Content Marketing als Event-Teilnehmer:in

In eigener Sache: Content Marketing als Event-Teilnehmer:in

Du nimmst an einem Branchen-Event teil. Wir zeigen, wie du das Erlebnis für dein Marketing zweitverwerten kannst

Lesezeichen setzen

Branchenveranstaltungen sind großartige Aufhänger, um dich zu den richtigen Themen sichtbarer zu machen, auch wenn du selbst keinen Vortrag hältst und keinen Messestand mitbringst, sondern „nur“ als Besucher:in teilnimmst.

So nutzt du Events für dein Marketing

Wenn du Social Media Kanäle für dein Marketing und dein Networking betreibst, bist du immer auf der Suche nach Themen für dein Content Marketing. Sicherlich hast du schon oft die ein Event begleitenden Hashtags gesehen, die es den Teilnehmenden ermöglichen, durch Beiträge anderer zu surfen:

Wenn du den #Hashtag eines Events verwendest, kannst du schon Tage vorher ankündigen, dass du teilnimmst – deine Vorfreude auf bestimmte Highlights äußern – andere nach ihrer Anwesenheit fragen – vielleicht in mehreren Stufen/Postings deine eigenen Event-Besucherziele zusammenfassen. Im Anschluss wirst du dann eventuell ein Fazit ziehen oder einen Bericht verfassen, wieder den Event-Hashtag verwenden.

Weil das Postings sind, die du in Ruhe am gemütlichen Arbeitsplatz konzipieren und aufschreiben kannst, klappt dieser Schritt bei den meisten ganz gut. Oft wird dann noch ein Foto vom Event selbst gepostet, manchmal auch drei mit der entsprechenden „Caption“ (Bildunterschrift) und wieder den Hashtags und das war’s dann.

Andere wiederum begleiten scheinbar mühelos einen ganzen Veranstaltungstag mit einem Mix aus Stories, Postings und Reels und nehmen trotzdem aktiv teil. Wie machen die das? Ganz einfach: Mit einem Konzept, einem kleinen Redaktionsplan für den Ablauf des Events.

Content Marketing für dein Branding: Der Ausflug in 3 Stufen

Was spontan aussieht, ist oft zu mindestens 50 bis 70% geplant. Je erfahrener du dann darin bist, „ganz nebenbei“ Social Media Marketing auf einem Event zu betreiben, desto mehr gelungene spontane Postings ergeben sich dann parallel fast von selbst.

Ein einmal geschriebenes Konzept für eine Veranstaltung kannst du mit minimalen Anpassungen für jedes Event verwenden. Ein bewährtes Beispiel zeigen wir dir Schritt für Schritt – für die Umsetzung hast du dann mehrere Möglichkeiten oder Intensitätsstufen:

  1. Du bist auf einem Event und willst Fotos und Videos für deine Berichterstattung sammeln, willst aber auch auf der Social Media Wall des Events auftauchen.
  2. Du möchtest auf der Social Media Wall auftauchen und mit Beiträgen zum Event sichtbar werden, während der Veranstaltung und im Nachgang
  3. Du willst Reels, Stories und Beiträge posten, die langfristig in diesem Instagram-Profil sichtbar und aufrufbar bleiben als ein Archiv, das du wiederverwenden kannst.

Bereits im Vorfeld solltest du überlegen oder recherchieren, welche Hashtags zum Event gehören, für das Erscheinen auf der Social Media Wall nötig sind und auf deine Themen passend einzahlen. Die setzt du dann per „Copy and Paste“ unter jedes Posting. Praxistipp: Eröffne eine Whatsapp-Gruppe mit dir selbst und lege dort die Hashtags und vorbereiteten Postings ab, damit du auf dem Smartphone nicht so viel herumtappen und -suchen musst.

Kennst du die Collab-Funktion auf Instagram?

Auf der Instagram-Plattform hast du die Möglichkeit, auf deinem eigenen Profil zu posten, dabei aber andere zu markieren als „Kollaborationspartner“. Der andere Account kann diese Anfrage akzeptieren und dann erscheint das Posting auf beiden Timelines und erreicht die Follower:innen und Zielgruppe beider Accounts.

Wenn du als Mitarbeiter:in rund um ein Event Collab-Postings setzen willst, solltest du dies vorher absprechen. Du kannst beispielsweise eine Veranstaltung begleiten und für die Social Media Wall viele Impressionen posten. Wenn du dabei jeweils den offiziellen Firmen-Account als Collab wählst, kann die dort für Social Media Marketing zuständige Person eine Auswahl treffen, welche Postings akzeptiert werden und beide Timelines bereichern.

Mehr über Instagram Collabs

Dein Framework für die Content Marketing Berichterstattung

Auch wenn du „nur“ auf der Social Media Wall eines Events und auf Instagram als Teilnehmer:in präsent sein möchtest, solltest du an dein Konzept wie an jede andere Storytelling-Aufgabe herangehen und dir einen groben Rahmen überlegen.

1. Überleg dir einen Anfang und ein Ende

Deine Berichterstattung kann vor dem Event beginnen, vor der Location oder im Eingangsbereich, beim ersten Kaffee oder am Vorabend: Hauptsache vor dem offiziellen Start oder der Begrüßungsrede. Du startest mit ein paar Impressionen, einer Meinung/Vorfreude, einem Solo- oder gemeinsamen Selfie mit Begleiter:innen oder einem Film, der deine Anfahrt zeigt: Die Möglichkeiten sind vielfältig und auf Instagram kannst du auch einfach mehrere nutzen.

Dieser „Bericht“ endet, wenn das Event vorbei ist oder gerade endet oder wenn du gehst. Du kannst einen zusammenfassenden Film aus allen Impressionen des Tages erstellen, das geht einfach mit einem Reel in Instagram oder Facebook und mit Canva. Oder du machst wieder ein Selfie, sagst ein paar Sätze, fragst jemand anderen, nimmst ein paar Eindrücke auf oder winkst zum Abschied. Überleg dir immer ein, zwei oder drei Möglichkeiten und wie du sie umsetzen kannst und entscheide vor Ort.

2. Mach dir eine Liste mit Ideen für Impressionen

Damit du den Faden nicht verlierst und auf jeden Fall Material für deine Social Media Kanäle hast, machst du dir am besten eine Liste mit zehn oder fünfzehn Ideen. Mehr sind nicht so zielführend, du willst ja nur einen Ideen-Boost bekommen und nicht mühsam Hausaufgaben durcharbeiten. Auf diese Liste kannst du zurückgreifen, wenn dir vor Ort gerade wirklich gar nichts ein- und auffällt, weil alles so voller Leute ist.

Du kannst eine Drehung mit der Kamera machen und die Location in ihrer „Gesamtheit“ filmen. Du kannst Impressionen einzelner Highlights knipsen oder aufnehmen, besondere Gegenstände in Großaufnahme zeigen – vom schicken Latte Macchiato bis zur gelungenen Event-Deko bietet sich so ziemlich alles für ein cooles Detail-Picture an. Vergiss nicht, die Menschen auf die Liste aufzunehmen, die du gerne auf dem Foto hättest, zum Beispiel für gemeinsame Selfies. Veranstaltungen sind voller Schilder, Food- und Kaffee-Stände, Menschenansammlungen und Themenschwerpunkte, alle lassen sich für eine Momentaufnahme herausarbeiten.

3. Überlege dir einen Rhythmus für Postings

Wenn du ein Event aktiv begleiten solltest, wäre mindestens (!) ein Posting pro Stunde für deine Story eine gute Idee, damit sich dort immer etwas tut. Setze Links wo möglich und fasse verschiedene Storys als Reels zusammen, die du dann später oder in einer Pause posten kannst. Bei Stories wären mehr dann tatsächlich besser, das klappt besonders gut, wenn du deine Themenliste ein bisschen am Rahmenprogramm entlang sortierst und dir Ziele setzt, beispielsweise drei Stories in der Stunde und einen Beitrag, später dann Reels.

Event-Berichterstattung lebt von lustigen Ideen und spontanen Aufnahmen. Vergiss also deinen Anspruch auf Perfektion und wunderhübsche Bilder, es ist ja keine Hochzeitsfotografie, sondern ein Business-Event und die Menschen interessieren sich mehr dafür, wo und wie du deine Schwerpunkte setzt als für besonders hübsche Bilder. Gib also unbedingt Einblicke in deine Sicht des Events.

4. Interaktionen erzeugen und liefern

Der Event-Hashtag ist Pflicht, aber auch die Veranstalter und Vortragenden solltest du immer „taggen“, wenn du ihre Social Media Handles (Account-Namen) kennst. Nimm dir zwischendurch auch bewusst 5 Minuten in der Pause, um dich auf den Plattformen umzuschauen: Bist du getaggt worden? Kannst du andere taggen? Hast du noch eine Möglichkeit für einen konstruktiven Kommentar? Haben andere Themen gewählt, die du auch aufgreifen kannst?

Es lohnt sich, mehrmals am Tag bewusste Pausen dafür einzuplanen. Du wirst wesentlich mehr Menschen erreichen und auch langfristig eine wirksamere Schwungmasse erzielen, wenn du nicht nur Richtung Einbahnstraßenausgang sendest, sondern interaktiv bist. Nutze die Gelegenheit, dein Netzwerk zu erweitern und klicke ungeniert auf LinkedIn auf „Vernetzen“, wenn du interessante Mitgäste und -gästinnen in Kommentaren oder Postings entdeckst.

5. Erweitere deine Planung durch Vorlagen

Überleg dir im Vorfeld ein paar einfache „Templates“ für Stories und Reels. Es gibt unzählige Möglichkeiten, eine Story immer mit deinem Logo und in deinen Farben hochzuladen, wenn du es vorbereitest. Du kannst beispielsweise eine Hintergrundgrafik erstellen, einen iPad oder iPhone Sticker nutzen und in diesen dann jeweils deine aktuellen Aufnahmen setzen, um Stories gut zu gestalten.

Jede:r kann ein nettes Reel über eine Location machen, wenn immer zwei bis vier Sekunden mit einem ganz leichten Zoom aufgenommen und aneinandergereiht werden: Gang aufs Gebäude zu, Tür kommt näher – erste Schritte durch die Halle, Großaufnahme Namens-Banner – Spaziergang durch das, was angeboten wird …. Drei Videos à vier Sekunden, aneinandergereiht ergeben sie ein nettes Reel, einzeln passen sie in deine Instagram und Facebook Story.

Am besten übst du ein paar solche Aufnahmen in der Kaffeeküche oder auf dem Waldspaziergang. Das können dann auch gleich deine „ich freue mich auf Event XY“-Postings werden.

Der professionelle Ansatz: Instagram-Highlights mit Deckblatt

Damit die ganze Mühe sich lohnt und immer wieder Menschen auf deine Event-Impressionen stoßen, wenn sie dein Profil anschauen, solltest du dann noch einen Schritt weitergehen und auf deinem Instagram-Account ein eigenes „Highlight“ für dein Storytelling anlegen. Highlights kleben in deinem Profil und laden durch einen griffigen Titel und ein schönes Cover-Bild zum Stöbern ein.

Du legst also bereits vor dem Erstellen der ersten Inhalte ein solches Highlight an, nennst es nach dem Event plus Datum/Jahr und archivierst alle Stories in diesem Highlight: Die Funktion wird dir automatisch angeboten, wenn du eine Story veröffentlichst. So erstellst du ein Archiv, aus dem du mühelos Dinge wieder hervorholen und noch einmal posten kannst und außerdem eine kleine „Galerie“ für deine Zielgruppe.

Viel Erfolg!

Über die Autorin
Avatar photo
Up to date: Trends, Insider-Wissen und Online Navigation

Beitrag kommentieren