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Probezeit

Dauer, Regelungen, Kündigung
Das sollten Arbeitgeber wissen

Zu Beginn jedes Arbeitsverhältnisses steht in der Regel eine Probezeit. Diese dient Arbeitgebern und Arbeitnehmern dazu, sich kennenzulernen und zu entscheiden, ob eine zukünftige Zusammenarbeit Sinn macht. Doch was genau ist die Probezeit eigentlich und wie lange kann sie dauern? Warum ist sie sinnvoll und gibt es bestimmte Regelungen zu beachten? Wir verraten es Ihnen selbstverständlich gerne:

Was genau ist die Probezeit

Grundsätzlich handelt es sich bei der Probezeit um einen Zeitraum, in dem sich zwei Vertragspartner darauf einigen, dass das geschlossene Rechtsverhältnis einfacher wieder beendet werden kann. Das klingt erstmal kompliziert. Doch im Grunde bedeutet das Probearbeitsverhältnis für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, dass sie in diesem Zeitraum ohne Angabe von Gründen dem anderen Vertragspartner kündigen können.

Deshalb lohnt sich die Vereinbarung für beide Seiten

Grundsätzlich ist ein Probearbeitsverhältnis nicht gesetzlich vorgeschrieben. Eine Pflicht hierzu besteht für Unternehmen folglich nicht. Einzige Ausnahme stellen Berufsausbildungen dar. Denn diese müssen zwingend mit einer Probezeit beginnen. Geregelt ist das in § 20 des Berufsausbildungsgesetzes.

Doch viele Arbeitgeber entscheiden sich für die Aufnahme der Probezeit in Arbeitsvertrag. Und das nicht ohne Grund. Denn beide Seiten profitieren davon:

Da in diesem Zeitraum eine besondere Kündigungsfrist herrscht und noch kein Kündigungsschutz gilt, können sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer innerhalb von zwei Wochen kündigen.

Dahinter steckt folgender Gedanke: Das Probearbeitsverhältnis stellt für beide Seiten eine Test- und Orientierungsphase dar.

Die Parteien sollen in diesem Zeitraum herausfinden, ob sie zueinander passen. Dafür sollten Sie als Arbeitgeber folgende Fragen für sich beantworten:

  • Kommt der neue Mitarbeiter für den Job wirklich in Betracht?
  • Kann sich der Arbeitnehmer in die Strukturen des Unternehmens eingliedern?
  • Beherrscht der Angestellte die Arbeitsinhalte und geforderten Kompetenzen?
  • Kommt er mit dem sozialen Umfeld zurecht?

 

Diese Fragen können Sie natürlich nicht direkt nach dem ersten Arbeitstag beantworten. Vielmehr sollten Sie den Entwicklungsprozess beobachten und erst im Verlauf der Probezeit Rückschlüsse ziehen. Dank der Probezeit-Vereinbarung können Sie dann das ungefestigte Arbeitsverhältnis gegebenenfalls schnell wieder auflösen.

Wie lange dauert das Probezeitverhältnis?

Im Rahmen gesetzlicher Vorschriften können Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Dauer der Probezeit frei wählen. Maximal kann diese sechs Monate betragen. Gesetzlich vorgeschrieben ist jedoch, dass die Dauer der Probezeit im Arbeitsvertrag festgehalten werden muss. Durchschnittlich beträgt sie in der Regel zwischen drei und sechs Monaten. Bei Auszubildenden ist schreibt das Arbeitsrecht eine Probezeit vor. Diese beläuft sich meist über einen Zeitraum von einem bis vier Monaten. Erst mit Beendigung dieser Vereinbarung greift der reguläre Kündigungsschutz. Das bedeutet: Das Unternehmen kann seine Angestellten nicht mehr grundlos kündigen. Zudem muss es bestimmte Kündigungsfristen nach der Probezeit einhalten.

Diese Regeln sind zu beachten:

Wer Mitarbeiter einstellt und Arbeitgeber wird, der muss sich näher mit dem Thema Probezeit befassen. Dabei kommen schnell Fragen wie „Kann die Probezeit verlängert/verkürzt werden?“ oder „Hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Urlaub in der Probezeit?“ auf. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema Probezeitverhältnis haben wir deshalb für Sie zusammengetragen:

Kann die Probezeit verlängert werden?

Eine Verlängerung ist nur dann möglich, wenn die Maximaldauer von sechs Monaten noch nicht voll ausgeschöpft ist. Nur dann darf der Betrieb das Probearbeitsverhältnis noch einmal verlängern. Dieses darf jedoch insgesamt den Zeitraum von sechs Monaten nicht überschreiten. Zudem ist für eine solche Verlängerung das Einverständnis des betroffenen Mitarbeiters nötig.

Kann die Probezeit verkürzt werden?

Auch eine Verkürzung der Frist für die Probezeit ist grundsätzlich möglich. Für eine solche Vereinbarung ist jedoch ebenfalls das Einverständnis beider Seiten nötig.

Hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Urlaub in der Probezeit?

Grundsätzlich besteht der Anspruch auf den vollen Jahresurlaub erst nach einer Betriebszugehörigkeit von sechs Monaten. Doch bereits während der Probezeit besteht ein anteiliger Anspruch. Das heißt konkret: Erhält der Arbeitnehmer den gesetzlichen Mindesturlaubsanspruch von 20 Tagen, so stehen ihm alle vier Wochen 1,67 Tage zu. Diese Zahl ergibt sich aus den 20 Tage im Jahr geteilt durch 12 Monate. Folglich hat der Arbeitnehmer bereits nach drei Monaten Probezeit einen Anspruch auf 5 Urlaubstage.

Wie läuft eine Kündigung während der Probezeit ab?

Jederzeit und ohne Angabe von Gründen können sowohl Arbeitgeber und Arbeitnehmer während des Probearbeitsverhältnisses kündigen. Dabei muss die Kündigungsfrist von zwei Wochen eingehalten werden. Jedoch gibt es auch Ausnahmen, die im Tarifvertrag festgehalten sind. Sind die sechs Monate verstrichen und dem Arbeitnehmer wurde nicht gekündigt, so greift automatisch der gesetzliche Kündigungsschutz.

Wirkt sich eine Krankheit auf die Probezeit aus?

Der Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall besteht während der Probezeit erst nach vier Wochen. Fehlt der Arbeitnehmer bereits vorher aus gesundheitlichen Gründen, so verdient er nichts. Jedoch setzt ab der fünften Woche die Lohnfortzahlung ein – selbst wenn die Krankheit schon früher begonnen hat. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass sich die Probezeit nicht automatisch um die krankheitsbedingten Fehltage verlängert.