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Teilzeit

Modelle und Arbeitnehmerrechte
im Überblick

Die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten, wird von immer mehr Mitarbeitern gefordert und in Anspruch genommen. Vor allem Generation Z, die jetzt den Arbeitsmarkt zu erobern beginnt, setzt auf Work-Life-Balance. Für Arbeitgeber ist es daher sinnvoll, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um Teilzeitmodelle und Arbeitnehmerrechte.

Teilzeit – welche Rechte haben Arbeitnehmer?

Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer ein Recht auf Teilzeit. Bestimmte Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt sein. Diese sind im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) geregelt:

  • Der Mitarbeiter muss länger als 6 Monate im Unternehmen beschäftigt sein.
  • Der Arbeitgeber beschäftigt mehr als 15 Mitarbeiter.

Letzteres dient vor allem dazu, kleine Betriebe zu schützen, die auf Vollzeitmitarbeiter angewiesen sind.

Mitarbeiter, die ihre wöchentliche Arbeitszeit verringern möchten, müssen dies ihrem Arbeitgeber drei Monate vorher ankündigen. Begründen muss Ihr Mitarbeiter diesen Wunsch nicht, jedoch muss er angeben, wie viele Stunden er künftig arbeiten und wie er diese aufteilen möchte.

Als Arbeitgeber haben Sie die Möglichkeit, den Antrag abzulehnen, wenn:

  • das Unternehmen dadurch wesentlich beeinträchtigt wird,
  • die Sicherheit im Betrieb gemindert wird,
  • Arbeitsabläufe behindert werden oder
  • dadurch unverhältnismäßig hohe Kosten für den Arbeitgeber anfallen.

Wichtig: Arbeitgeber müssen den Antrag spätestens einen Monat vor dem festgelegten Datum des Mitarbeiters in Schriftform ablehnen, sonst gilt der Antrag als angenommen. Außerdem: Ein Mitarbeiter, der den Arbeitsumfang reduziert hat, kann diesen erst in 2 Jahren erneut verringern. Diese Frist ist auch zu beachten, wenn der Antrag wirksam abgelehnt wurde.

Infografik: Voll- und Teilzeitarbeit in Deutschland | Statista
Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Die wichtigsten Teilzeitmodelle

Teilzeitarbeit lässt sich vielfältig umsetzen. Die folgenden Modelle zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, Arbeit in Teilzeit zu gestalten:

Klassisches Teilzeitmodell

Beim klassischen Teilzeitmodell werden täglich Stunden reduziert. D. h. der Arbeitnehmer arbeitet 5 Tage die Woche, aber zu einer verminderten Stundenzahl – je nachdem auf wie viele Stunden er reduzieren möchte.

Beispiel*: Bei 30 Stunden pro Woche arbeitet der Arbeitnehmer an 5 Tagen jeweils 6 Stunden.

Das Modell lässt sich auch variieren, indem die wöchentliche Arbeitszeit auf 2-5 Tage verteilt wird. So können z. B. einzelne Tage in Vollzeit und die übrigen mit reduzierter Stundenanzahl gearbeitet werden. Einzelne freie Tage in der Woche werden dadurch gewonnen.

Beispiel: Bei 24 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit kann diese auf 4 Tage á 6 Stunden verteilt werden. So gewinnt der Mitarbeiter täglich 2 Stunden mehr Freizeit und einen freien Tag in der Woche.

Teilzeit im Homeoffice

Auch hier dient als Basis das klassische Teilzeitmodell bzw. dessen Variation. Mitarbeiter können 5 Tage in Teilzeit oder 2-4 Tage in Vollzeit bzw. Teilzeit von zuhause arbeiten. Für einzelne Arbeitstage kommen diese Mitarbeiter ins Büro, damit die Bindung an das Unternehmen und der persönliche Austausch gewährleistet sind. Das sorgt für eine gute Work-Life-Balance und auf Arbeitgeberseite für niedrigere Betriebskosten.

Jobsharing in Teilzeit

Das Modell orientiert sich ebenfalls am klassischen Teilzeitmodell und dessen Variation. Hier teilen sich zwei Mitarbeiter eine Vollzeitstelle und können so auch Vollzeitprojekte übernehmen. Das bietet sich vor allem für Fach- und Führungskräfte an. Auch hier gilt: 5 Tage in Teilzeit oder 2-4 Tage kombiniert aus Voll- und Teilzeit.

Teilzeit Team

Bei diesem Teilzeitmodell bestimmen Sie als Arbeitgeber, wie viele Mitarbeiter in festgelegten Zeitabschnitten anwesend sein müssen. So kann das Team den Arbeitsplan eigenverantwortlich festlegen. Außerdem können einzelne, persönliche Wünsche bei der Zeiteinteilung besser berücksichtigt werden. Für Arbeitgeber lohnt sich dieses Modell, um die Auslastung zu optimieren und kundenorientierte Servicezeiten zu bieten.

Beispiel: Bei einem Team aus 5 Mitarbeitern, einer 5-Tage-Woche und einer wöchentlichen Arbeitszeit von 30 Stunden arbeiten 2 Mitarbeiter von 8 – 10 Uhr, 3 Mitarbeiter von 10 – 16 Uhr und 2 Mitarbeiter von 16 – 20 Uhr und somit 6 Stunden täglich.

Sonderfall: Brückenteilzeit

Das Teilzeitgesetz macht es Arbeitnehmern seit dem 1. Januar 2019 möglich, für eine festgelegte Zeit ihre Arbeitszeit zu verringern und danach ihre vorherige Arbeitszeit wiederaufzunehmen. Das ist die sogenannte Brückenteilzeit. Hierfür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Arbeitgeber muss dauerhaft mehr als 45 Mitarbeiter beschäftigen.
  • Das Arbeitsverhältnis des Mitarbeiters besteht ohne Unterbrechung länger als 6 Monate.
  • Der Antrag muss 3 Monate vor Beginn der Arbeitszeitverringerung eingereicht werden inkl. Angaben zu Zeitraum, Beginn und Ende der Arbeitszeitverkürzung.
  • Der Zeitraum der Reduzierung muss zwischen mindestens einem und höchstens 5 Jahren liegen.
  • Es sprechen keine betrieblichen Gründe dagegen.
  • Es sind nicht bereits zu viele Mitarbeiter in Brückenteilzeit (gesetzlich müssen Arbeitgeber nur einem von 15 Mitarbeitern Brückenteilzeit gewähren, wenn das Unternehmen 46 bis 200 Mitarbeiter beschäftigt).
Statistik: Vollzeit- und Teilzeitquote von erwerbstätigen Männern und Frauen mit minderjährigen Kindern im Haushalt im Jahr 2018 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Urlaubsanspruch bei Teilzeit

Auch für Teilzeitangestellte gilt der gesetzliche Urlaubsanspruch. Bei der Berechnung des Urlaubs ist jedoch zu beachten, wie viele Tage die Woche der Mitarbeiter tatsächlich arbeitet.

Beispiel: Ein Unternehmen gewährt seinen Mitarbeitern bei einer 5-Tage-Woche 30 Tage Urlaub im Jahr. Ein Mitarbeiter arbeitet 4 Tage in der Woche:

(30 Urlaubstage / 5 Werktage) * 4 Arbeitstage = 24 Urlaubstage.

 

*Der Berechnung in den Beispielen liegt eine wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden in Vollzeit zugrunde.