Rentabilitätsrechnung

Gegenüberstellung von Umsatz- und Kosten-Planung

Kann Ihr Unternehmen die laufenden Betriebskosten decken und auch Gewinne erwirtschaften? Auskunft gibt die Rentabilitätsrechnung. Sie basiert auf der Gegenüberstellung von geplantem Umsatz und geplanten Kosten. Der Betrachtungszeitraum beträgt in der Regel drei, bei kapitalintensiveren Geschäftsvorhaben fünf volle Geschäftsjahre.

Rentabilitätsrechnung – Begriff und Bedeutung

Die Rentabilitätsrechnung wird oft auch als Rentabilitätsvergleichsrechnung und mit dem englischen Begriff „Return on Investment“ bezeichnet. Sie beziffert den prozentualen Anteil der Verzinsung des gebundenen Kapitals. Betriebswirtschaftler:innen nutzen sie als ein Verfahren der statischen Investitionsrechnung. Vielleicht haben Sie für Ihre Unternehmensplanung bereits Gewinnvergleichsberechnungen vorgenommen? Dann ist die Rentabilitätsvergleichsrechnung eine logische Erweiterung Ihrer Betrachtung, denn sie ergänzt Ihre Prüfung um den Faktor des eingesetzten Kapitals.

Zum verständlichen Einstieg beschreiben wir zunächst einen wichtigen Grundbegriff: Rentabilität ist der in Prozent ausgedrückte Wert, zu dem Ihr eingesetztes Kapital in einem Investitionsvorhaben verzinst wird. Darauf aufbauend betrachtet die Rentabilitätsrechnung den Durchschnitt eines Betrachtungszeitraums, der sich häufig über volle drei Geschäftsjahre erstreckt.

Die Ermittlung der Rentabilität ist vorteilhaft und in vielen Fällen unerlässlich, wenn es darum geht, verschiedene Investitionsmöglichkeiten mit unterschiedlichem Kapitaleinsatz verlässlich zu bewerten.

Für die Durchführung Ihrer Rentabilitätsvergleichsrechnung benötigen Sie folgendes Zahlenmaterial:

  • Gebundenes Kapital – Höhe der Anschaffungskosten
  • Nutzungszeitraum für die Investition
  • Jährliche Gesamtkosten – kalkulatorische Zinsen und Abschreibungen
  • Gewinn – Erlöse für den Bemessungszeitraum eines Jahres.
Rentabilitätsrechnung aka ROI: Rechnet sich deine Investition?

Rentabilitätsvergleichsrechnung: die Formel

Für die Nutzung des Verfahrens wird kaum theoretisches Rüstzeug benötigt. Als Basis dient die folgende Formel:

Rentabilität (Rendite) = Gewinn vor Zinsen : durchschnittlich gebundenes Kapital x 100

Die Rentabilität errechnet sich bei der Rentabilitätsrechnung als Gewinn vor Zinsen, dividiert durch das durchschnittlich eingesetzte Kapital. Um einen prozentualen Wert zu erhalten, wird das Ergebnis der Division mit dem Faktor 100 multipliziert.

Die mit Hilfe dieser Rechenformel ermittelte Rendite lässt sich den für Ihr Projekt erforderlichen Finanzierungsaufwendungen, wie beispielsweise einem Bank-Kredit, gegenüberstellen. So lässt sich fest stellen, ob sich die ins Auge gefasste Investition für Sie lohnt.

Welche Bedeutung hat die Rentabilitätsrechnung für Sie in Ihrer Rolle als Kleinst- oder Kleinunternehmer (KKU), als Selbständige(r) oder Gründer:in?

In diesen Rollen ist es für Sie von existentieller Bedeutung zu ermitteln, ob eine Investition Chancen auf Erfolg hat oder das Geld sinnvoller in ein anderes Projekt investiert werden sollte. Folgendes, typisches Beispiel einer Rentabilitätsvergleichsrechnung soll die „Schritt-für-Schritt“-Vorgehensweise dokumentieren, mit der sich Rentabilität berechnen lässt.

Beispiel Rentabilitätsvergleich „Neue Produktionsmaschine“

Sie stehen vor der unternehmerischen Entscheidung, eine neue Produktionsmaschine anzuschaffen. Es stehen „Modell A“ und „Modell B“ zur Auswahl. Nutzungsdauer: jeweils 5 Jahre. Beide Modelle haben einen Produktionsausstoß von 500.000 Einheiten pro Jahr.

„Modell A“ kostet 400.000 Euro. Der Lieferant berechnet einmalig Montagekosten von 20.000 Euro. Die monatlichen Wartungsservicekosten betragen 1.000 Euro. Der Verkaufspreis für jede produzierte Einheit beträgt 0,70 Euro.

„Modell B“ kostet 500.000 Euro. Die einmalig fälligen Montagekosten belaufen sich auf 10.000 Euro. Der monatliche Wartungsservice kostet 800 Euro. Der Verkaufspreis je produzierter Einheit liegt bei 0,90 Euro.

Kalkulatorischer Zinssatz: 10 Prozent

Modell A Modell B
Anschaffungskosten 400.000 Euro 500.000 Euro
Montagekosten, einmalig 20.000 Euro 10.000 Euro
Monatliche Wartungskosten 1.000 Euro 800 Euro
Kalkulatorischer Zins 10 % 10 %
Erlös pro Einheit (Stück) 0,70 Euro 0,90 Euro

 

Schritt 1: Berechnung des Gewinns

Um die Rentabilität berechnen zu können, benötigen wir für „Modell A“ und „Modell B“ jeweils den durchschnittlichen Gewinn:

  • Für Modell A: 0,70 Euro x 500.000 = 350.000
  • Für Modell B: 0,90 Euro x 500.000 = 450.000

Von diesen Ergebnissen werden die oben aufgeführten Kosten subtrahiert:

Für „Modell A“: Kosten gesamt 112.000 Euro

  • Kalkulatorische Abschreibung: 400.000 Euro : 5 Jahre = 80.000 Euro
  • Montagekosten, einmalig: 20.000 Euro
  • Jährliche Wartungskosten: 12.000 Euro

Zwischenwert „Modell A“: Durchschnittlicher Gewinn 350.000 Euro abzüglich Kosten 112.000 Euro = 238.000 Euro

Für „Modell B“: Kosten gesamt 119.600 Euro

  • Kalkulatorische Abschreibung: 500.000 Euro : 5 Jahre = 100.000 Euro
  • Montagekosten, einmalig: 10.000 Euro
  • Jährliche Wartungskosten: 9.600 Euro

Zwischenwert „Modell B“: Durchschnittlicher Gewinn 450.000 Euro abzüglich Kosten 119.600 Euro = 330.400 Euro

Als Ergebnis der Gewinnvergleichsrechnung erhalten wir für „Modell A“ einen Gewinn vor Zinsen in Höhe von 238.000 Euro. Für „Modell B“ beläuft sich das Ergebnis auf 330.400 Euro Gewinn vor Zinsen.

Schritt 2: Berechnung der Rentabilität

Der Gewinn vor kalkulatorischen Zinsen bildet die Basis für die weitere Berechnung mit der Rendite-Formel:

  • „Modell A“: 238.000 Euro : 200.000 Euro x 100 = 119 Prozent
  • „Modell B“: 330.400 Euro : 250.000 Euro x 100 = 132 Prozent

Basierend auf dieser Rentabilitätsvergleichsrechnung würde sich das Unternehmen für die Produktionsmaschine „Modell B“ mit der höheren Rendite von 132 Prozent entscheiden.

Kritische Betrachtung der Rentabilitätsrechnung

Die Rentabilität ist lediglich ein Wert, der Aufschluss gibt über das Verhältnis von Gewinn zu eingesetztem Kapital. Die absolute Höhe des Gewinns wird bei diesem Verfahren vernachlässigt. Kritiker bemängeln, dass die errechnete Kennzahl keinen Hinweis auf die Risiken der zu prüfenden Investition gibt. Auch Einflussfaktoren wie Qualität, Firmen-Image, Kunden- oder Mitarbeiter-Zufriedenheit fließen nicht in die nüchterne Rentabilitätsbetrachtung ein. Diese kritische Betrachtung stellt den Sinn der Ermittlung einer Renditekennzahl jedoch nicht in Abrede.

Zusammenfassung „Rentabilitätsrechnung“

Die Rentabilitätsrechnung ist für Sie als Selbständige und unternehmerisch Verantwortliche ein wichtiger Indikator. Sie ermöglicht ihnen den direkten Vergleich unterschiedlicher Investitionsalternativen. Das Ergebnis der Berechnung ist eine Kennzahl, die das Verhältnis von Gewinn zum eingesetzten Kapital ausdrückt. Bestehen für Ihre unternehmerischen Ambitionen durchaus alternative Investitionsmöglichkeiten, so liefert Ihnen die Formel zur Rentabilitätsvergleichsrechnung belastbare Entscheidungshilfen. Damit wird sie zur sinnvollen Erweiterung der Gewinnvergleichsrechnung.

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