaften geführt).

Der Blick über den fremden Gartenzaun

Das Gras ist wahrscheinlich gar nicht grüner auf der anderen Seite des Zauns. Aber selbst wenn: Vielleichst hast du ja die schönsten Gänseblümchen oder die bunteste Wiese weit und breit. Dann kann dir fremdes Gewächs doch völlig egal sein.

Wenn Vergleiche dich voranbringen, weil du neue Ziele für dich entdeckst und von anderen lernst, dann ist das wunderbar. Wenn sie dich unglücklich machen, weil andere scheinbar mühelos etwas erreichen, von dem du bisher nur träumst, dann solltest du mit dem Vergleichen lieber aufhören.

Es wird nämlich immer jemanden geben, der oder die erfolgreicher ist. Jünger ist oder erfahrener, schöner oder reicher, charismatischer oder talentierter: Der nächste unerreichbare Vergleich ist online immer nur drei Klicks entfernt.

Was hilft dir ein Vergleich? Gar nichts.

Vergleiche können helfen oder schaden

Wir können uns vergleichen mit Menschen, die wir als weniger erfolgreich ansehen, die wir als erfolgreicher betrachten oder als vergleichbar erfolgreich mit uns selbst. Wann hilft dir ein Vergleich? Willst du ähnlich sein wie jemand anderes oder dich insgeheim überlegen fühlen? Wertende Vergleiche können leider schnell dazu führen, dass du dich selbst negativ bewertest und den Mut verlierst.

Besser ist es, du konzentrierst dich auf dich selbst und das, was du für dich erreichen kannst.

Was du gegen akute Vergleicheritis tun kannst

Sich nicht mit anderen vergleichen ist eine Aufgabe und du bist damit nicht alleine. Folgende Gegenmaßnahmen kannst du sofort ergreifen:

1. Aufhören mit dem Lästern

Du wirst immer jemanden finden, der mitlästert. Das liegt daran, dass alle Vergleicheritis haben. Aber wenn du es ganz bewusst einfach lässt, dann merkst du einen selbstreinigenden Effekt, den du nicht einem abwertenden Vergleich verdankst.

2. Vergleiche erkennen und stoppen

Mach‘ dir bewusst, wann du in Vergleiche verfällst und notier‘ dir den Auslöser. Ist es Neid? Dann arbeite lieber an deinen Zielen. Ist es ein Minderwertigkeitsgefühl? Dann schreib‘ dir eine Liste aller Dinge, die du bereits erreicht hast.

3. Verhaltensweisen ändern

Wenn du merkst, dass Vergleiche dich unglücklich machen, solltest du Abstand von den Begegnungen nehmen, die deine Vergleicheritis immer wieder neu auslösen. Instagram zum Beispiel macht wahrscheinlich fast genauso viele Menschen unglücklich wie es unterhält: Jede:r zeigt nur die perfekten Seiten, harmonisch ausgeleuchtet und in Farbbalance.

Immer mehr Menschen sagen auch im beruflichen Kontext ganz offen, dass die ständigen Vergleiche dort ihnen nicht gut tun und sie die App deshalb meiden.

Langfristig die Vergleiche hinter sich lassen

Wenn du einmal erkannt hast, dass abwertende oder neidische Vergleiche dich sogar daran hindern können, dich gut zu fühlen, ist der erste Schritt getan.

Der Rest ist Übung. Vergleicheritis kann man sich abtrainieren. Wer in sich ruht, hat übrigens gute Chancen auf eine Ausstrahlung, mit der sich dann wieder andere vergleichen, um sie für sich zu erreichen.

Sei einfach die beste Version von dir selbst. Das reicht völlig.

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  1. sassep | 09.03.2022 | 11:36

    Toller Beitrag liebe Carola!I like:).

    1. Carola Heine | 09.03.2022 | 13:18

      Vielen herzlichen Dank!!!