Von lokal zu digital: Was tun im Lockdown?

Lokal jetzt digital: Was tun im Lockdown?

Die zweite Welle der Corona-Sicherheitsvorkehrungen erwischt Gastronomen und Dienstleister hart. Unsere Tipps für die anhaltende Krise

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Gastronomen und Service-Anbieter haben sich seit Jahresanfang 2020 darum bemüht, den laufenden Betrieb an Hygienevorschriften anzupassen – um jetzt doch im Lockdown zu landen. Unsere Tipps, wenn Aufgeben keine Option ist!

Von der Stamm- und Laufkundschaft zum Erfüllen von Nachfrage und Bedürfnis

In der Corona-Krise im ersten Halbjahr 2020 haben viele Geschäftsinhaber*innen die Gelegenheit ergriffen und ihr Geschäftsmodell entweder erweitert oder umgestellt:

1. Sie haben Dinge online angeboten und geliefert, die standardmäßig nicht mehr zu bekommen waren wie Gerichte aus Restaurants oder Catering frei Haustür.

2. Sie haben Online-Shops eröffnet und es ermöglicht, einerseits im Internet in Ruhe auszuwählen und zu bestellen – andererseits aber sofort abholen zu können, was sie gekauft haben.

3. Sie haben sich auf Menschen spezialisiert, die besondere Bedürfnisse haben wie beispielsweise bestimmte Ernährungsweisen oder individuelle Betreuung.

4. Sie haben Gutschein- und Geschenksysteme entwickelt, die es Menschen ermöglicht haben, ihr Business zu unterstützen und für die Zukunft Einkäufe und Termine zu buchen.

5. Sie haben Abonnentenservices und zusätzliche Angebote entwickelt und sich auf Nischen in ihrer Nische spezialisiert.

6. Sie haben Partnerschaften und Kooperationen mit anderen Unternehmer*innen abgeschlossen, um einen größeren Anreiz zu bieten, etwas zu kaufen oder zu bestellen.

7. Sie haben die Ladenhüter genommen und preislich bedingte Sonderaktionen damit entwickelt, sind auf Verkaufsplattformen wie eBay und etsy gegangen oder haben eigene Shops eröffnet.

8. Sie haben die Vorräte genommen, die sonst verdorben wären, und damit ehrenamtliche Aktionen mit einer sichtbaren Außenwirkung für gemeinnützige Organisationen entwickelt.

9. Sie haben ebenfalls in Corona-Not geratenen Institutionen angeboten, Produkte und Dienstleistungen gegen Spendenquittungen zu tauschen, um den erzwungenen Leerlauf zu nutzen.

10. Sie haben ihre Online-Präsenz aufgebaut oder erweitert, um Informationen über eine Website verbreiten zu können oder einen Newsletter etabliert.

Jede einzelne dieser Geschäftsideen zum Überleben im Lockdown ist immer noch valide und mehr als eine Überlegung wert.

Im Lockdown noch wichtiger: Kosten senken

Spätestens in dieser zweiten Corona-Welle solltest du prüfen, am besten mit Hilfe eines Finanzexperten, wo du sparen oder stunden kannst. Mieten und Kredite, Steuerzahlungen und andere Verbindlichkeiten lassen sich in dieser außergewöhnlichen Situation eventuell reduzieren oder verschieben.

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Mach‘ eine Inventur. Du solltest prüfen, was weg muss und kann. Was verbraucht werden muss, was gespendet oder gegebenenfalls konserviert werden muss, wenn es um Lebensmittel geht. Was abgeschaltet werden kann, wenn es nicht benötigt wird, wie große Kühlmittel. Was in den Sonderverkauf gehen kann, bevor es verfällt.

Marketing und Digitalisierung in der zweiten Welle

Nachdem so viele Betreiber*innen so hart daran gearbeitet haben, einwandfreie und hygienisch unbedenkliche Services in der Corona-Krise bereitzustellen, ist der erneute Lockdown natürlich doppelt hart. Doch immer noch gibt es Wege, das Beste aus der schwierigen Situation zu machen.

Die oben genannten mindestens zehn Möglichkeiten, neue Einnahmequelle zu eröffnen, solltest du als Betreiber*in weiterhin auf dem Schirm haben. Aber auch Vermarktung wird jetzt wichtiger denn je.

1. Was immer du in deinem Betrieb umsetzt, um die neuen Hygieneschutzvorschriften einzuhalten, solltest du dokumentieren und im Rahmen deines Marketings herzeigen. Aufgepasst, wenn du Social Media Marketing mit bestehendem Bildmaterial betreibst: Aufmerksamkeit online ist flüchtig. Bilder ohne Masken und Hygieneschutz könnten so wirken, als ob Corona in deinem Betrieb ignoriert wird.

2. Die digitale Transformation betrifft alle, deshalb sind auch alle online anzutreffen und Online Marketing ist wichtiger als jemals zuvor. Social Media Marketing ist kostengünstig, effizient und lässt sich durch preiswerte Anzeigen für genau definierte Zielgruppen gut dosieren.

3. Auch kleine Dinge können einen Unterschied machen, wenn sie besonders sind. Kannst du ein Goodie ergänzen, oder einen besonderen Service? Etwas machen, das die anderen nicht machen? Rabattsammelkarten, Stammkundenboni, Gadgets und Extras sind nie außer Mode.

4. Alle müssen sparen. Hilf ihnen dabei. Kannst du Pauschalen günstig anbieten, Preise reduzieren, bei Mindestabnahmen einen besonderen Rabatt einräumen, ein spezielles Paket oder Angebot machen? Damit dann eine Social Media Kampagne starten oder eine Pressemitteilung regional versenden.

5. Digitale Prozesse und Abläufe ermöglichen es dir nicht nur, über das Internet Werbung zu machen und dort Umsatz zu generieren, sie sparen auch viel Zeit und Geld. Nutze in der Krise die Gelegenheit, möglichst vieles zu digitalisieren.

  • Foto: Adobe Stock Von Алина Троева
Über die Autorin
Carola Heine
Up to date: Trends, Insider-Wissen und Online Navigation

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