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Jahreswechsel 2020 / 2021

Änderungen in den Rechengrößen der Sozialversicherung
und deren Auswirkungen (Rechenbeispiel)

Alle Jahre wieder… Die der Lohnabrechnung zugrunde liegenden Rechengrößen für die Berechnung der Abgaben an die Sozialversicherung ändern sich mit dem Jahreswechsel 2020 / 2021. Das hat Auswirkungen auf die Personalkosten des Arbeitgebers und auf das Netto im Geldbeutel des Arbeitnehmers.

Aktueller Stand: Am 14. Oktober 2020 hat das Bundeskabinett die Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2021 beschlossen. Sie nennt die Rechengrößen, die für die Sozialversicherung im Jahr 2020 maßgeblich sind: Durchschnittsentgelte, Bezugsgrößen, Beitragsbemessungsgrenzen und Versicherungspflichtgrenzen. Die Verordnung muss noch im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden. D.h. die hier genannten Beitragssätze sind aktuell noch vorläufig.

Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen auch 2021 wieder an.

Als Grundlage für die Festsetzung durch Bundesregierung und Bundesrat dient die Verdienstentwicklung des Vorjahres. Die Bruttogehälter stiegen im Jahr 2019 für Gesamtdeutschland um 2,94 Prozent. Die Folgen der Corona-Pandemie schlagen sich in den Rechengrößen also noch nicht nieder.

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Wikipedia definiert den Begriff wie folgt: „Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine Rechengröße im deutschen Sozialversicherungsrecht. Sie bestimmt, bis zu welchem Betrag das Arbeitsentgelt oder die Rente eines gesetzlich Versicherten für Beiträge der gesetzlichen Sozialversicherung herangezogen wird.“

Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen auch 2021 wieder an.

Beitragssätze zur Sozialversicherung

Bei den Beitragssätzen zur Sozialversicherung gibt es mit dem Jahreswechsel 2020 / 2021 kaum Veränderungen. Einen Anstieg gibt es voraussichtlich beim durchschnittlichen Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung um die Corona-Belastungen aufzufangen. Dieser steigt wahrscheinlich von 1,1% um 0,2 Prozentpunkte auf 1,3%. Seit Januar 2019 teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber diesen Zusatzbeitrag zur GKV.

Eine weitere Veränderung gibt es beim Faktor F. Nachdem dieser 2020 bereits sank, sinkt er 2021 weiter auf den Wert von 0,7509. Die Insolvenzgeldumlage steigt indessen an.

Beitragssätze zur Sozialversicherung

Was ist der Faktor F?

Das erklärt sehr gut das BMAS: „Im Übergangsbereich (früher Gleitzone) wird für die Berechnung des Arbeitnehmeranteils in den einzelnen Versicherungszweigen ein vermindertes Entgelt zu Grunde gelegt. Dieses verminderte Entgelt wird ermittelt, indem der Faktor F und das tatsächliche Bruttoentgelt in die sogenannte Formel für den Übergangsbereich eingesetzt werden.“

Beitragszuschuss PKV

Der Arbeitgeber beteiligt sich mit einem steuerfreien Zuschuss an der privaten Krankenversicherung (PKV) seiner Angestellten. Der maximale Arbeitgeberzuschuss beträgt 2021 rund 385 Euro. Den Arbeitgeberzuschuss gibt es auch für privat versicherte Familienangehörige.

Betriebliche Altersvorsorge

Der steuer- und beitragsfreie Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge liegt 2021 bei 3.408 €.

Beitragszuschuss private Krankenversicherung und betriebliche Altersvorsorge

Weitere wichtige Kennzahlen

  • Minijob Grenze: 450 €
  • Midijob Grenze (Übergangsbereich, früher Gleitzone): 450,01 € – 1300 €
  • Geringverdienergrenze Azubis: 325 €
  • Mindestlohn: Steigt zum 01. Januar 2021 auf 9,50 € und zum 01. Juli nochmal auf 9,60 €. Beachten Sie bei steigendem Mindestlohn in Kombination mit der Minijob-Grenze die Reduktion der maximal möglichen Arbeitszeit.

Rechenbeispiel

In unserem Rechenbeispiel vergleichen wir die Lohnabrechnung eines / einer Angestellten mit einem Kind für die Jahre 2020 und 2021. Aufgrund der Senkung der Lohnsteuer sowie durch den Wegfall des Soli steigt das Netto um 24,79 € pro Monat für 2021 im Vergleich zu 2020. Das entspricht einer Steigerung des Nettolohns um 1,46%.

Rechenbeispiel: Vergleich der Lohnabrechnung für 2020 und 2021.

Bei Personalkosten auf Arbeitgeberseite spielen auch die Umlagen (U1, U2 und Insolvenzgeldumlage) sowie der Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung eine Rolle. Die Werte für das kommende Jahr 2021 geben die Krankenkassen allerdings erst sehr spät am Jahresende bekannt. Hier kann es also noch zu Anpassungen kommen.

Sozialversicherung – eine Definition

Als Grundsatz für die Beitragsberechnung in der Sozialversicherung gilt, dass für jeden Kalendertag der Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflegeversicherung Beiträge zu zahlen sind. Das gilt auch für die Arbeitslosenversicherung. Für die Rentenversicherung besteht eine solche Berechnungsvorschrift nicht. Beiträge sind nicht zu zahlen, wenn Tage der Mitgliedschaft als beitragsfreie Zeit gelten.

Für Arbeitnehmer sind die Gesamtsozialversicherungsbeiträge vom Arbeitgeber nach bestimmten rechtlichen Vorgaben zu berechnen. Für die Beitragsberechnung sind folgende Faktoren relevant: Die Beschäftigungsdauer (Sozialversicherungstage), das erzielte Arbeitsentgelt und die maßgebenden Beitragssätze der einzelnen Sozialversicherungszweige. Beitragsbemessungsgrenzen begrenzen das Arbeitsentgelt ggf. bei der Beitragsberechnung.