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Jahreswechsel 2019 / 2020

Änderungen in den Rechengrößen der Sozialversicherung
und deren Auswirkungen (Rechenbeispiel)

Alle Jahre wieder… Die der Lohnabrechnung zugrunde liegenden Rechengrößen für die Berechnung der Abgaben an die Sozialversicherung ändern sich mit dem Jahreswechsel 2019 / 2020. Das hat Auswirkungen auf die Personalkosten des Arbeitgebers und auf das Netto im Geldbeutel des Arbeitnehmers.

Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen auch 2020 wieder an.

Als Grundlage für die Festsetzung durch Bundesregierung und Bundesrat dient die Verdienstentwicklung des Vorjahres.

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Wikipedia definiert den Begriff wie folgt: „Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine Rechengröße im deutschen Sozialversicherungsrecht. Sie bestimmt, bis zu welchem Betrag das Arbeitsentgelt oder die Rente eines gesetzlich Versicherten für Beiträge der gesetzlichen Sozialversicherung herangezogen wird.“

Beitragssätze zur Sozialversicherung

Bei den Beitragssätzen zur Sozialversicherung gibt es mit dem Jahreswechsel 2019 / 2020 kaum Veränderungen. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf 2,4%. Einen Anstieg gibt es beim durchschnittlichen Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung. Dieser steigt von 0,9% um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1%. Seit Januar 2019 teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber diesen Zusatzbeitrag zur GKV.

Eine weitere Veränderung gibt es beim Faktor F. Nachdem dieser 2019 angestiegen ist, sinkt er 2020 in gleichem Maße wieder ab auf den Wert von 0,7547.

Was ist der Faktor F?

Das erklärt sehr gut das BMAS: „Im Übergangsbereich (früher Gleitzone) wird für die Berechnung des Arbeitnehmeranteils in den einzelnen Versicherungszweigen ein vermindertes Entgelt zu Grunde gelegt. Dieses verminderte Entgelt wird ermittelt, indem der Faktor F und das tatsächliche Bruttoentgelt in die sogenannte Formel für den Übergangsbereich eingesetzt werden.“

Beitragszuschuss PKV

Der Arbeitgeber beteiligt sich mit einem steuerfreien Zuschuss an der privaten Krankenversicherung (PKV) seiner Angestellten. Der maximale Arbeitgeberzuschuss beträgt 2020 rund 368 Euro. Den Arbeitgeberzuschuss gibt es auch für privat versicherte Familienangehörige.

Betriebliche Altersvorsorge

Der steuerfreie Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge liegt 2020 bei 6.624 € (8% der Beitragsbemessungsgrenze RV West). Der beitragsfreie Beitrag liegt bei 3.312 € (4% der Beitragsbemessungsgrenze RV West).

Weitere wichtige Kennzahlen

  • Minijob Grenze: 450 €
  • Midijob Grenze (übergangsbereich, früher Gleitzone): 450,01 € – 1300 €
  • Geringverdienergrenze Azubis: 325 €

Rechenbeispiel

In unserem Rechenbeispiel vergleichen wir die Lohnabrechnung eines / einer Angestellten mit einem Kind für die Jahre 2019 und 2020. Aufgrund der Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung sowie Senkungen bei Lohnsteuer und Soli erhält steigt das Netto um 10,54 € pro Monat für 2020 im Vergleich zu 2019. Das entspricht einer Steigerung des Nettolohns um 0,625%.

Auch der Arbeitgeber profitiert von der Senkung des Beitrages zur AV. Für dieses Rechenbeispiel sinken die Arbeitgeberkosten pro Monat um 1,25 €

Bei Personalkosten auf Arbeitgeberseite spielen auch die Umlagen (U1, U2 und Insolvenzgeldumlage) sowie der Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung eine Rolle. Die Werte für das kommende Jahr 2020 geben die Krankenkassen allerdings erst am 20.12.2019 bekannt. Hier kann es also noch zu Anpassungen kommen.

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Gesetzesänderungen zum Jahreswechsel die über die Themen für Arbeitgeber und Mitarbeiter hinaus gehen, finden Sie in unserer lexoffice Übersicht zu den gesetzlichen Änderungen 2020 >>

Die Themen kommen u.a. aus den Bereichen Steuern, Gesundheit, Familie, Mobilität, Umwelt und Medien.

Jahreswechsel 2018/2019

Änderungen in den Rechengrößen der Sozialversicherung zum letzten Jahreswechsel:

Die Beitragsbemessungsgrenzen, die Bezugsgrößen und die Jahresarbeitsentgeltgrenze steigen an.

Beitragsbemessungsgrenzen, die Bezugsgrößen und die Jahresarbeitsentgeltgrenze steigen
Sätze der Krankenversicherung bleiben gleich, der durchschnittliche Zusatzbeitrag sinkt.

Die Sätze der Krankenversicherung bleiben gleich, der durchschnittliche Zusatzbeitrag sinkt.

NEU: Der Zusatzbeitrag wird ab 2019 auch hälftig auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer verteilt und nicht mehr voll vom Arbeitnehmer getragen. Mehr dazu >>

Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt, während der Beitrag zur Pflegeversicherung im gleichen Maß ansteigt.

Die Höchstbeitragszuschüsse zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung.

Der steuerfreie Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge liegt 2019 bei 6.432 € (8% der Beitragsbemessungsgrenze RV West). Der beitragsfreie Beitrag liegt bei 3.216 € (4% der Beitragsbemessungsgrenze RV West).

Höchstbeitragszuschüsse zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung + steuerfreier Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge
Rechenbeispiel: Vergleich einer Lohnabrechnung 2018 / 2019 - Mehr Netto.

Rechenbeispiel

Vergleich der Lohnabrechnung 2018 und 2019 für einen Angestellten mit einem Kind, versichert bei der DAK (16,1%).

Das Nettoplus liegt bei 26,14 € pro Monat bzw. 313,68 € für das Jahr.

Sozialversicherung – eine Definition

Als Grundsatz für die Beitragsberechnung in der Sozialversicherung gilt, dass für jeden Kalendertag der Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflegeversicherung Beiträge zu zahlen sind. Das gilt auch für die Arbeitslosenversicherung. Für die Rentenversicherung besteht eine solche Berechnungsvorschrift nicht. Beiträge sind nicht zu zahlen, wenn Tage der Mitgliedschaft als beitragsfreie Zeit gelten.

Für Arbeitnehmer sind die Gesamtsozialversicherungsbeiträge vom Arbeitgeber nach bestimmten rechtlichen Vorgaben zu berechnen. Für die Beitragsberechnung sind folgende Faktoren relevant: Die Beschäftigungsdauer (Sozialversicherungstage), das erzielte Arbeitsentgelt und die maßgebenden Beitragssätze der einzelnen Sozialversicherungszweige. Beitragsbemessungsgrenzen begrenzen das Arbeitsentgelt ggf. bei der Beitragsberechnung.