Umsatzsteuer

Umsatzsteuer: Alles dreht sich um Ihren Umsatz

Die Umsatzsteuer ist die Steuer auf die Umsätze. Sie wird allgemein auch als Mehrwertsteuer bezeichnet. Der Unternehmer erhält für seine steuerpflichtigen Umsätze im Normalfall die Umsatzsteuer von seinen Kunden und führt diese an das Finanzamt ab. Ist der Empfänger des Umsatzes auch ein Unternehmer, zieht er diese Umsatzsteuer als Vorsteuer ab.

Umsatzsteuer kann grundsätzlich nur dann entstehen, wenn ein Unternehmer eine Lieferung oder Leistung erbringt. Die andere beteiligte Person nennt man Leistungsempfänger. Ist dieser Leistungsempfänger kein Unternehmer, sondern Privatperson, trägt er die Umsatzsteuer auch wirtschaftlich. Da der Endverbraucher die Steuer nicht direkt an das Finanzamt abführt, wird die Umsatzsteuer auch als indirekte Steuer bezeichnet.

Umsatzsteuer von Unternehmertätigkeit abhängig

Die Umsatzsteuer wird zunächst am Unternehmer selbst festgemacht: Dabei ist der Begriff des Unternehmens sehr weit ausgelegt; er umfasst im Prinzip alle Tätigkeiten, die selbstständig ausgeübt werden – neben gewerblicher und (frei-)beruflicher Arbeit auch reine Vermietungsumsätze. Entscheidend ist, ob die Tätigkeit nachhaltig, also auf Dauer angelegt ist und ob Einnahmen erzielt werden sollen. Achtung: Hier dreht es sich tatsächlich um die Einnahmen – also den Umsatz. Im Gegensatz zu den Vorgaben der Einkommensteuer ist es nicht wesentlich, ob Sie auch einen Gewinn erzielen wollen. Das Finanzamt stuft Sie also auch dann umsatzsteuerlich als Unternehmer ein, wenn Sie dauerhaft Verluste machen.

Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer ist das so genannte Entgelt. Entgelt ist das, was der Leistungsempfänger bezahlt, um die Leistung zu erhalten – abzüglich der Umsatzsteuer. Zum Entgelt gehören auch zusätzlich in Rechnung gestellte Kosten, wie Transport und Verpackung.

Der allgemeine Steuersatz bei der Umsatzsteuer – auch Regelsteuersatz genannt – beträgt 19 Prozent. Die Steuerermäßigungen in Höhe von 7 Prozent ergeben sich zunächst aus dem Umsatzsteuergesetz. Zehn verschiedene Kategorien werden hier aufgelistet, in denen der ermäßigte Steuersatz greift. Dazu zählen beispielsweise

  • Leistungen aus der Tätigkeit als Zahntechniker;
  • Lieferung oder Wiederherstellung von Zahnprothesen und kieferorthopädischen Apparaten, soweit sie der Unternehmer in seinem Unternehmen hergestellt oder wiederhergestellt hat;
  • Eintrittsberechtigung für Theater, Konzerte und Museen, sowie die den Theatervorführungen und Konzerten vergleichbaren Darbietungen ausübender Künstler;
  • Überlassung von Filmen zur Auswertung und Vorführung sowie Filmvorführungen;
  • Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Rechten, die sich aus dem Urheberrechtsgesetz ergeben.

Ein Anhang zum Umsatzsteuergesetz führt darüber hinaus in 54 Punkten und noch mehr Unterpunkten die verschiedensten Waren und Dienstleistungen auf, die im Gesetz selbst noch nicht konkret benannt sind. Und weil damit immer noch nicht alle Fragen geklärt sind, gibt das Bundesfinanzministerium in regelmäßigen Abständen ein Schreiben heraus, das inzwischen 140 Seiten umfasst und letzte Abgrenzungsprobleme zu klären versucht.

Umsatzsteuer – Steuerbefreiungen für Ärzte und Kultur

Weil der Verbraucher letztlich die Umsatzsteuer trägt, existieren für bestimmte Umsätze Steuerbefreiungen. Denn hier soll der Endverbraucher nicht mit Umsatzsteuer belastet werden. Zu den steuerfreien Leistungen zählen beispielsweise Umsätze von Ärzten, Versicherungen, aber auch von Theatern, Museen und Büchereien.

Grundsätzlich muss jeder Unternehmer seine Umsätze nach vereinbarten Entgelten versteuern. Das bedeutet, dass der jeweilige Umsatz immer der Voranmeldung zuzuordnen ist, in deren Zeitraum die Leistung ausgeführt wurde. Die Steuer entsteht mit Ablauf dieses Zeitraums. Diese Besteuerungsart nennt die Finanzverwaltung Sollversteuerung. Im Gegensatz dazu bezeichnet die Istversteuerung – die auf Antrag möglich ist und Freiberuflern grundsätzlich offen steht -, dass die Umsatzsteuer erst dann entsteht, wenn der Kunde die betreffende Rechnung auch bezahlt hat.

Unternehmer müssen Umsatzsteuer selbst anmelden

Die Umsatzsteuer ist eine Anmeldesteuer. Das heißt, dass der Unternehmer bis zum 10. Tag nach Ablauf jedes Voranmeldungszeitraums eine Umsatzsteuer-Voranmeldung elektronisch und authentifiziert übermitteln muss. Hier muss er die Steuer für den Voranmeldungszeitraum selbst berechnen – also

  • alle Umsätze angeben
  • die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen abziehen und
  • die zu zahlende Umsatzsteuer ermitteln.

Die berechnete Vorauszahlung ist gleichzeitig fällig. Der Voranmeldungszeitraum kann vierteljährlich oder monatlich sein. Der Voranmeldungszeitraum für die Umsatzsteuer richtet sich nach der gezahlten Umsatzsteuer im vorangegangenen Kalenderjahr: Lag diese über 7.500 EUR, ist der Voranmeldungszeitraum monatlich. Auch für Existenzgründer gilt in den ersten zwei Jahren ein monatlicher Rhythmus. Beträgt die Umsatzsteuer für das vorangegangene Kalenderjahr nicht mehr als 1.000 EUR, kann das Finanzamt den Unternehmer von der Verpflichtung, Voranmeldungen abzugeben und Vorauszahlungen zu leisten, befreien.

Achtung: Wenn Sie die Voranmeldung nicht innerhalb der gesetzlichen Frist beim Finanzamt einreichen, kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag von bis zu 10 Prozent auf die zu zahlende Umsatzsteuer festsetzen. Die Zahlungs-Schonfrist beträgt drei Tage – danach werden Säumniszuschläge erhoben.