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Team-Recruiting

Von agilen Unternehmen lernen

Gemeinsam schalten, statt einsam walten: Beim Team-Recruiting trifft nicht der Teamleiter allein die Entscheidung, ob ein neuer Mitarbeiter eingestellt wird oder nicht. Stattdessen wird das gesamte Team in den Auswahlprozess geeigneter Bewerber miteinbezogen.

Der Ansatz stammt aus der agilen Unternehmensorganisation, in der eine strikte Hierarchie vermieden wird und man auf Augenhöhe miteinander kommuniziert. Wir zeigen Ihnen, wie Sie und Ihre Angestellten vom Team-Recruiting profitieren können.

Team-Recruiting: Das sind die Vorteile

Von agilen Unternehmen kann man in puncto Teamarbeit und Kommunikation viel lernen. Wenn Sie bereit sind, etwas Kontrolle abzugeben, kann Ihnen das Team-Recruiting die folgenden Vorteile bieten:

  • Das Team weiß, welche Skills gebraucht werden: Auch wenn die meisten Teams nicht aus ausgebildeten Personalern bestehen, weiß die Gruppe am besten selbst, welche Kompetenzen und Eigenschaften ein Kandidat haben sollte.
  • Förderung der Wertschätzung: Dass die Angestellten aktiv in die Auswahl einbezogen werden, und ihnen kein neuer Kollege von oben aufgezwungen wird, wird vom Team als positive Selbstbestimmung und Wertschätzung empfunden.
  • Zeitgewinn für den Chef: Dadurch, dass Sie den Bewerbungsprozess Ihrem Team überlassen, bleibt Ihnen als Arbeitgeber mehr Zeit für andere, wichtige Tätigkeiten im Geschäft.
  • Schwarmintelligenz ist besser: Eine Gruppe trifft meist die besseren Entscheidungen als eine Einzelperson.
  • Integration durch das ganze Team: Wenn das Team das Auswahlverfahren mitgestalten kann, übernimmt es bei der Integration auch Verantwortung und bemüht sich die Einarbeitung des neuen Teammitglieds optimal zu gestalten. Ein gutes „Onboarding“, wie der Einarbeitungsprozess auch genannt wird, macht sich für ein Unternehmen immer bezahlt.
  • Längere Verweildauer im Unternehmen: Ein neuer Mitarbeiter, der von seinem Team gut eingearbeitet wird und sich willkommen fühlt, ist zufriedener und damit enger an den neuen Arbeitsplatz gebunden. Eine längere Verweildauer im Unternehmen ist wahrscheinlicher.

Team-Recruiting: Abstufungen der Mitbestimmung

In welchem Maße Sie als Arbeitgeber das Team in den Auswahlprozess miteinbeziehen, ist Ihnen selbst überlassen. Sie können dem Team das ganze Verfahren überlassen, vom Schreiben der Stellenanzeige bis hin zum Führen des Bewerbungsgesprächs und der Entscheidung über die Jobvergabe. Es sind aber auch Abstufungen möglich: Wenn Sie Ihrem Team nicht den ganzen Prozess überlassen möchten, können Sie wesentliche Aufgaben wie das Sichten der Bewerbungsunterlagen oder das Treffen einer Vorauswahl der Kandidaten selbst übernehmen. Dem Team bleibt dann ein Mitspracherecht, ob der neue Kollege am Ende eingestellt wird oder nicht.

Team-Recruiting für Kleinstunternehmen

Nicht jedes Unternehmen kann beim Team-Recruiting auf ein großes Team zurückgreifen, das Zeit für den Recruiting-Prozess aufbringen kann. Das bedeutet aber nicht, dass kleine Unternehmen auf die Personalbeschaffung im Team verzichten müssen, denn: Team-Recruiter müssen nicht zwangsläufig aus dem eigenen Unternehmen stammen.

Auch Freunde oder Familienangehörige können in den Auswahlprozess integriert werden, was gerade bei Startups und Kleinstunternehmen eine wichtige Entlastung sein kann. Wichtig ist aber, dass auch bei der Miteinbeziehung Externer stets die rechtlichen Vorgaben eingehalten werden. Das gilt insbesondere für den Datenschutz im Bewerbungsverfahren.

Team-Recruiting mit anderem Unternehmen

Nicht nur Freunde und Familie können bei der Personalbeschaffung helfen. Denkbar ist auch, dass sich andere, idealerweise befreundete, Arbeitgeber am Recruiting-Prozess beteiligen. Ein möglicher Synergieeffekt: Die Unternehmen, die sich beim Bewerbungsprozess zusammengetan haben, teilen sich später auch den Bewerber, für den sie sich gemeinsam entschieden haben. Das setzt natürlich voraus, dass beide Unternehmen lediglich Bedarf an einer Teilzeitkraft haben, ein ähnliches Bewerberprofil suchen und gleichzeitig nicht miteinander konkurrieren. Und natürlich, dass der Bewerber das auch möchte.

Dieses „verkehrte“ Job-Sharing (normalerweise teilen sich beim Job-Sharing zwei Arbeitnehmer einen Arbeitgeber) hat den großen Vorteil, dass man sich die Ressourcen für den Prozess der Personalauswahl teilen kann. Lohnsteuerlich gibt es hingegen keine Vorteile: Jeder Arbeitgeber hat die Lohnsteuer zu ermitteln und einzubehalten. Eine Zusammenrechnung des Arbeitslohns ist nicht zulässig.

Für jedes Arbeitsverhältnis sind demnach elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale zu bilden. Zu beachten ist auch, dass der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber dann mitteilen muss, welches der Arbeitsverhältnisse das erste und welches das zweite Dienstverhältnis ist. Bei letzterem wird für die Lohnabrechnung die Steuerklasse IV zugrunde gelegt.

Erfolgsmessung beim Team-Recruiting

Wie können Sie als Arbeitgeber messen, ob Sie mit dem Team-Recruiting überhaupt Erfolg haben? Folgende Kennzahlen bieten sich an:

  • Anzahl der Angestellten, die die Probezeit bestehen
  • Wie viele Mitarbeiter nach einem Jahr noch im Unternehmen arbeiten
  • Dauer des Recruiting-Prozesses

Wenn Sie sich auf das Recruiting im Team einlassen, werden Sie sehen: Seinem Team als Arbeitgeber zu vertrauen, kann sich bezahlt machen. Auch bei der Personalbeschaffung.