Wettbewerbsanalyse für Einsteiger

Wettbewerbsanalyse für Einsteiger

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Konkurrenzbeobachtung und Wettbewerbsanalysen sind nicht nur Themen für Konzerne und internationale Handelsunternehmen.

Auch Freiberufler, Shop-Betreiber, Kleinunternehmer und andere Selbstständige profitieren davon, die Stärken und Schwächen anderer Unternehmer zu kennen.

Wirtschaft lebt vom Wettbewerb

Wer sich damit beschäftigt, was die anderen Mitbewerber im eigenen Markt tun, Prozesse genauer ansieht und Leistungen vergleicht, erkennt erfolgreiche Muster und kann auch identifizieren, welche Merkmale einem Angebot zur wettbewerbsfähigen Einzigartigkeit verhelfen.

Eine Wettbewerbsanalyse, auch eine eigenständig mit „Bordmitteln“ vorgenommene wie diese Tipps für Einsteiger, kann dazu beitragen, sich ein umfassendes Bild von der Konkurrenz zu machen.

Daraus lassen sich dann Strategien für die eigene Vorgehensweise ableiten, um zukünftig besser abzuschneiden oder die anderen zu überrunden, die mit dem gleichen Angebot dort unterwegs sind, wo man selbst auch Umsätze erzielen möchte – denn Wettbewerb belebt bekanntlich das Geschäft.

Der Blick ins fremde Web-Schaufenster

Die Internetseite konkurrierender Anbieter ist am besten für den Einstieg in die aktive Konkurrenzbeobachtung geeignet.

Online-Tools wie SEMrush.com machen es möglich, auch für völlig fremde Websites herauszufinden, wie der Traffic für diese Domains sich zusammensetzt und welche organischen Keywords die wichtigen sind.

Auf Semrush.com kann man auch ohne bezahlten Account nach der Registrierung bis zu 10 Abfragen fahren und die besten Keywords der Wettbewerber herausfinden oder abfragen, ob der Traffic über Suchanfragen oder Anzeigen erfolgt.

Aber auch das Screendesign einer Site kann sehr aufschlussreich sein. Welche Anpassungen hat das andere Unternehmen vorgenommen? Ist die Website responsive, also auch auf die Darstellung auf Mobilgeräten ausgerichtet? Welche Anmutung hat sie, welche Schwerpunkte werden gesetzt?

Schließlich geht es bei der Optik nicht um gutes Aussehen, sondern um Umsatzsteigerungen. Wenn ein halbes Dutzend Wettbewerber ähnliche Verkaufswege auf der Website wählen, stehen die Chancen gut, dass eine solche Anpassung die Erträge optimiert. Mit der Wayback-Machine unter www.archive.org kann man sich zwar nicht immer alle Designs der Vergangenheit noch anschauen, oft ist dort aber zumindest der Text erhalten.

Aber auch ein Corporate Blog kann aufschlussreiche Einblicke bieten. Welche Themen werden priorisiert, welche neu eingeführt? Welche Einträge werden häufig kommentiert und in den Sozialen Netzwerken besonders oft weiterverteilt?

Wenn ein Wettbewerber über einen langen Zeitraum immer wieder viel Geld für bestimmte Werbung ausgibt, funktioniert diese vermutlich herausragend: Niemand investiert regelmäßig hohe Beträge, wenn diese Investition sich nicht lohnt. Das gilt für Werbekampagnen, aber auch für Websites und Social Media Aktivitäten.

Vorgehensweisen gezielt analysieren

Mit der Google Site-Abfrage kann man prüfen, wie viele einzelne HTML-Seiten und Dokumente von konkurrierenden Websites im Google-Index stehen und dadurch Rückschlüsse auf die dort eingesetzten SEO-Maßnahmen ziehen.

Dazu trägt man einfach ins Suchfeld
site:http://die-abgefragte-domain.de“
ein und kann sehen, wie viele Inhalte erfolgreich erfasst wurde und welche zuoberst angezeigt werden. Die Angaben sind nicht hundertprozentig, verraten aber einiges über die Strategien des Betreibers einer Website.

Bei eigenen Websites kann man diese Abfrage noch etwas genauer mit Hilfe der Webmaster-Tools durchführen.

Die Ladezeiten lassen sich mit einer Vielzahl von Tools genauer betrachten, zum Beispiel mit Google PageSpeed Insights.

Damit lässt sich durch wenige Klicks prüfen, ob es große Unterschiede in den Ladezeiten eigener und fremder Websites gibt. Wenn die Seite eines erfolgreichen Mitbewerbers deutlich schneller lädt, gehört die Verringerung der Ladezeiten auf die To-do-Liste.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor sind auch die richtigen Keywords. Gefunden werden können nur Worte, die man verwendet – und verwendet werden jene Ausdrücke, die Traffic bringen.

Die Meta-Daten vieler Internetseiten sind offen abrufbar, wenn man die Funktion „Quelltext anzeigen“ eines Browsers nutzt. Ist der Quelltext unübersichtlich? Mit der Suchfunktion findet man die „description“ und die „keywords“ im Kopfbereich sofort und kann sehen, welche Keywords priorisiert werden.

Social Media Monitoring ist dann der nächste Schritt. Was machen die anderen beispielsweise auf Twitter? Mit Topsy kann man sich anschauen, welche Marken wie häufig in Twitter-Streams erwähnt werden bzw. wie aktiv die Wettbewerber sind: Einfach einen oder mehrere Namen eintragen und auswerten lassen und schon sieht man, wer stark auf Twitter vertreten ist und wer nicht.

Wer ein Social Media Dashboard nutzt, sollte die integrierten Monitoring-Funktionen nutzen, um immer darüber im Bilde zu sein, was sich beim Wettbewerb so alles tut und wo die anderen erwähnt werden.

Und wer nachschauen möchte, welchen Hosting-Anbieter, welche Widgets und Technologien eine Website einsetzt, kann dies auf Builtwith.com tun.

Die wichtigsten Seiten identifizieren

Besonders spannend schließlich ist auch noch die Möglichkeit, sich die stärksten Seiten auf den Internetseiten des Wettbewerbs anzuschauen und alle bereits genannten Tipps nicht nur für die Startseite durchzuführen, sondern erneut auch für die Unterseiten mit der meisten Power.

Dazu lässt sich die freie Suche von AHrefs einsetzen: Einfach die Domain eintragen, die man sich anschauen will und anschließend im Seitenmenü die „Top Pages“ auswählen.

Wenn man die Seiten mit dem meisten Einfluss kennt, weiß man auch, welcher Content hier der entscheidende Treiber ist und wie die Aufmerksamkeit für diese Informationen wahrscheinlich zustande kommt.

Der Blick über den Tellerrand – und zurück

Alle Tipps, Tricks, Tools und Hinweise lassen sich nicht nur für eine Analyse der Wettbewerber einsetzen, sondern auch für die eigene Internetpräsenz anwenden – tatsächlich kann man so auch Optimierungspotenziale entdecken, über die man sich vorher nicht im Klaren war.

Wie so häufig sitzt das wichtigste Tool auch hier vor dem Monitor. Wer das eigene Business gut kennt, kann auch realistisch einschätzen, wie ein Konkurrent vorgeht.
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Noch ein Link zum Thema: Werden Sie einmalig! – die Selbst- und Wettbewerbsanalyse auf akademie.de

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends, Insider-Wissen und Online Navigation

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  1. […] Hektik kannst Du Aufgaben wie eine Wettbewerbsanalyse im Laufe eines ganzen Tages übernehmen, um die Best Practices der Konkurrenten zu identifizieren […]