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Kurzfristige
Beschäftigung

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Die kurzfristige Beschäftigung ist vor allem beliebt, wenn es um Studentenjobs, Saisonarbeit, Ferienjobs oder Krankheitsvertretungen geht. Doch auch wenn die Einstellung kurzfristig Beschäftigter mit nicht allzu viel Aufwand verbunden ist, gibt es einige Regeln, an die Sie sich halten müssen.

Was gilt für eine kurzfristige Beschäftigung?

Als kurzfristige Beschäftigung wird ein Arbeitsverhältnis bezeichnet, das im Laufe eines Kalenderjahres die Dauer von maximal drei Monaten bzw. 70 Arbeitstagen nicht überschreitet und von Beginn an befristet ist. Gleichzeitig darf eine kurzfristige Beschäftigung nicht die Haupteinkommensquelle des Beschäftigten sein.

Kurzfristige Beschäftigung: Dauer

Arbeitet der Beschäftigte in Vollzeit (mind. fünf Tage pro Woche), darf die Beschäftigung höchstens auf drei Monate befristet sein. Arbeitet er weniger als fünf Tage in der Woche und das regelmäßig, so ist die kurzfristige Beschäftigung auf 70 Arbeitstage begrenzt.

Wenn ein Arbeitnehmer mehrere kurzfristige Beschäftigungen in einem Kalenderjahr ausübt, sei es gleichzeitig oder hintereinander, dann sind die Zeiten einzeln zu erfassen und zusammenzurechnen.

Hinweis: Ist eine einzelne Beschäftigung auf zwei Kalenderjahre aufgeteilt (z. B. von November bis Januar), gilt ebenfalls die maximale Dauer – sie darf nicht auf zwei Jahre aufgeteilt werden.

Befristung und nicht regelmäßige Ausübung

Eine kurzfristige Beschäftigung ist als solche nur gültig, wenn die Befristung von Beginn an festgelegt ist – durch vertragliche Vereinbarung oder wenn sie aufgrund ‚ihrer Eigenart‘ so beschaffen ist. Ist die voraussichtliche Dauer vor Beginn der Beschäftigung und vor Vertragsschluss noch unbekannt, kann keine kurzfristige Beschäftigung vereinbart werden.

Außerdem ist darauf zu achten, dass der Arbeitnehmer die Tätigkeit nicht regelmäßig ausübt. Das heißt, wenn derselbe Beschäftige für eine bestimmte Aufgabe immer wieder beschäftigt wird, können Sie ihn nicht als kurzfristig Beschäftigten einstellen, auch dann nicht, wenn er nicht mehr als 70 Tage bei Ihnen beschäftigt ist.

Berufsmäßigkeit ausgeschlossen

Eine kurzfristige Beschäftigung darf dem Beschäftigten nicht als Haupteinkommensquelle dienen. Das heißt, er darf eine kurzfristige Beschäftigung nur neben seiner Hauptbeschäftigung ausüben. Hierunter fallen auch ein Studium, der Schulbesuch oder die Rente.

Ist die kurzfristige Beschäftigung, die einzige Beschäftigung, der der Arbeitnehmer nachgeht, oder finanziert er sich ausschließlich durch diese den Lebensunterhalt, ist die Beschäftigung berufsmäßig.

Ausnahme: Verdient ein Arbeitnehmer weniger als 450 Euro im Monat, darf er dennoch eine kurzfristige Beschäftigung ausüben, auch wenn diese als berufsmäßig gelten würde. An die Dauer und Befristung, die für eine kurzfristige Beschäftigung gelten, ist er aber gebunden.

Kurzfristige Beschäftigung: Darauf müssen Sie als Arbeitgeber achten

Die Einstellung kurzfristig Beschäftigter ist relativ unkompliziert. Doch es gibt ein paar Dinge, die Sie beachten sollten.

Kurzfristige Beschäftigung: Arbeitsvertrag und Meldung

Das Arbeitsverhältnis muss vertraglich festgehalten werden. Der Arbeitsvertrag für eine kurzfristige Beschäftigung sollte vor allem den Beginn und die Befristung der Beschäftigung enthalten sowie die Vergütung, Tätigkeit, Arbeitszeit, Urlaubs- und Krankheitsregelung, Nebentätigkeit, Verschwiegenheitspflicht und Verfall- und Ausschlusspflichten. Zusätzliche Vereinbarungen, Vertragsänderungen und Nebenabreden sollten Sie ebenfalls im Vertrag festhalten.

Jede kurzfristige Beschäftigung müssen Sie bei der Minijob-Zentrale an- bzw. abmelden.

Urlaub und Lohnfortzahlung

Sobald Ihr Arbeitnehmer einen vollen Monat bei Ihnen beschäftigt ist, hat er Anspruch auf Erholungsurlaub – und zwar auf ein Zwölftel des regulären Jahresurlaubs pro Monat. Außerdem steht ihm nach vier Wochen ebenfalls Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu.

Lohnnebenkosten

Für kurzfristig Beschäftigte fallen keine Sozialabgaben auf den Arbeitslohn an, die Beschäftigung ist also sozialversicherungsfrei. Als Arbeitgeber müssen Sie allerdings Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer abführen und die Arbeitgeber-Umlagen U1 und U2 an die Krankenkasse zahlen. Außerdem müssen Sie Ihren Arbeitnehmer bei Ihrer Berufsgenossenschaft unfallversichern.

Hinweis: Prüfen Sie genau, ob eine kurzfristige Beschäftigung vorliegt, sonst drohen Nachzahlungen. Nutzen Sie dafür z. B. einen Personalfragebogen. Für eine kurzfristige Beschäftigung ist die Höhe des Arbeitsentgelts im Übrigen nicht relevant.

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