Vortrag halten: Wie dein erster Impuls-Vortrag gelingt

Vortrag halten: Wie dein erster Impuls-Vortrag gelingt

Vorträge sind Sichtbarkeit für Menschen mit Fachwissen! Mit unseren klaren und übersichtlichen Tipps und Tricks lernst du, auch als Präsentations-Einsteiger*in überzeugend vorzutragen.

Lesezeichen setzen

Impuls-Vorträge sind toll: Durch das kompakte, fast spontan wirkende Format bieten sie auch Menschen eine Bühne, die einen Vortrag halten noch nicht gewohnt sind. Doch genau darin liegt auch eine Gefahr: Nämlich darin, die Vorbereitung zu unterschätzen – und deshalb wertvolles Potenzial zu verschenken.

Improvationstalent ist super, als Werkzeug zur Vorbereitung auf einen Impuls-Vortrag jedoch weder nötig noch genug. Wenn du vor einer kleinen oder größeren Gruppe Menschen frei über dein Thema sprechen willst, musst du dich sowieso auf spontane Fragen einstellen und solltest in der Lage sein, auf diese einzugehen.

Einen Vortrag halten heißt schon sehr lange nicht mehr, sorgfältig 30 Seiten Powerpoint zusammenzuschrubben und damit ein Publikum zu ermüden in der Gewissheit, dass du wenigstens aufgeräumte Fakten und Übersichten mitgeschleppt hast. Es geht vielmehr darum, andere Menschen für etwas zu begeistern oder wenigstens zu interessieren, wofür du brennst.

Menschen lieben Geschichten und merken sich Dinge, die spannend erzählt werden.

Dazu gehört auch eine vortragende Person, die diese Story gerne erzählt – damit gewinnst du Sichtbarkeit für dich, für dein Business und deine Angebote. Vielleicht erweiterst du dein Netzwerk, vielleicht gewinnst du neue Kundschaft, auf jeden Fall ist es eine wertvolle Erfahrung, einen Vortrag halten zu können.

Von Gesten bis Stimmvolumen: Raum einnehmen

Wenn du vorne stehst, gehört die »Bühne« dir und du darfst und solltest den vorhandenen Platz einnehmen. Zu kleine Gesten wirken zaghaft und quasi entschuldigend – wie jemand, der aufgeregt die Hände unter den Achseln verknotet, weil er oder sie nicht weiß, wohin damit oder sie aufgeregt die ganze Zeit knetet.

Du kannst genau jetzt beim Lesen probeweise mal den Kopf hoch nehmen, die Schultern nach hinten dehnen und bewusst und sichtbar etwas lockern, dich ganz leicht breitbeinig hinstellen oder locker setzen und mit sichtbaren Gesten arbeiten, sprich: Deine Körpersprache entspannt signalisieren lassen, dass du gerade das Sagen hast und diesen Raum einnehmen darfst. Die Aufmerksamkeit der anderen ist dein Spielfeld, du hast das Sagen und bist nicht nur ein sich am Rand herumdrückender Zaungast.

Das ist ungewohnt für die meisten von uns, deshalb solltest du es üben.

Stell dich beispielsweise vor den Spiegel und stell dir vor, unter deinen Zuhörenden meldet sich jemand zu Wort. Wenn du nun auf diese Person zeigst, um sie zum Sprechen zu ermuntern, tippst du dabei zaghaft mit einem Fingerchen vage in die Richtug – oder hebst du den Arm an für einen richtigen ermunternden Gruß mit zeigendem Finger?

Probier beides aus und du wirst sehen, was sich besser anfühlt und vor allem, was auch dir selbst mehr Schwung gibt: Großzügige Gesten, sichtbar auch für die hinterste Reihe im Votragsraum.

Laut und klar zu sprechen lässt sich ebenfalls trainieren. Egal was die Nachbarn denken, du wirst später garantiert davon profitieren, einige einleitende Sätze mehrfach laut ins Spiegelpublikum gesprochen zu haben.

Vortrag halten vorbereiten: So geht's

  • Raumgreifende Gesten ausprobieren und angewöhnen
  • Klar, laut und deutlich und auch lebhaft sprechen – vorher ausprobieren!
  • Die Story oder Entwicklung hinter dem Vortrag erzählen können
  • Ohne Verkleidung und authentisch auftreten als du selbst.
  • Perfektionsanspruch sausen lassen, offen und verletzlich sein
  • nur soviel Präsentations-Material mitbringen wie unbedingt nötig
  • mit entspannter Grundhaltung in den Vortrag gehen und Eile vermeiden

Diese 3 Fehler solltest du vermeiden, wenn du einen Vortrag halten sollst

Zu wenig Energie wirkt wie Desinteresse: Viele Menschen denken, dass sie souveräner wirken, wenn sie ganz ruhig und betont entspannt sind. Doch so wie eine gewisse Körperspannung wichtig ist für einen gelungenen Auftritt, so sollte auch deine Stimmlage und Ausdrucksweise auf keinen Fall mononton heruntergeleiert sein, nur um lässig zu klingen.

Daten, Fakten, Folien mitbringen statt Stories: Es scheint viel einfacher, eine traditionelle Präsentation vorzubereiten wie ordentlich gemachte Hausaufgaben und diese dann zu zücken – doch tatsächlich ist das Wie mindestens so wichtig wie das Was und Zahlen plus Fakten sind ein großartiger Einstieg, aber dann muss die mitreissende Story dazu folgen.

Dich selbst zu ernst nehmen und auf Nummer sicher gehen: Vortragende befinden sich in einer positiv besetzten Ausnahmesituation und tendieren dazu, sich betont seriös und formell geben zu wollen, verkleiden sich gar und schlagen einen Moderationstonfall an. Lass das bleiben, sprich stattdessen mit den Anwesenden wie mit guten Bekannten auf Augenhöhe. Lass den Perfektionsanspruch sausen und dich auf ein Gespräch ein.

»Mein erster Vortrag als Berufseinsteigerin war gleich auf Englisch vor einem internationalen Publikum in London, ich war die einzige Deutsche. Zur Einleitung habe ich mich also für meine Unerfahrenheit und eventuell holpernden Sprachkenntnisse entschuldigt und gesagt, dass ich mich im Anschluss über Feedback der erfahrenen Teilnehmenden freuen würde: Auf Deutsch. Die Lacher waren auf meiner Seite und es lief dann sehr gut – auch weil ich nicht so getan hatte, als wäre ich perfekt, sondern Verständnis für meine eigene Situation als Anfängerin erzeugt hatte.“

Carola Heine, lexoffice Blogger (und Marketing Expertin)

Wenn es dir Sicherheit gibt, einige Notizen in der Hand zu halten, dann bereite dir Stichpunkte vor. Machst du dir Sorgen, dass du den Anwesenden auch genug geben kannst, obwohl du nervös sein wirst?

Dann schreib die wichtigsten Infos, Links und Tipps auf eine Folie oder in einen Blogpost.

So kannst du am Ende deines Vortrags das Angebot machen, sich diese Informationen abzufotografieren oder später nachzulesen und musst nicht während des Vortrags darüber nachdenken, ob du auch an alles gedacht hast.

Viel Erfolg!

  • Foto: adobe.com Flamingo Images
Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends, Insider-Wissen und Online Navigation

Beitrag kommentieren