Umsatzsteuer-Voranmeldung

Sie betrifft die meisten Unternehmer, Freiberufler, Gründer und Selbstständige – die Umsatzsteuer-Voranmeldung  ( USt. Voranmeldung ).

Ob diese monatlich, vierteljährlich oder überhaupt beim Finanzamt abgegeben werden muss hängt von einigen Faktoren ab, im Zweifel ist aber immer eine Rücksprache mit dem Finanzamt oder dem Steuerberater sinnvoll. Lesen Sie im Folgenden was genau die Umsatzsteuervoranmeldung  ( USt. Voranmeldung ) ist, was Sie dabei beachten müssen und welche Fristen und Regelungen für Kleinunternehmer existieren.

 

Was genau ist die Umsatzsteuer-Voranmeldung  ( USt. Voranmeldung )?

Bei der Umsatzsteuervoranmeldung  ( USt. Voranmeldung ) errechnet der Unternehmer seine Umsatzsteuer und Vorsteuer selbst – z.B. mit einem Rechnungsprogramm – und meldet diese Werte dann dem Finanzamt. Die Summe aus eingenommener Umsatzsteuer abzüglich der geleisteten Vorsteuer (z.B. bezahlte Umsatzsteuer bei Einkauf von Waren, Dienstleistungen durch den Unternehmer) ist dann seine Umsatzsteuer-Zahllast.

Eingenommene Umsatzsteuer – bezahlte Umsatzsteuer (Vorsteuer) = Umsatzsteuer-Zahllast (Umsatzsteuerschuld)

Zum Beispiel:

Eingenommene Umsatzsteuer von Ihren Kunden im Monat Juni:            12.500 EUR
– gezahlte Umsatzsteuer bei Ihren Lieferanten im Juni:                                 5.500 EUR
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= Umsatzsteuer-Zahllast an das Finanzamt für Juni:                                      7.000 EUR

Ist diese Summe positiv, hat der Unternehmer mehr Umsatzsteuer in einem Monat eingenommenen als ausgegeben und schuldet somit dem Finanzamt die Differenz.

Ist die Summe dagegen negativ, also mehr geleistete Vorsteuer als eingenommene Umsatzsteuer, so schuldet das Finanzamt dem Unternehmer den Betrag, da der Unternehmer mehr Umsatzsteuer gezahlt hat als er eigentlich müsste.

 

Wer muss eine Umsatzsteuer-Voranmeldung  ( USt. Voranmeldung ) machen?

Grundsätzlich gilt: alle Unternehmer, die umsatzsteuerpflichtig und deren Umsätze daher nicht laut §4 des UStG steuerbefreit sind oder die unter die Kleinunternehmerregelung fallen, müssen eine Umsatzsteuervoranmeldung erstellen.

Diese ist bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraumes beim zuständigen Finanzamt abzugeben. Also z.B. bei monatlicher Abgabe bis zum 10. des Folgemonats.

Ob und wie oft die Voranmeldung abgegeben werden muss hängt davon ab, wie hoch die Umsatzsteuer-Zahllast im Vorjahr war.

Umsatzteuer-Zahllast im VorjahrAbgabe der Voranmeldung
0 EUR  – 1.000 EURes ist keine Voranmeldung erforderlich
1.000 EUR– 7.500 EURVoranmeldung erfolgt vierteljährlich
ab 7.500 EURVoranmeldung erfolgt monatlich

Tipp:  Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob und wie häufig Sie die Umsatzsteuervoranmeldung abgeben müssen, ist es ratsam am Anfang des Geschäftsjahres mit Ihrem zuständigen Finanzbeamten oder Steuerberater zu sprechen.

 

Welche Besonderheiten gibt es bei der Umsatzsteuervoranmeldung  ( USt. Voranmeldung ) für Kleinunternehmer und Freiberufler zu beachten?

Wer einen Umsatz von weniger als 17.500€ im letzten Geschäftsjahr und im laufenden voraussichtlich weniger als 50.000€ Umsatz pro Jahr erzielt, fällt unter die sogenannte Kleinunternehmerregelung und muss daher keine Umsatzsteuer beim Rechnungen schreiben ausweisen. Damit ist er auch von der Pflicht zur Umsatzsteuervoranmeldung befreit.

Aber Vorsicht: Ändert sich der Umsatz während eines Jahres erheblich, ist es immer ratsam mit dem Finanzamt oder Steuerberater abzuklären ob, ab wann und wie oft eine Umsatzsteuervoranmeldung erfolgen muss.

Eine Besonderheit bei Freiberuflern:

Hier gilt: Wenn die ausgeübte Tätigkeit nach §4 des UStG nicht umsatzsteuerpflichtig ist, muss ebenfalls keine Umsatzsteuervoranmeldung  ( USt. Voranmeldung ) abgegeben werden (z.B. beim Verkauf von Versicherungen).

 

Umsatzsteuer-Voranmeldung für Gründer

Für alle Existenzgründer gilt für das Jahr der Gründung und das anschließende Geschäftsjahr immer eine monatliche Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung (§ 18 UStG) und zwar ganz egal wie hoch die aktuellen oder erwarteten Umsätze sind.

Tipp: Die Verpflichtung zur monatlichen Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung endet nicht automatisch nach dem 2. Jahr, selbst wenn Ihre Umsatzsteuerzahllast weniger als 7.500€ im abgelaufenen Jahr betragen hat. Wer in diesem Fall den Abgaberhythmus wechseln will, muss einen entsprechenden Antrag beim Finanzamt stellen.

Wie wird die Umsatzsteuervoranmeldung abgegeben?

Die Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung muss elektronisch über das ELSTER-Modul erfolgen. Mit einer Buchhaltungssoftware können die Daten oft direkt aus dem Programm an das Finanzamt übertragen werden. Alternativ können Sie auch die Werte selbst über das ELSTER-Formular eingeben. Nutzen Sie zur Bestimmung der Werte, die dort in den jeweiligen Feldern eingetragen werden am besten eine entsprechende Auswertung Ihres Rechnungsprogramms.

 

Welche Fristen für die Umsatzsteuer-Voranmeldung  ( USt. Voranmeldung ) gibt es?

Die Abgabe muss immer bis zum 10. Tag nach Ende des Betrachtungszeitraums erfolgen. Ist der 10. Tag ein Sonn- oder Feiertag, verschiebt sich die Abgabe auf den nächsten Werktag.

Tipp: Nach dem 10. Tag gibt es seitens der Finanzämter i.d.R. noch eine Kulanzzeit von bis zu 3 Tagen. Sollte am spätestens am 14. Tag die Meldung der Umsatzsteuer aber noch nicht vorliegen, werden auf jeden Fall Säumniszuschläge erhoben. Nutzen Sie am besten ein Rechnungsprogramm, damit die Voranmeldung immer rechtzeitig fertig ist.

 

Dauerfristverlängerung:

Für alle, denen 10 Tage nicht reichen, besteht die Möglichkeit einen Antrag auf eine Verlängerung der Frist beim Finanzamt zu stellen – die sogenannte Dauerfristverlängerung. Damit verlängert sich die Abgabefrist für die Umsatzsteuer-Voranmeldung um einen Monat. Sie müssen diese also zum Beispiel für den Monat September nicht mehr bis zum 10. Oktober abgeben, sondern es reicht dann der 10. November.

Wichtig: Der Antrag zur Dauerfristverlängerung muss (wie auch die Umsatzsteuervoranmeldung) elektronisch erfolgen und zwar spätestens bis 10. Februar (bei monatlicher Voranmeldung) oder bis zum 10. April (bei vierteljährlicher Voranmeldung) elektronisch beantragt werden. Den Antrag finden Sie ebenfalls im ELSTER-Formular.