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Innovatives Recruiting im Fachkräftemangel

So punkten Sie im Kampf um die besten Köpfe

E-Recruiting, Azubimarketing 4.0 und Employer Branding – von Dating Apps für Bewerber*innen bis zu Stellenanzeigen als Werbeclip lässt das Creative Recruiting großer Firmen nichts aus. Doch es geht auch mit weniger Budget und ohne eine eigene Agentur nur für die Bewerbersuche – wir sagen Ihnen, wie.

Bewerber*innen um begehrte Posten stehen vor der Herausforderung, sich innovativ zu präsentieren – so geht es Unternehmen buchstäblich jeder Größenordnung im digitalen Zeitalter des Fachkräftemangels längst ebenfalls. Kleine Firmen können dabei durchaus gegen große Marken gewinnen, denn nicht alle Kandidat*innen träumen von Konzernkarrieren, fast alle aber von einem guten Arbeitsleben im nahezu perfekten Team. Wir zeigen Ihnen einige spannende Creative Recruiting Projekte, ergänzt wie immer durch praxisnahe Möglichkeiten, mit denen Sie auch ohne ein sechsstelliges Budget erfolgreich bei Ihren Traumbewerbern punkten können.

Gute Kandidaten für anspruchsvolle Jobs zu finden ist besonders im Fachkräftemangel zwar nicht einfach, aber machbar. Das Erfolgsgeheimnis besteht darin – wie immer bei Marketingaktionen – einerseits zielgruppengerecht vorzugehen, andererseits authentisch zu bleiben und sich dabei noch angenehm abzuheben. Klingt so einfach in der Idee wie komplex in der Umsetzung?

Dann fangen Sie mit der Adressierung der Zielgruppe an: Was könnte ihre Traumkandidat*innen ansprechen und begeistern? Vermutlich fast alles, was auch andere „themenfremde“ Menschen unterhaltsam und bemerkenswert finden, wie dieses Beispiel der Bäckerei Reiß-Beck, die ihr Stellenangebot aufgemacht haben wie einen der Abrisszettelchen auf Supermarktpinwänden: Mehl, Spaß, nettes Team, Lächeln, Zucker oder Glitzerperlen – für was werden die Bewerber sich entscheiden?

Ob Sie Visitenkarten aus Ihren Instagram-Posts machen, in Stories für Ihre offenen Stellen werben, Postkarten oder Bierdeckel mit dem Gesuch bedrucken lassen oder Ihr Team mit Motiv-Shirts „Hilfe, ich bin alleine – Kolleg*innen gesucht“ losschicken: Portale wie Flyeralarm, Moo.com oder wir-machen-druck.de bieten bezahlbare und originelle Möglichkeiten, das direkte Netzwerk und Umfeld über eine offene Stelle zu informieren.

Digital gut aufgestellt gegen den Fachkräftemangel

Über eins sollten Sie sich im Klaren sein: Wer sich für Ihre Firma interessiert, egal ob durch einen Werbeartikel mit Jobangebot oder eine offizielle Stellenausschreibung in Zeitung oder Jobportal, wird sich zunächst online informieren.

Der Gesamteindruck über Sie setzt sich dann zusammen aus der Selbstdarstellung auf Ihrer Website über die Firmenprofile auf XING und LinkedIn und hört bei Ihren Social Media Profilen noch längst nicht auf. Wenn Sie nicht gerade einen Allrounder für digitales Marketing und Social Media suchen und deswegen Ihre „Potenziale“ als Luft nach oben vermarkten können, sollte Ihre Präsenz im Web also zumindest mobile sein, halbwegs informativ und mit den Kontaktdaten relevanter Ansprechpartner garniert.

Ebenfalls von Interesse sind Bewertungsportale und Presse-Archive. Bevor Sie in Recruiting investieren, ist also Online-Reputationsmanagement angesagt: Aus dem eigenen Google-Konto ausloggen und ohne Filter prüfen, was andere zu Ihrer Firma online finden.

Zielgruppengerechte Ansprache spart (Ihre) Ressourcen

Kreative Stellenausschreibungen im Internet sind längst nicht mehr auf die Stellenbörsen und Jobportale beschränkt: Je nach Thema, Branche und Gesuch können Sie mit einem Mix aus regionalen Aktivitäten und Online-Suche gut geeignete Interessent*innen schon von vornherein filtern.

Wenn die Anzeige von Anmutung und Tonalität zu ihnen passt, melden sich Kandidaten, die sich von ihrem Unternehmen buchstäblich angesprochen fühlen.

Ganz und gar auf die Online-Welt setzen können Sie zwar auch und werden damit früher oder später Erfolg haben. Aber überlegen Sie in jedem Fall auch, ob Sie nicht eine „offline“ Fachveranstaltung nutzen können, um mit Kandidatinnen und potenziellen Bewerbern ins persönliche Gespräch zu kommen.

Drei Arten von Branchen-Event eignen sich dafür:

  1. Fachmessen Ihrer Branche, auf denen Sie Ihr Unternehmen vorstellen und mit Recruiting-Infos gezielt den Mitarbeiternachwuchs ansprechen. Sie werden die Top-Veranstaltungen Ihrer Branche schon kennen – oder können auf Übersichtsseiten wie www.messen.de weitere finden.
  2. Job- und Recruiting-Events, die eher nach Studienfächern oder Berufen filtern als nach Branche oder Region oder sogar offen aufgestellt sind. Stöbern Sie doch mal auf Eventbrite mit dem Suchwort „Recruiting“ oder auf XING oder googlen Sie nach „Jobmesse“, „Azubi-Marketing“ oder „Karrieretag“.
  3. Breitflächige Events mit regionaler Ausrichtung, auf denen Sie die Gelegenheit für einen Info-Stand nutzen können, um dabei auf sich selbst als potenziellen Arbeitgeber hinzuweisen. Denn so ungern Entscheider es auch hören, nicht alle Menschen möchten flexibel genug sein, für einen Job den Wohnort zu wechseln. Regionale Suche löst das Problem.

Ihr Erfolg mit Recruiting:

  • Die Marke „bemerkenswert“ aufbauen – so ziehen Sie Talente an
  • Vom visuellen Erstkontakt an eine optimale Candidate Experience gestalten
  • Basics wie SEO auf der Website und Social Profile up to date halten
  • Durch Social Recruiting an Kandidatenbeziehungen aktiv arbeiten
  • Erfolgreiche Mitarbeiterempfehlungen neuer Kandidaten be- und entlohnen
  • Events – eigene und andere – für Recruiting und Employer Branding nutzen

Regionale Aktivitäten können Sie übrigens auch mit Hilfe von Hashtags straffer fassen – auf Instagram abonnieren beispielsweise viele Menschen auch ihre Wohnorte bzw. deren #Namen, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Recruiting mit Instagram

Je kreativer die Berufe, desto leichter fällt es, mit Hilfe der Visual Platform Instagram Fachkräfte zu finden, weiß Gyro Agenturchefin Claudia Leischner. Im Interview mit WUV.de berichtet sie von Ihrem Vorgehen.

Eine eigene Instagram-Bildsprache mit hohem Wiedererkennungswert ist das Erfolgsgeheimnis – begleitet durch ansprechende Texte. Viel erfolgversprechender als ein von der „Personalabteilung“ verfasster Text im Stil einer klassischen Stellenausschreibung ist es, wenn die Personen selbst schreiben, die ein neues Teammitglied suchen. Das klappt, wenn klare Richtlinien für die Gestaltung von Postings kommuniziert werden und die einheitliche Optik erhalten bleibt.

Instagram bietet diverse Möglichkeiten, die sich gut aufbereiten lassen: Ambiente-Postings, Event-Begleitung, Instagram Stories, Videos und kurze Interviews oder eine eigene Challenge.

Social Recruiting: Da sein, wo die Zielgruppe sich tummelt

Recruiting in Social Media ist weit mehr als das Posten von Stellenangeboten auf Website, LinkedIn, XING und vielleicht noch Facebook mit einem extravaganten Schlenker in die Welt von Twitter. Potenzielle Kandidaten lassen sich zwar dort in den Netzwerken finden, wo sie sich aufhalten, aber nur die richtige Ansprache mit den passenden authentischen Informationen zum geeigneten Zeitpunkt baut auch wirklich ein brauchbares Verhältnis zu ihnen auf.

Anders ausgedrückt: Wie immer in Social Media funktioniert platte Werbung nicht – sondern der Nutzen für die Zielgruppe muss klar erkennbar sein. Nutzen nicht in Form von hohem Gehalt, sondern durch das glaubwürdige Versprechen von einem Arbeitsplatz, der sich gut und richtig anfühlt, wie beispielsweise durch die besagten Ambiente-Aufnahmen auf Instagram erkennbar wird. Durch Stimmen aus dem Team, durch Verfügbarkeit konkreter Ansprechpartner und durch Mitarbeiter*innen, die aktiv dazu auffordern, Kollege oder Kollegin zu werden: Das „Influencer“-Prinzip funktioniert auch im Employer Branding.

Recruiting in der digitalen Transformation

Es ist für die meisten Unternehmer ein sehr ungewohntes Feld, sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren zu müssen, statt aus einer Vielzahl von Kandidaten einfach auswählen zu können.

Diese Position behagt auch gar nicht jedem/jeder, erfordert Umdenken und andere Vorgehensweisen, eine neue Art von Augenhöhe, für die es oftmals noch an Regeln mangelt, die sich vertraut anfühlen. Doch

Fachkräftemangel in der digitalen Transformation hat die Welt verändert und wer ein leistungsfähiges Team mit guten Qualifikationen möchte, wird flexibel sein oder werden müssen. Bewerber*innen mit Qualifikationen suchen heute nicht irgendeinen Job, sondern einen, der so gut zu ihnen passt wie die eigenen Interessen. Sie wollen umworben und angeregt werden und das Gefühl haben, dass ein Unternehmen zu ihnen und ihren Erwartungen an flexible Arbeitsweisen passt. Das ist eine Herausforderung, die sich in der Regel nur mit aufwändigen Recruiting Hacks lösen lässt. Der Aufwand lohnt aber, denn die Ergebnisse sind toll – so entstehen Arbeitsteams mit guter Atmosphäre, die sich stark engagieren.

Ob Sie auf Facebook interagieren, mit Instagram Stories Einblicke und Impressionen bieten, Youtube Videos einsetzen oder auf Tiktok inserieren: Die Zeit ist gekommen, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Dinge zu probieren. Vielleicht gibt es in Ihrer Branche Influencer mit Themenblog, die sich für Kooperationen eignen oder Sie haben Lust, Ihre Ausschreibung als Facebook Live-Video auf die Fanpage zu setzen.

Aber selbst wenn Sie sich trotz aller Möglichkeiten dafür entscheiden, den klassischen Weg über eine „normale“ Stellenausschreibung zu gehen, haben Sie reichlich Chancen, sich originell und innovativ zu zeigen – es muss ja nicht gleich so drastisch zur Sache gehen wie bei der Fleischbeschau vor ein paar Jahren, als Metzgereien nach Azubis suchten. Dagegen wirkt die sauber strukturiere Info auf azubi.de direkt erholsam.

Beispiele für gelungene Karriereseiten

Angefangen von den Karriereangeboten auf der Website bis hin zu Annoncen in den größten Portalen: Schauen Sie sich an, wie andere Firmen diese Herausforderung trotz akutem Fachkräftemangel gelöst haben und lassen Sie sich inspirieren.

Ton in Ton: Durchgehend in den Corporate Farben, aufgemacht wie sonst die eigenen Buchungsmasken und ergänzt um Videos und Zitate vergisst man beim Stöbern auf der Motel One Karriereseite fast, dass man sich in der Regel gar nicht frei zwischen den vorhandenen Jobs entscheiden kann, nur weil die Auswahl so hübsch präsentiert wird.

Social integriert: Auch Henkel hat sichtbar Aufwand in die Präsentation der hauseigenen Stellenbörse gesteckt. Clever gemacht: Bildzitate der Social Media Kanäle, so dass den Betrachtern der Angebote die ganze Vielfalt des Konzerns gezeigt wird, ohne dass er oder sie wegklicken und sich auf anderen Plattformen orientieren muss.

Erfolgreiches Video:  Die dänische Firma Maesk Drilling hatte ein größeres Problem zu lösen als die meisten: Gleich 3000 Mitarbeiter fehlten – und zwar alles handverlesene, international eingesetzte Talente. Lesen Sie, wie Maersk Drilling mit einer Studie begann und die Herausforderung durch eine nachhaltige Heransgehensweise löste.

Auf den Punkt: Der Facebook-Kanal von Kasper Communications schafft es immer wieder, die Essenz eines Stellengesuchs in ein bis vier Worte zu packen und die Stellenanzeigen des Teams als „Quotes“ auf der Fanpage einzustellen. Blättern Sie durch die Fotos, um sich vom frechen Wording inspirieren zu lassen – von Fachkräftemangel keine Rede, von Anforderungen an genau passende Team-Mitgliedern jedoch sehr wohl.

Bilder, Meinungen, Event-Posts und Fragen: Das Daimler Karriere-Blog lässt die zukünftigen Kolleg*innen zu Wort kommen: Hier schreiben Mitarbeiter*innen aus den verschiedensten Abteilungen selbstständig über Daimler, ihren Berufsalltag und Themen wie Technologie, den Karriereeinstieg und – natürlich – über Automobile. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, beinahe 190.000 Nutzer folgen der Karriereseite.

Dem Fachkräftemangel trotzen: Ihrer Firma ein Gesicht geben

Ein Blog, ein Podcast, Vlog oder alles auf einmal sind gute und mit vertretbarem Aufwand bereitstellbare Möglichkeiten, um der Karriere-Seite Ihres Unternehmens ein Gesicht zu geben.

Mittelständische und kleinere Unternehmen haben im Vergleich zu den großen Marken bei den Themen Recruiting und Employer Branding höhere Hürden zu nehmen: Zum einen sind sie weniger bekannt als die großen Wettbewerber, zum anderen sind sie häufig nicht an so populären Standorten vertreten und verfügen nicht über ein vergleichbares Budget.

Dann sind es kleinere Maßnahmen, konsequent und strategisch durchgeführt, die Ihrem Unternehmen ein Gesicht geben. Das wichtigste Merkmal einer erfolgreichen Kampagne ist nicht die Summe, die darauf verwendet werden kann, sondern das Hirn dahinter: Niemand kennt Ihr Unternehmen besser als Sie selbst und Sie haben alle Möglichkeiten, auch den größten Konkurrenten die besten Bewerber*innen wegzuschnappen.

Angefangen von Stellenanzeigen, die sprachlich auf den Punkt kommen wie die prägnanteste (Stand Juni 2019) von Bönninger Gerüstbau: „Du bist jung und der Plan fehlt dir total. Zum Nerd hast du zu viel Kompetenz. Fitnessstudio langweilt dich. Dann komm zu uns als Gerüstbauhelfer/Bauhelfer. Kaputt bist du jeden Abend bei uns. Braun wirst du von alleine. Unser Team – Durchschnittsalter 24 – wartet auf dich. Täglich neue Aufgaben, mal scheiße, mal gechillt. Früh aufstehen und Morgensonne kostenlos als steuerfreie Sozialleistung. Dein Joystick ist mindestens 2,00 m lang und du kannst damit individuelle Konstruktionen bauen.“ Lustig und authentisch – kein Wunder, dass diese Ausschreibung auch auf Twitter verbreitet wurde (die anderen offenen Stellen auf der Website werden konservativ beschrieben).

Neben textlich optimierter authentischer Selbstdarstellung in Anzeigen, die sich selbst liebevoll „auf die Schüppe“ nehmen, haben Sie noch viele weitere Optionen wie Hochschulmarketing in Ihrer Region – oder Sponsoring. Ein Beispiel dafür ist der Mittelständler Schüco, Anbieter von Fenster-, Tür- und Fassadensystemen aus Aluminium, Kunststoff und Stahl und aktiver Sponsor für Sport-Events in Bielefeld, womit Bewerber*innen aus dem Umfeld den Markennamen bereits verinnerlicht haben, bevor Sie sich mit einer ausgeschriebenen Stelle beschäftigen.

Womit wir wieder bei dem Punkt wären, an dem zunächst Ihre Online-Präsenz einladend aufbereitet werden muss, bevor Sie in Außenwirkung als Employer als Recruiting-Mittel investieren.

Mobil, professionell und aussagekräftig – dann fallen Ihre Recruiting-Maßnahmen auch im Fachkräftemangel auf fruchtbaren Boden.