Umsatzsteuer-Voranmeldung

Wer haupt- oder nebenberuflich selbstständig ist und umsatzsteuer-pflichtige Leistungen anbietet, muss beim Finanzamt eine Umsatzsteuer-Voranmeldung vornehmen. Damit teilt man dem Finanzamt mit, wie viel Umsatzsteuer nach Abzug der Vorsteuer noch offen ist und gezahlt werden muss.

Umsatzsteuer-Voranmeldung monatlich, vierteljährlich oder jährlich?

Damit der gesamte jährliche Umsatzsteuer-Betrag nicht auf einen Schlag gezahlt werden muss, sieht das Finanzamt mehrere jährliche Teilzahlungen vor. Dadurch wird einerseits der finanzielle Druck auf Unternehmer verringert. Andererseits mindert der Staat so das Risiko eines Zahlungsausfalls, wenn ein Unternehmen im Laufe des Jahres zahlungsunfähig werden sollte. Der Voranmelde-Zeitraum ist abhängig von der Höhe der Steuerschuld:

  • Kalendermonat: wenn die Steuerschuld des Vorjahres über 7.500 € liegt
  • Kalenderquartal: wenn die Steuerschuld unter 7.500 € liegt
  • Kalenderjahr: wenn die Steuerschuld unter 1.000 € liegt, kann eine Befreiung von der Umsatzsteuer-Voranmeldung erfolgen, sodass die Zahlung der Umsatzsteuer nur jährlich fällig ist.

Die Voranmeldung muss jeweils zum 10. des Monats nach dem Voranmelde-Zeitraum abgegeben werden. Bei einer monatlichen Umsatzsteuer-Voranmeldung ist diese also für den Monat Januar bis zum 10. Februar fällig und bei einer vierteljährlichen Voranmeldung für die Monate Januar bis März am 10. April.

Wer muss eine Umsatzsteuer-Voranmeldung vornehmen

Grundsätzlich müssen alle Unternehmer eine Umsatzsteuer-Voranmeldung vornehmen, die umsatzsteuer-pflichtige Leistungen anbieten. Die Summe aus eingenommener Umsatzsteuer abzüglich der geleisteten Vorsteuer (z.B. bezahlte Umsatzsteuer bei Einkauf von Waren, Dienstleistungen durch den Unternehmer) ergibt dann seine Umsatzsteuer-Zahllast.

Wer einen Umsatz von weniger als 17.500 € im letzten Geschäftsjahr und im laufenden voraussichtlich weniger als 50.000 € Umsatz pro Jahr erzielt, kann die sogenannte Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und ist von der Pflicht zur Umsatzsteuer-Voranmeldung befreit. Aber Vorsicht: Ändert sich der Umsatz während eines Jahres erheblich, ist es immer ratsam mit dem Finanzamt oder Steuerberater abzuklären ob, ab wann und wie oft eine Umsatzsteuer-Voranmeldung erfolgen muss.

Für Freiberufler gilt: Wenn die ausgeübte Tätigkeit nach §4 des UStG nicht umsatzsteuerpflichtig ist, muss ebenfalls keine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgegeben werden (z.B. beim Verkauf von Versicherungen).

Für alle Existenzgründer gilt für das Jahr der Gründung und das anschließende Geschäftsjahr immer eine monatliche Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung (§ 18 UStG) und zwar ganz egal wie hoch die aktuellen oder erwarteten Umsätze sind. Tipp: Die Verpflichtung zur monatlichen Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung endet nicht automatisch nach dem 2. Jahr, selbst wenn Ihre Umsatzsteuer-Zahllast weniger als 7.500 € im abgelaufenen Jahr betragen hat. Wer in diesem Fall den Abgaberhythmus wechseln will, muss einen entsprechenden Antrag beim Finanzamt stellen.

Wie wird die Umsatzsteuer-Voranmeldung vorgenommen?

Die Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung muss elektronisch erfolgen. Die Voranmeldung in Papierform ist nur in Härtefällen auf Antrag möglich. Dazu können Sie das PortalElsterOnline nutzen. Noch einfacher geht es über das ELSTER-Modul von lexoffice. Damit können Sie die Daten direkt aus dem Programm heraus an das Finanzamt übertragen. Mit einem Klick berechnet lexoffice die Umsatzsteuer-Zahllast und überträgt die Daten an Ihr Finanzamt.