Dropshipping

Was ist Dropshipping?

Dropshipping beschreibt einen Handel zwischen Online-Shop und Kund:in, bei dem nicht auf das eigene Lager zugegriffen wird. Mittlerweile wird Dropshipping vor allem im europäischen Raum von vielen Online-Händlern betrieben.

So funktioniert Dropshipping

Die meisten Einkäufe werden mittlerweile online getätigt. Die Einfachheit, alles, was man haben will, einfach per Mausklick zu bekommen, stellt einen großen Anreiz dar, gar nicht mehr das Haus zu verlassen, um seine Einkäufe zu erledigen.

Der große Vorteil dabei liegt auf der Hand: online bekommt man alles. Im Geschäft vor Ort besteht immer die Gefahr, dass das gewünschte Produkt gerade nicht vorrätig ist. Der Online-Handel hingegen hat immer alles da. Im Zweifelsfall muss man eben ein wenig danach suchen.

Online-Händler haben das Privileg, dass sie nicht alles vorrätig haben müssen. Sie können auch Produkte verkaufen, die sich gar nicht in ihrem Lagerbestand befinden. Dabei spricht man von Dropshipping.

Dropshipping bedeutet, dass Sie etwas in einem Online-Shop bestellen. Der Online-Shop schickt Ihnen das Produkt aber nicht zu, sondern ein Großhändler oder direkt das herstellende Unternehmen.

Der Online-Shop ist für die Bestellannahme zuständig und übernimmt die Abrechnung. Die Bereiche Logistik und Lagerhaltung bleiben beim anderen Unternehmen. Der Online-Shop sieht die Ware also nie selbst.

Dropshipping kann häufig nicht direkt erkannt werden. Es ist Ihnen aber vielleicht schon mal aufgefallen, wenn Sie etwas in einem Online-Shop bestellt haben, das Paket aber mit einer völlig anderen Absender-Adresse bei Ihnen eintraf. Dabei handelt es sich um Dropshipping.

Dropshipping mit FBA

Dropshipping lässt sich mit einem ganz einfachen Beispiel erklären:

Angenommen, Sie kaufen einen Artikel bei Amazon. Der komplette Vorgang wird für Sie bei Amazon abgehandelt. Sie geben die Bestellung auf, Ihre Zahlungsvariante ein und bestätigen die Bestellung. Amazon bedankt sich für die Bestellung und Sie warten auf Ihr Paket.

Das Paket mit dem Artikel kommt zwei bis drei Tage später bei Ihnen an und Sie wundern sich, denn es handelt sich nicht um ein Paket von Amazon, sondern von einem Großhändler. Sie öffnen das Paket und finden darin den Artikel, den Sie bei Amazon bestellt haben.

Amazon macht das Dropshipping ganz einfach. Mit ihrem Programm Fullfillment by Amazon (FBA) ermöglichen sie es Online-Händlern, den Versand der Ware komplett auf Amazon zu übertragen. Amazon übernimmt also beim FBA-Programm die komplette Lagerung, Logistik, Versand, Kommission und die Retourenabwicklung. Das macht es externen Handelsunternehmen vor allem kleiner Größe einfach, denn sie müssen sich nur um den reinen Bestellvorgang kümmern.

Steuern beim Dropshipping

Dropshipping kann auch in Deutschland betrieben werden. Da in dem Fall eine Gewinnabsicht vorliegt, muss für den Dropshipping-Shop ein Gewerbe angemeldet werden. Das ist auch der Fall, wenn es sich um eine nebenberufliche Tätigkeit handelt. Beim Ausfüllen des Gewerbescheins müssen Sie die Art des Gewerbes angeben. Die Formulierung „Handel mit Waren aller Art“ reicht da vermutlich nicht aus, weil sie zu allgemein gefasst ist. Fragen Sie im Zweifelsfall beim Gewerbeamt nach, was die richtige Formulierung für Ihr geschäftliches Vorhaben ist.

Für Geschäfte mit einem Online-Shop – unabhängig vom Dropshipping – fallen natürlich auch Steuern an. Das Einkommensteuergesetz (EStG) legt die Steuern fest, die für Sie anfallen. Diese sind von der Unternehmensform abhängig.

Einkommensteuer müssen Sie in jedem Fall zahlen. Als Dropshipping-Unternehmen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie auch Bestellungen aus dem Ausland bekommen werden. Diese sind nach dem Welteinkommensprinzip in Deutschland zu versteuern.

Vermutlich betreiben Sie Ihren Dropshipping-Shop als Einzelunternehmen. Dann müssen Sie auch Umsatzsteuer zahlen. Das bedeutet, dass Sie auf Ihren Rechnungen immer Umsatzsteuer ausweisen müssen. Auch auf den Rechnungen, die an Kunden und Kundinnen ins Ausland gehen.

Allerdings gestaltet sich das beim Dropshipping ziemlich komplex und nur schwer überschaubar. Die Umsatzsteuersätze sind in allen Ländern unterschiedlich und müssen auf jeder Rechnung angepasst werden.

Dazu kommt, dass es bei Lieferungen aus dem oder ins Ausland Sonderregeln gibt. Handelt es sich um ein EU-Land, sind die Regeln auch nochmal anders, als in Drittländern, also dem Ausland außerhalb der EU.

Ob die Einfuhrumsatzsteuer bezahlt wird oder nicht, ist ebenfalls entscheidend. Zahlen Lieferanten die Einfuhrumsatzsteuer, wird die Ware in Deutschland versteuert, ansonsten nicht.

Mögliche Zollgebühren können ebenfalls anfallen. Es wird zwischen bewegter und unbewegter Ware unterschieden und das Reverse-Charge-Verfahren kann auch eine Rolle spielen.

Sie sehen, die Steuern im Dropshipping sind sehr komplex. Ziehen Sie dabei unbedingt eine Steuerberatung hinzu.

Rechtliches beim Dropshipping

Beim Dropshipping handelt es sich um sogenannte Streckengeschäfte. Für diese gilt in der gesamten EU ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Das trifft auch zu, wenn die Ware aus dem Nicht-EU-Ausland kommt.

Es kann allerdings vorkommen, dass eine Rücksendeadresse fehlt. In dem Fall gilt nicht automatisch die Absender-Adresse. Fragen Sie lieber beim Online-Händler nach, bei dem Sie die Ware bestellt haben, was Sie tun sollen. Vielleicht bekommen Sie so auch eine Rücksendeadresse.

Grundsätzlich muss der Online-Handel Kund:innen darüber informieren, wenn Ware aus einem Nicht-EU-Land kommt und dadurch höhere Kosten entstehen. Ist das nicht der Fall, darf die Paketannahme verweigert und das Geld für die Bestellung zurückgefordert werden.

Auf jegliche Ware im EU-Ausland gilt eine zweijährige Gewährleistung bei Defekten und Schäden, die nicht vom Kunden oder der Kundin verursacht wurden. Das gilt also auch für Schäden, die bei der Lieferung entstanden sind.

Ist bereits von außen sichtbar, dass das Paket beschädigt ist, kann die Annahme verweigert werden. In dem Fall machen Sie Fotos des Pakets und vermerken den Schaden auf dem Frachtbrief, den der oder die Lieferant:in dabei haben muss.

Wird die Ware erst gar nicht geliefert, müssen Sie beim Online-Shop eine Nachfrist setzen. Wird diese Frist ebenfalls nicht eingehalten, können Sie aus dem Kaufvertrag zurücktreten und Ihr Geld zurückverlangen bzw. die Zahlung verweigern.

Im Grunde gelten für das Dropshipping also die gleichen rechtlichen Bedingungen, wie für alle Bestellungen und Lieferungen in der EU. Durch die unterschiedlichen Handelsunternehmen und Lieferdienste kann es allerdings zu Schwierigkeiten kommen, diese Bedingungen in Anspruch zu nehmen. Im Zweifelsfall sind Sie mit einem Anwalt immer gut beraten.

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