Profit-Center-Rechnung

Als Profit-Center werden solche Unternehmens-Teilbereiche bezeichnet, für die ein gesonderter Erfolgsausweis durchgeführt wird. Das per Definition vollständig ausgerüstete Profit Center beinhaltet neben der eigenen Verkaufs- und Vertriebsorganisation auch eigenständige Beschaffung und Produktion. Diese reinrassige Form des Profit Centers ist selten. Am Markt dominieren Organisationsteile bestehender Unternehmen, die nicht über alle genannten Funktionsbereiche verfügen. Der Ermittlung des Periodenerfolgs dient die Profit-Center-Rechnung (PCR).

Selbständige Managementstrukturen erforderlich

Das Profit-Center repräsentiert in der gängigen Praxis den Geschäftsbereich eines Unternehmens oder die Einzelunternehmung einer Firmengruppe. Das zu unterteilende Unternehmen muss über eine angemessene Größe mit sinnvoll teilbaren Geschäftseinheiten verfügen. Es bedarf einer selbständigen Leitung mit Kosten- und Erlös-Verantwortung. Da durch die Unternehmensstrategie jedoch trotzdem Vorgaben vorhanden sind, erstreckt sich der Entscheidungsspielraum vorwiegend auf die Produktionsmenge und den Verkaufspreis. Dennoch sind Führungs- und Entscheidungskompetenzen in der Position des Profit-Center-Managers unabdingbar, um das „Unternehmen im Unternehmen“ zu repräsentieren.

Profit-Center-Rechnung auf Basis der Kosten- und Leistungsrechnung

Jedes Profit-Center ermittelt seinen eigenen Periodenerfolg. Dazu bedient sich die Profit-Center-Rechnung des Instrumentariums der Kosten- und Leistungsrechnung. Drei Methoden führen in Anlehnung an § 275 (2) des Handelsgesetzbuchs (HGB) zur Ermittlung des Periodenerfolgs:

  • Gesamtkostenverfahren
  • Umsatzkostenverfahren
  • Deckungsbeitragsrechnung (DB-Rechnung).

Die Basis zur Berechnung des Profit-Center-Ergebnisses nach dem Gesamtkostenverfahren bilden die Umsatzerlöse abzüglich Erlösschmälerungen. Hinzugerechnet wird der Wert der Bestandserhöhungen, abzüglich eventueller Bestandsminderungen. Ein weiterer Aktivposten ist die aktivierte Eigenleistung. Der so ermittelte Wert repräsentiert die Gesamtleistung. Bereinigt um den Posten der betrieblichen Aufwendungen ermittelt sich das Profit-Center-Periodenergebnis.

Die Berechnung nach dem Umsatzkostenverfahren fußt auf den Umsatzerlösen, bereinigt um Erlösschmälerungen. Das Profit-Center-Periodenergebnis errechnet sich nach Abzug der Kostenblöcke

  • Herstellungskosten
  • Vertriebskosten
  • Verwaltungskosten.

Sobald die Ergebnisse der einzeln berechneten Profit Center vor liegen, lässt sich das Gesamtergebnis des Unternehmens ermitteln. Dieser Schritt hin zum Betriebsergebnis geschieht in der „Profit-Center-Rechnung“. Diese stellt sich im Kern als mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung dar.

Vorteile der Profit-Center-Rechnung

Die Profit-Center-Rechnung ermöglicht eine strikt leistungsorientierte Beurteilung des betreffenden Bereichs. Die Verantwortung und Entscheidungsbefugnis liegt beim Profit Center Management. Auf dieser Basis werden Sparten und Bereiche, die als Profit Center ausgewiesen sind, zu relativ eigenständigen Einheiten. Die Beurteilung nach dem Leistungsprinzip ermöglicht eine optimierte Steuerung des als Profit Center deklarierten Bereichs. Auch die Möglichkeiten zur Überprüfung der Rentabilität sprechen für dieses Verfahren. Letztendlich führen die Organisationsstrukturen in Verbindung mit der Profit-Center-Rechnung bei Leitung und Mitarbeiter dazu, wie ein eigenständiges Unternehmen zu agieren und zu denken. Das sich in Profit-Center-Kalkulation sowie im Periodenerfolg ausdrückende Leistungsprofil kann zur Gegenüberstellung von Gewinnbringern und zur Abgrenzung von Verlustbringern eingesetzt werden.

Historische Betrachtung

Das Profit Center hat seine Ursprünge in der divisionalen Organisationsform, wie sie aus Sparten-Organisation und der Organisationsform der Geschäftsbereiche bekannt sind. In Anlehnung an deren objektorientierte Operationsform auf Hierarchie-Ebene Nummer 2 eines Unternehmens hat sich das managementorientierte Profit Center heraus gebildet. Von besonderem Gewicht ist die transparente, erfolgsorientierte Erfolgsbewertung dieser modernen, divisionalen Organisationsform, die nach Abnehmergruppe,, Verkaufsregionen oder Produkten strukturiert werden kann. Bedarfsgerecht verfügbare interne Funktionsbereiche wie Einkauf, Fertigung, Verkauf oder Service bilden die operative Basis für die als Profit Center strukturierte und personell ausgerüstete Geschäftseinheit. Warenströme zwischen einzelnen Profit Centers können den Direktiven des Gesamtunternehmens folgend zu externen Preisen, Konzern-Verrechnungspreisen oder zu spezifischen Transferpreisen fakturiert werden.

Funktionale Software unterstützt Profit–Center-Rechnung

Unternehmen und Geschäftseinheiten wie das Profit Center setzen auf schlagkräftige Strukturen und auf aussagefähiges Zahlenmaterial zur Kosten- und Leistungsrechnung sowie der Deckungsbeitragsrechnung. Dies betrifft besonders die auf der im Kern auf der Kosten- und Leistungsrechnung sowie der Deckungsbeitragsrechnung fußende Profit-Center-Rechnung (siehe hierzu https://www.lexoffice.de/vorteile und https://www.lexoffice.de/funktionen). Vergleichsfunktionen in „lexoffice“ ermöglichen nicht zuletzt die wirkungsvolle, ergebnisorientierte Auflistung und Gegenüberstellung des Periodenerfolgs mehrerer Profit Center.