Der kleine Hashtag-Knigge

Der kleine Hashtag-Knigge

Hashtags gehören zur erfolgreichen Kommunikation auf Twitter, aber auch anderen sozialen Netzwerken.

Sie sind praktisch, weil sie Menschen mit ähnlichen Interessen und Zielen ohne weiteren technischen Aufwand miteinander vernetzen – besonders auf Twitter kann man sich in Minuten einen Überblick verschaffen, wenn ein Thema besonders aktuell ist.

Hashtags auf Twitter zu setzen ist schon fast zu einfach: Eine # Raute vors Wort, und schon hat man die Verknüpfung erzeugt. Sinn machen sollte ein Hashtag aber auch – und man darf es mit den praktischen kleinen Rauten nicht übertreiben, denn Sätze wie

„#Firmenname #präsentiert in #2015 #auf #Messe #technische #Innovationen der #Branche für #Zielgruppe“

sind unleserlich – und schon daher nervig. Zu viele Rauten im Text zeigen vor allem eins: Dass man Hashtags nicht verstanden hat.

Wenn man einen Tag anklickt, soll dieser Klick nämlich nicht zu irgendwas, sondern zu einer Übersicht relevanter Unterhaltungen zu diesem Thema führen.

Zum Beispiel, weil man den eigenen Firmennamen taggt oder eine Veranstaltung, eine Zielgruppe oder ein Thema.

Im Zweifelsfall schaut man einfach nach, was andere schon unter diesem Hashtag veröffentlicht haben. Natürlich kann man auch einen ganz neuen, eigenen Tag eröffnen – so lange er tatsächlich Sinn macht.

Aller guten Dinge sind drei

Die Anzahl legt man zwar nach Gefühl, aber bitte nicht mit Überschwang fest. Im Zweifelsfall ist grundsätzlich weniger mehr.

Denn auch mit zehn inhaltlich extrem sinnvollen Hashtags wäre ein Post auf Twitter oder Facebook für den User nicht mehr gut zu lesen und würde nicht zum Anklicken, sondern zum prompten Weggucken verführen.

Wie immer gilt daher auch bei Hashtags: Ausnahmen bestätigen zwar die Regel, aber mehr als drei #Schlagworte pro Post sollten es trotzdem nicht werden.

Hashtags korrekt setzen

Ein Flüchtigkeits- oder Tippfehler erzeugt einen neuen, leider völlig sinnlosen Hashtag. Schon deswegen empfiehlt es sich, sorgfältig Korrektur zu lesen, bevor ein Post online geht.

Auch Satzzeichen wie Bindestriche oder Punkte haben in einem Hashtag nichts verloren, ebenso wenig wie Leerzeichen. Wer sich nicht daran hält, veröffentlicht einen verstümmelten Tag ohne Bedeutung, der die Leser bestenfalls verwirrt.

Das andere Extrem #ganzeSätzezusammengepapptzueinemlangenHashtag ist im Business-Umfeld ebenso wenig zu empfehlen. Darauf klickt dann zwar sowieso keiner, aber es wirkt trotzdem albern bis unprofessionell.

Auch scheinbar praktische Abkürzungen haben ihre Tücken: Viele kurze Kombinationen haben von den Usern bereits ein Thema zugewiesen bekommen.

Bevor man für eigene Zwecke einen neuen Hashtag einführt, sollte man also unbedingt schauen, ob die Zusammenstellung schon verwendet wird.

Ein Beispiel: Wer nach „IBES Baugrund“ suchen wollte, während „Ich bin ein Star“ im Fernsehen lief, fand unter #ibes auf Twitter ganz sicher nur das „Dschungelcamp“.

Andere Hashtags wären sehr sinnvoll, würden sie nicht schon viel zu oft für „spammige“ Posts verwendet.

Welche Tags ein schlechtes Image haben, kommt ganz auf das Umfeld an, aber man entwickelt doch schnell ein Gefühl dafür, welche zu marktschreierisch und ausgelutscht sind, um noch eigenen Zwecken zu dienen.

Es lohnt sich also, ein paar Blicke auf vorhandene Hashtags und deren Einsatz zu werfen, bevor man sich bestimmte Begriffe angewöhnt oder sie zu Marketingzwecken einsetzt.

Trittbrettfahren – aber richtig

Bei Hashtags dreht sich also alles um Vernetzung und sinnvolle Verknüpfung passender Themen zum Nutzen des Users und damit am Ende auch für die Zwecke des „Publishers“, der die Tags einsetzt.

Man kann und darf also von der Vorarbeit anderer investieren, die einen Hashtag aufgebaut haben, wenn man diesen mit eigenen Posts aufgreift und selbst ebenfalls dazu beiträgt, dass der Klick auf den Tag für die Anwender Sinn macht.

Dies heißt aber nicht, dass man populäre Hashtags entführen und sinnfrei verwenden sollte, nur weil sie gerade so beliebt sind, dass sicherlich jemand klicken und den eigenen Post sehen wird.

Das kann sehr nach hinten losgehen, wie jede andere SPAM-Methode in der Online-Welt auch.

Je beliebter der Hashtag, desto mehr User würden mitbekommen, dass man keine Ahnung von Social Media hat – keine gute Idee, wenn man einen Markennamen aufbauen möchte.

Unterschiede in den Netzwerken

Twitter bietet mit seinen 140 Zeichen so wenig Platz, dass ausgewählte kurze Hashtags zum Thema selbst angesagt sind.

Facebook dagegen lädt durch die Kommentarfunktion unter jedem Post zu vertieften Diskussionen ein und kann auch ein paar weiter ausholende Tags mit regionaler Zuordnung oder Aufforderung zu Interaktion vertragen.

XING und LinkedIn zeigen Worte mit Raute nur als genau das – als Worte mit Raute – und nicht als vernetzte Tags. Wer ein Social Media Dashboard nutzt, um identische Posts nach dem Gießkannenprinzip in alle Netzwerke zu verteilen, sollte darüber Bescheid wissen. Stören tut es vermutlich die wenigsten.

Auf Google+ werden die selbst vergebenen Hashtags noch durch jene ergänzt, die von Google selbst aufgrund des Contents im Post vorgeschlagen werden. Oft wird man so an Tags erinnert, die gute Möglichkeiten bieten, auf die man selbst aber in dem Zusammenhang nicht spontan gekommen wäre – eine gute Idee, weil auch User durch die Tags stöbern und sich inspirieren lassen können.

Übung macht den Meister: Wer täglich Hashtags nutzt, muss bald nicht mehr darüber nachdenken und setzt sie ganz automatisch ein.

Faustregel:

Nicht zu viel, immer sinnvoll, nie als Spam und stets mit einem wachen Auge dafür, wie andere diese Begriffe einsetzen: Dann klappt’s auch mit den Hashtags.

18.02.2015