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Betriebliche Altersvorsorge und betriebliche Krankenversicherung

Was Arbeitgeber wissen müssen

Wenn sich ein Unternehmen gegenüber seinen Angestellten fürsorglich zeigt, stärkt das die Mitarbeiterbindung und erhöht die Attraktivität als Arbeitgeber. Ein Beispiel hierfür sind die betriebliche Altersvorsorge und Krankenversicherung. Diese können zudem für Arbeitgeber und Arbeitnehmer von Vorteil sein, da beide Seiten mit ihnen Steuern und Sozialabgaben sparen können. Wie das geht und was Arbeitgeber allgemein zum Thema betriebliche Altersvorsorge und Krankenversicherung wissen müssen, erfahren Sie hier.

Betriebliche Altersvorsorge:
Was ist das?

Die betriebliche Altersvorsorge (kurz: bAV) ist ein Sammelbegriff. Hierunter fallen verschiedene finanzielle Leistungen, die ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer gewähren kann. Der Arbeitgeber kann den Arbeitnehmer sowohl bei der Altersvorsorge als auch bei der Versorgung von berechtigten Hinterbliebenen im Todesfall oder auch bei der Invaliditätsversorgung im Falle einer Arbeitsunfähigkeit unterstützen.

Die betriebliche Altersvorsorge kann durch fünf unterschiedliche Durchführungswege vollzogen werden:

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  • Direktzusage/ unmittelbare Versorgungszusage: Der Arbeitgeber erbringt die Leistungen der bAV selbst. Das bedeutet, der Arbeitnehmer hat direkt Ansprüche gegen den Arbeitgeber als Träger der Altersvorsorge. Der Arbeitgeber kann dabei selbst entscheiden, wie er die Leistungen finanziert.
  • Direktversicherung: Der Arbeitgeber ist Versicherungsnehmer und schließt einen Versicherungsvertrag zugunsten des Arbeitnehmers ab. Dem Arbeitnehmer ist ein unwiderruflicher Rechtsanspruch einzuräumen.
  • Pensionskasse: Eine rechtlich selbstständige Einrichtung, die Beiträge von Arbeitnehmer und Arbeitgeber erhält, das Vermögen verwaltet und später Renten an den Arbeitnehmer (oder dessen Hinterbliebene) auszahlt. Arbeitnehmer haben einen Rechtsanspruch auf die Versorgungsleistung.
  • Pensionsfonds: Ebenfalls eine rechtlich selbstständige Einrichtung, die gegen Beitragszahlung betriebliche Altersvorsorge für den Arbeitgeber durchführt. Im Unterschied zur Pensionskasse und der Direktversicherung, kann das Vermögen aber recht frei am Kapitalmarkt angelegt werden. Der Arbeitnehmer hat einen Rechtsanspruch gegenüber dem Fonds.
  • Unterstützungskasse: Wie Pensionskasse und Pensionsfonds eine selbständige Einrichtung, die aber versicherungsrechtlich nur Leistungen ohne Rechtsanspruch gewähren darf. Der Arbeitgeber ist aber zur Leistung verpflichtet und der Rechtsanspruch ist nur dann ausgeschlossen, wenn bestimmte sachliche Gründe vorliegen.

Betriebliche Altersvorsorge und Entgeltumwandlung

Die betriebliche Altersvorsorge erfordert nicht, dass der Arbeitgeber die Leistungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt. Sie bietet daher die Chance einer Entgeltumwandlung: Dann müssen unter Umständen weniger Sozialabgaben und Steuern gezahlt werden. Das ist sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer von Vorteil. Den bevorzugten Durchführungsweg legt dabei meist der Arbeitgeber fest.

Seit 2002 hat jeder in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherte Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung. Der arbeitsrechtliche Anspruch auf Entgeltumwandlung beschränkt sich dabei auf 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung. Der Arbeitgeber kann aber grundsätzlich mehr vereinbaren.

Hinweis: bAV gilt auch für geringfügig Beschäftigte

Auch Arbeitnehmer, die im Rahmen eines 450-EUR-Minijobs angestellt sind, haben einen Anspruch auf Entgeltumwandlung zugunsten einer betrieblichen Altersvorsorge. Dies gilt aber nur, sofern die Beschäftigten nicht von der Rentenversicherungspflicht befreit werden.

Was passiert bei der Entgeltumwandlung?

Bei einer Entgeltumwandlung muss der Arbeitnehmer auf Teile seines Arbeitslohns verzichten. Dafür schließt der Arbeitgeber mit ihm eine Versorgungsvereinbarung über zukünftige Altersbezüge ab. Der Arbeitnehmer führt dann einen Teil seines Lohns in einen Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge ab (Lebens- oder Rentenversicherung). Diesen Vertrag sucht meist der Arbeitgeber und nicht der Angestellte selbst aus.

Der Vorteil einer Entgeltumwandlung liegt für Arbeitnehmer auf der Hand: Für den Teil, der in die bAV gezahlt wird, müssen Arbeitnehmer keine Sozialabgaben und keine Einkommensteuer zahlen. Arbeitnehmer zahlen also mehr in die Altersvorsorge ein, als sie netto erhalten würden.

Aber: Eine Entgeltumwandlung lohnt sich nicht in allen Fällen. Bei schlechter Verzinsung und ohne Bezuschussung durch den Arbeitgeber, kann die Entgeltumwandlung später zum Nachteil für den Arbeitnehmer ausfallen. Arbeitnehmer erhalten weniger gesetzliche Rente, da aufgrund des niedrigeren Bruttoeinkommens geringere Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt wurden. Zudem muss die bAV bei der Ausschüttung nachträglich versteuert werden.

Wann lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge?

Eine betriebliche Altersvorsorge lohnt sich für Arbeitnehmer häufig dann am meisten, wenn der Arbeitgeber bei den bAV-Beiträgen finanzielle Unterstützung leistet.

Dies ist z. T. auch gesetzlich vorgeschrieben: Im Falle einer Entgeltumwandlung müssen Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen einen bestimmten Prozentsatz des Betrags, der umgewandelt werden soll, bezuschussen. Mit einer solcher Bezuschussung können evtl. die späteren Rentenabzüge ausgeglichen werden.

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Was zahlt der Arbeitgeber?

Falls die Entgeltumwandlung zur Einsparung von Sozialabgaben führt, gilt für Arbeitgeber eine Zuschusspflicht: Sie müssen 15 Prozent des umgewandelten Arbeitsentgelts zusätzlich als Arbeitgeberzuschuss an den Pensionsfonds, die Pensionskasse oder für die Direktversicherung erbringen. Je nach Ermessen des Arbeitgebers kann der Zuschuss auch höher ausfallen.

Die Zuschusspflicht gilt erst ab dem 1. Januar 2022, wenn die Vereinbarung zu einer Entgeltumwandlung vor dem 1. Januar 2019 geschlossen wurde. Bei Entgeltumwandlungen, die nach dem 1. Januar 2019 getroffen wurden, ist die Zuschusspflicht schon ab 2019 anzuwenden. Sofern es sich um reine Beitragszusagen handelt, gilt die Zuschusspflicht zudem seit 2018.

Der Zuschussbeitrag bleibt bis zum Höchstbetrag von 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung steuerfrei. Das gleiche gilt für die durch Entgeltumwandlung finanzierten Beiträge. In der Sozialversicherung sind hier allerdings nur 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze beitragsfrei.

Achtung: Bei einer Direktzusage oder der Versorgung über eine Unterstützungskasse müssen erst die späteren Versorgungsleistungen als Arbeitslohn versteuert werden. Wird einer dieser Durchführungswege gewählt, kommt es durch die Entgeltumwandlung nämlich nicht zum Zufluss von Arbeitslohn. Auch hier sind in der Sozialversicherung nur 4 Prozent beitragsfrei.

bAV-Förderbetrag: was ist das?

Der Förderbetrag ist ein seit 2018 wirksamer staatlicher Zuschuss für Arbeitgeber, die Geringverdiener mit zusätzlichen Beiträgen zur betrieblichen Altersvorsorge unterstützen wollen. Zu Geringverdienern zählen Arbeitnehmer, die bis zu 2.200 EUR im Monat verdienen. Die zusätzlich geleisteten Beiträge an solche Angestellten des Arbeitgebers werden mit 30 Prozent bezuschusst.

Der Zuschuss für die Beiträge muss mindestens 72 EUR und darf höchstens 144 EUR jährlich betragen. Die geförderten Beträge sind für Arbeitnehmer abgabenfreier Arbeitslohn. Auch die relevanten Arbeitgeberbeträge zählen nicht zum sozialversicherungspflichtigen Arbeitslohn.

Betriebliche Krankenversicherung: Was ist das?

Die betriebliche Krankenversicherung (kurz: bKV) ist eine private Krankenzusatzversicherung, die als Ergänzung zur gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung der Mitarbeiter wirkt. Der Versicherungsnehmer ist der Arbeitgeber, der in Zusammenarbeit mit einem privaten Krankenversicherer Gruppenverträge anbietet. Die bKV ist aber eine freiwillige Leistung, ein gesetzlicher Anspruch besteht nicht.

Die Arbeitgeberleistung besteht darin, sich als Arbeitgeber zu verpflichten, ein bestimmtes Risiko für den Arbeitnehmer versicherungsvertraglich abzusichern (z. B. die Behandlungskosten bei Krankheit). Bei der Inhaltsbestimmung, also z. B. bei der Ausarbeitung des Leistungskatalogs, ist der Arbeitgeber frei in der Gestaltung. Typische Leistungen, die durch bKV abgedeckt werden, sind bspw. Zahnzusatzleistungen, Auslandsreisekrankenversicherung und Vorsorgeuntersuchungen – kurzum: solche Leistungen, die nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckt werden.

Worauf ist bei der Lohnsteuer und Sozialversicherung zu achten?

Prinzipiell sind die Beiträge in die bKV, die der Arbeitgeber übernimmt, als geldwerter Vorteil zu werten und müssen damit dem Bruttolohn zugerechnet werden. Somit gelten sie als lohnsteuerpflichtig. So ist zumindest die Auffassung der Finanzverwaltung. Die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs unterscheidet hingegen bei der Bewertung der Steuerfreiheit zwischen Sachlohn und Barlohn.

Wenn sich ein Arbeitgeber dafür entscheidet, den Angestellten unmittelbaren Versicherungsschutz zu gewährleisten und keine Geldzahlung anbietet, liegt Sachlohn vor. Dann gilt die Freigrenze von 44 EUR. Beträge, die diese Grenze monatlich nicht übersteigen, sind steuerfrei und nicht beitragspflichtig. Wird aber der Versicherungsvertrag durch den Arbeitnehmer abgeschlossen und durch den Arbeitgeber nur bezuschusst, handelt es sich um Barlohn. Dieser ist dann entsprechend zu versteuern und auch beitragspflichtig.

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Pauschalbesteuerung der bKV

Die anfallende Lohnsteuer kann pauschaliert werden, sofern die bKV als sonstiger Bezug gewertet wird. Pauschaliert werden können bis zu 1.000 EUR pro Mitarbeiter und Kalenderjahr. Dies ist möglich, wenn folgende Bedingungen erfüllt werden:

  • Die bKV wird als Gruppenvertrag einer größeren Zahl von Mitarbeitern angeboten.
  • Die bKV wird jährlich gezahlt.

Welche Vorteile bietet die betriebliche Krankenversicherung?

Die betriebliche Krankenversicherung ist klar im Sinne des Arbeitnehmers. Ihm wird ein zusätzlicher Krankenversicherungsschutz gewährt, der in der Regel günstiger als beim privaten Vertragsabschluss ist. Das steigert wiederum die Arbeitgeberattraktivität. Ein weiterer Pluspunkt für Arbeitgeber: Die Kosten sind als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar.

Fazit

Arbeitgeberleistungen zur Förderung der Gesundheit oder Altersvorsorge der Angestellten fördern nicht nur die Arbeitgeberattraktivität. Besonders, wenn sie steuerliche Vorteile bieten, sind sie für Unternehmen von doppeltem Vorteil. Die betriebliche Altersvorsorge ist dabei hervorzuheben. Mittels Entgeltumwandlung ist bei einer angemessenen Bezuschussung durch den Arbeitgeber eine klassische Win-Win-Situation möglich: Arbeitnehmer bekommen mehr Netto vom Brutto und Arbeitgeber sparen bei den Steuern und Sozialabgaben.

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