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Der gesetzliche Mindestlohn

Erhöhungen 2021 und 2022

Der Mindestlohn gilt in Deutschland seit 2015 und wird seit 2018 jährlich stufenweise angehoben. Als Arbeitgeber sollten Sie die Entwicklung stets im Blick behalten, denn ein Verstoß gegen Mindestlohn-Vorschriften kann teuer werden. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zum Thema.

Gesetzlicher Mindestlohn steigt stufenweise bis 2022

Der Mindestlohn wurde im Jahr 2015 mit einem Stundensatz von 8,50 Euro eingeführt. Bereits zwei Jahre später wurde die Verdienstuntergrenze auf 8,84 Euro angehoben. Danach gab es jährlich weitere Erhöhungen, sodass sich der Mindestlohn mittlerweile im Jahr 2020 auf 9,35 Euro brutto pro Stunde beläuft. Bis 2022 soll der Mindestlohn in vier Stufen weiter angehoben werden:

  • zum 1. Januar 2021: 9,50 Euro
  • zum 1. Juli 2021: 9,60 Euro
  • zum 1. Januar 2022: 9,82 Euro
  • zum 1. Juli 2022: 10,45 Euro
Mindestlohn Anpassung

Wer fällt unter das Mindestlohngesetz (MiLoG)?

Der Mindestlohn gilt für alle volljährigen Arbeitnehmer, allerdings sind einige Ausnahmen zu beachten. Nicht unter das Mindestlohngesetz fallen beispielsweise

  • Azubis
  • Pflichtpraktikanten oder Praktikanten, die für maximal drei Monate gebunden werden
  • Langzeitarbeitslose innerhalb des ersten halben Jahres nach Arbeitsaufnahme
  • Jugendliche in der Einstiegsqualifizierung zur Vorbereitung auf eine Berufsausbildung
  • ehrenamtlich Tätige

Wer legt die Höhe des Mindestlohns fest?

Für die Anpassung des Mindestlohns ist die Mindestlohnkommission zuständig, die alle zwei Jahre neu festlegt, ob und welche Änderungen notwendig sind. Zur Kommission zählen neben dem Vorsitzenden jeweils drei Repräsentanten der Arbeitgeber und der Gewerkschaften sowie zwei Wissenschaftler, die als Berater auftreten.

Bei der Festsetzung der Höhe des Mindestlohns bezieht die Mindestlohnkommission Tarifentwicklungen der jüngeren Vergangenheit mit ein sowie aktuelle Wirtschaftsprognosen und die momentane Wirtschafts- und Wettbewerbssituation.

Was passiert bei einem Verstoß gegen das Mindestlohngesetz?

Mindestlohn Erhöhung

Einen höheren Arbeitslohn als den Mindestlohn dürfen Sie mit Ihrem Mitarbeiter immer vereinbaren. Sofern Ihr Mitarbeiter nicht zu den oben erwähnten Ausnahmen zählt, darf der Arbeitslohn aber nicht unter dem Mindestlohn liegen.

Ihr Mitarbeiter kann bei geringerer Vergütung den Mindestlohn verlangen und selbst nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen den Mindestlohn rückwirkend einfordern. Ihnen drohen in diesem Fall Nachzahlungen.

Außerdem drohen Nachforderungen bei den Sozialversicherungsbeiträgen. In Bezug auf die Lohnsteuer werden allerdings keine Nachzahlungen fällig. Denn diese wird immer nur auf den tatsächlich gezahlten Lohn erhoben.

Überblick: Mindestlohn Erhöhungen ab 2015

Gültig abMindestlohn in Euro (brutto) je Stundeprozentuale Änderung
01.01.20158,50 Euro
01.01.20178,84 Euro+4%
01.01.20199,19 Euro+4%
01.01.20209,35 Euro+1,7%
01.01.20219,50 Euro+1,6%
01.07.20219,60 €+1,1%
01.01.20229,82 Euro+2,3%
01.07.202210,45 Euro+6,4%

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