Bezahlen im Internet

Mit dem Aufkommen von Krypto-Währungen ist die Auswahl der Bezahloptionen im Web weiter gewachsen. Hier den Überblick zu behalten und die optimale Zahlmöglichkeit auszuwählen, ist im Laufe der Zeit also eher schwieriger als einfacher geworden, zumal stetig neue Bezahldienstleister mit wieder anderen Modellen auf den Markt drängen. Das Hauptproblem dabei: Keine Bezahlmöglichkeit hat für alle am Zahlvorgang beteiligten Parteien nur Vorteile. Dazu kommt, dass die diversen Zahlungsmethoden je nach Weltregion sehr unterschiedliche Nutzungsraten aufweisen. Es ist daher von großer Bedeutung, unter Berücksichtigung des Geschäftsmodells die Vor- und Nachteile der wichtigsten Zahlungsmethoden zu kennen, um so letztendlich fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Kreditkarten

Keine andere Zahlungsmethode wird im Web häufiger genutzt als die Kreditkarte. Fast jeder Internet-Nutzer in Deutschland dürfte heutzutage zumindest eine davon im Einsatz haben und die Verwendung ist äußerst einfach. Außerdem kann eine Kreditkarte mit einem PayPal-Konto verknüpft werden, was auch kleineren Firmen quasi auf indirektem Weg ermöglicht, die Kreditkarte als Zahlungsmethode zu akzeptieren. Die Kommissionen für Händler bei Kreditkartenzahlungen betragen je nach Anbieter in der Regel zwischen einem und drei Prozent. Bei Problemfällen zum Beispiel durch Missbrauch geben sich die Ausgeber der Karten im Normalfall kulant, was die Kreditkarte zu einer vergleichsweise sicheren Zahlungsmethode macht.

Überweisungen

Die Überweisung, bei der ein Kunde vor der Lieferung bezahlt, hat im Web deutlich an Relevanz verloren. Das liegt vor allem am Misstrauen, das Online-Käufer vor allem kleineren Anbietern im Web gegenüber hegen. Die Bank steht dem Käufer anders als bei einer Zahlung per Kreditkarte nicht helfend zur Seite. Außerdem kompliziert die Vorabüberweisung die Rückgabe, weil der Käufer unter Umständen sehr lange auf die Rücküberweisung des Geldes warten muss.

Sofort-Banking

Hinter dem Sofort-Banking steht die zur schwedischen Klarna-Gruppe gehörende Sofort GmbH aus München. Bei dieser Zahlungsmethode handelt es sich um eine Art Treuhandsystem, bei der das Geld vom Online-Konto in wenigen Sekunden überwiesen und diese Überweisung von Sofort unmittelbar beim Händler bestätigt wird. Dieser kann die Ware umgehend zum Versand freigeben, wobei er die Bezahlung von Sofort erst mit einiger Verzögerung erhält. Für den Verkäufer fallen je nach Ware zwischen 0,9 und zwei Prozent plus 0,25 Euro Gebühren an. Für Kunden sind Sofortüberweisungen in erster Linie deswegen problematisch, weil sich Sofort als Dienstleister direkt in den Zahlungsvorgang schaltet und dabei PIN und TAN übermittelt werden könnten. Eine Rückbuchung oder Stornierung einer Sofort-Zahlung durch den Kunden ist nicht möglich. Einige Produkte wie etwa Kryptowährungen, Pornografie oder digitale Geschenkgutscheine sind von der Bezahlung per Sofort-Überweisung ausgeschlossen.

Paypal

Das Bezahlsystem der einstigen Ebay-Tochter Paypal erfreut sich aufgrund der einfachen Bedienung, der Sicherheit und der Schnelligkeit sehr großer Beliebtheit. Paypal wird international akzeptiert und ist daher quasi überall auf dem Globus einsetzbar, zudem lässt sich das Konto zum Beispiel mit Girokonten oder Kreditkarten verknüpfen, wodurch es für so gut wie jeden Anwender nutzbar ist. Größter Nachteil sind die vergleichsweise hohen Händlerkommissionen, die für Inlandstransaktionen je nach Umsatzhöhe bei 1,9 Prozent und mehr plus einer Festgebühr von 0,35 Euro pro Transaktion liegen.

SEPA-Lastschrift

Bei einer SEPA-Lastschrift erhält der Verkäufer vom Kunden das Mandat, eine Bezahlung vom Konto des Käufers einzuziehen. Das ist besonders bei wiederkehrenden Zahlungen praktisch. Der Vorteil für den Käufer: Er kann innerhalb von acht Wochen die Erstattung eines per SEPA-Lastschrift abgebuchten Betrages verlangen. Das ist andererseits aber auch exakt der Grund dafür, weshalb diese Zahlmethode von Verkäufern eher ungern angeboten wird.

Rechnung

Eine Bezahlung per Rechnung wird von vielen Händlern akzeptiert, wobei hier fast immer auf Zahlungsdienstleister wie Klarna zurückgegriffen wird. Dorthin wird dann auch der Kaufpreis überwiesen und sollte der nicht eingehen, kümmert sich Klarna um das Mahnwesen. Für seinen Service verlangt der Anbieter monatlich 29 Euro sowie beim Rechnungskauf 1,69 Euro sowie 3,25 Prozent des Rechnungsbetrages als Transaktionsgebühr. Für Kunden ist der Kauf auf Rechnung zumeist beliebt, denn er zahlt erst nach Erhalt der Ware.

Kryptowährung

Noch ist die Zahlung mit Kryptowährungen im Web nicht sehr weit verbreitet, doch das dürfte sich immer schneller ändern, zumal ja auch diverse Staaten die Ausgabe einer eigenen Kryptowährung angekündigt haben. Die Bezahlung eines Betrages zum Beispiel per Bitcoin lässt sich aus einer Wallet direkt von Computer oder auch Smartphone durchführen, wobei der Bezahlvorgang je nach Kryptowährung in wenigen Sekunden oder einigen Minuten erledigt ist. Eine Rückbuchung von Zahlungen ist nicht möglich. Die Transaktionsgebühren sind in der Regel niedrig, weil keine Bank zwischengeschaltet ist.

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