Gewerbeanmeldung

Laut der deutschen Gewerbeordnung, § 1, herrscht grundsätzliche Gewerbefreiheit, solange nicht einzelne Vorschriften dieses Regelwerkes entgegenstehen. In diesem Gesetzestext ist genau bestimmt, welche Berufe und Tätigkeiten ein Gewerbe darstellen und auch, welche Berufssparten – beispielsweise die der Freiberufler – nicht hierunter fallen. Unerlässlich dafür, dass man das Gewerbe ausüben darf, ist die Gewerbeanmeldung.

Neuanmeldung des Gewerbes

Im § 14 der Gewerbeordnung ist festgelegt, dass die Aufnahme eines Gewerbes bereits zu diesem Zeitpunkt angezeigt werden muss. Dies gilt auch für vorbereitende Arbeiten, soweit die Ausgaben dafür dem Gewerbe steuerlich zugerechnet werden sollen. Ebenso ist der zuständigen Stelle – meist dem Gewerbeamt oder Ordnungsamt bei Städten und Gemeinden – eine Betriebsverlegung oder die Aufgabe des Betriebes oder eines Bereiches davon zu melden. Auch eine Änderung des Gegenstandes des Gewerbes oder Aufnahme von weiteren Bereichen, die bislang nicht gemeldet waren, müssen gleichlaufend angegeben werden.

Als Gewerbeanmeldung wird auch der Vordruck bezeichnet, in dem die Angaben zur Person, zum Betrieb und zur Tätigkeit sowie der Aufnahmezeitpunkt erfasst sind. Viele Kommunen stellen diesen Vordruck online zum Download bereit. Ausgefüllt und unterzeichnet, bei Bedarf mit den notwendigen Unterlagen versehen, kann es je nach Vorgabe online übersandt oder auf der zuständigen Behörde abgegeben werden. Bestehen Unklarheiten darüber, welche Beschreibung für das ausgeübte Gewerbe zutreffend ist, empfiehlt sich die persönliche Rücksprache beim Gewerbeamt.

Wichtige Vorentscheidung für die Anmeldung

Aufnahme eines Nebengewerbes

Wer die Selbstständigkeit in kleinen Schritten angehen und lieber noch – oder überhaupt – einen Teil seiner Arbeitszeit und -kraft in ein abhängiges Arbeitsverhältnis investieren möchte, entscheidet sich für die Anmeldung als Nebengewerbe. Hier sind ein paar grundlegende Voraussetzungen zu beachten:

  • Der wöchentliche Zeiteinsatz für das eigene Gewerbe darf 18 – 20 Stunden nicht überschreiten.
  • Wirtschaftlich – also von den Einkünften her – darf das Nebengewerbe den Hauptberuf nicht übersteigen.

Studenten müssen hier besonders darauf achten, denn für sie gilt, dass im Fall einer Überschreitung der Arbeitslimits die studentische Versicherung nicht mehr einspringt. Familienversicherte Studenten unterliegen zudem einer Beschränkung der Einkünfte. Arbeitssuchende haben ebenfalls die jeweils geltenden Regelungen nach dem Sozialgesetzbuch zu befolgen. Wer sich mehr als 15 Wochenstunden seinem eigenen Betrieb widmet, gilt nicht mehr als arbeitslos. Generell haben alle Arbeitnehmer zudem die Pflichten aus dem Arbeitsvertrag bzw. Tarifverträgen zu erfüllen. Hierunter fällt zum Beispiel die Notwendigkeit, dem Arbeitgeber die Aufnahme dieser Tätigkeit zu melden bzw. sie genehmigen zu lassen. Alle Vor- und Nachteile einer Anmeldung eines Nebengewerbes heißt es gründlich abzuwägen.

Achtung: Vielfach wird das Nebengewerbe im Volksmund mit Kleingewerbe bezeichnet und in der Folge mit der Kleinunternehmerregelung nach § 19 UstG verwechselt. Beides hat – was die Anmeldung angeht – erst mal nichts miteinander zu tun! Die Kleinunternehmerregelung ist eine steuerliche Angelegenheit, die die Höhe der Umsätze als Grundlage hat und aussagt, ob Umsatzsteuer berechnet und abgeführt werden muss oder nicht.

Oft gibt es auch Missverständnisse, was die Gewerbesteuer angeht. Diese Verpflichtung entsteht nicht automatisch mit der Anmeldung zum Gewerbe, sondern erst dann, wenn der Gewerbeertrag den gesetzlich festgelegten Freibetrag überschreitet.

Selbstständigkeit im Hauptgewerbe

Wer seinen Schritt in die Selbstständigkeit gut vorbereitet hat, an Startkapital und die Ausgaben in der Gründungsphase nicht nur gedacht, sondern sie auch finanziert hat, für den kommt die Anmeldung als Hauptgewerbe in Frage.

Besondere Zulassungsvorschriften

Eine Reihe von Berufsgruppen unterliegt speziellen Zulassungsvoraussetzungen. Hier greifen teils regionale Verordnungen. Genaue Auskunft geben die am Sitz der Betriebsstätte zuständigen Behörden. Insbesondere fallen in diese besondere Gruppe Immobilienmakler, Versicherungsberater und Tätigkeiten im Reisegewerbe. Berufe, für die eine Erlaubnis nach anderen Gesetzen notwendig ist, wie der Handel mit Wirbeltieren, mit Waffen, Pflegedienste und Handwerksberufe, die eine Meisterprüfung für Selbstständige vorsehen, benötigen ebenfalls eine Erlaubnis.

Betriebsform für das Gewerbe

Wer sich allein auf eigene Füße stellen möchte, der wird in der Regel ein Einzelunternehmen (Einzelgewerbetreibender) anmelden. Die drei weiteren Möglichkeiten sind Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften und bei juristischen Personen des Privatrechts oder Vereinen als wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb.

Struktur der Gewerbeanmeldung

Mithilfe der meist angebotenen Online-Formulare geht die Anmeldung rasch von der Hand. Das Formular ist selbsterklärend. Wichtig ist, die Angaben zur Zahlung nicht zu vergessen, die Unterschrift – manuell oder eventuell elektronisch und den Vordruck dann online, oder falls vorgesehen, per Post oder persönlicher Abgabe an die Anmeldestelle zu leiten.

Kosten für die Anmeldung

Die Höhe der Gebühren für die Gewerbeanmeldung richtet sich nach kommunalen Sätzen. Sie betragen in der Regel zwischen 20,- und 60,- Euro. Je nach regionalen Gegebenheiten wird von der für die Gewerbeanmeldung zuständigen Behörde die weitere Anmeldung bei der IHK, bei der Handwerkskammer und gegenüber dem Finanzamt vorgenommen. Hilfreich ist es, dies abzuklären, damit es keine unangenehmen Überraschungen gibt. Denn wichtig ist von Anfang an, dass der Gewerbebetrieb in jeder Hinsicht funktioniert, auch was die Pflichten zu Abgaben und der steuerlichen Erfassung von Einnahmen und Ausgaben angeht.

Speziell auf Gewerbebetriebe vom Einzelunternehmen bis hin zur Kapital- oder Personengesellschaft zugeschnittene Buchungsprogramme von Lexware erleichtern vom ersten Tage der Betriebsaufnahme wesentlich, alle buchhalterischen und steuerlichen Pflichten zu erfüllen.