Marketingtipps: So funktioniert der Linkedin Algorhitmus

Marketingtipps: So funktioniert der Linkedin Algorhitmus

Wie sorgst Du dafür, dass Dein Content in möglichst vielen Feeds Deines Netzwerks angezeigt wird? Wir verraten es.

Lesezeichen setzen

Derzeit über 575 Millionen Mitglieder weltweit sind Grund genug, auch auf Linkedin vertreten zu sein: 14 Millionen deutschsprachige Mitglieder im derzeit größten beruflichen Netzwerk mit über 12 Millionen Mitgliedern in den DACH-Ländern. Wenn Du Dich erst einmal angemeldet hast, solltest Du aus Deiner Timeline aber auch das Optimale herausholen. Denn für Linkedin gilt wie in anderen Netzwerken auch: Dein Erfolg hängt davon ab, wie gut Du den Algorithmus bedienst.

Beim Log-in in Deinen Linkedin-Account landest Du wie in anderen sozialen Netzwerken auch auf Deinem eigenen Feed: Den Inhalten aus Deinem Netzwerk, von denen der Linkedin Algorithmus annimmt, dass sie für Dich interessant sind. Das gilt natürlich auch für alle Deine Kontakte – während es auf den ersten Blick so wirkt, als ob Du Dich sofort durch sämtliche News Deines Netzwerks lesen kannst, werden allen tatsächlich erst mal die angezeigt, die für die Maschinenlogik dahinter vermutlich relevant sind.

Darauf kannst Du Einfluss nehmen. Um nach Aktualität zu sortieren, statt nach vermeintlicher Relevanz zu gehen, musst Du selbst aktiv werden und oberhalb Deines Feeds bei „Sortieren nach“ umschalten auf „aktuell“. Außerdem kannst Du auf den Link „alle Empfehlungen anzeigen“ klicken und Firmen oder Personen hinzufügen, die Dich interessieren könnten.

Leider ist es dann aber immer noch so, dass die meisten Deiner Netzwerkkontakte einen nach „Relevanz“ vorsortierten Feed gezeigt bekommen, denn viele werden ihre Lesepräferenzen nicht umstellen. Diesen Linkedin Algorithmus gilt es zu knacken, damit Dein Content zukünftig als relevant gewertet wird.

Den LinkedIn-Algorithmus verstehen – das solltest Du wissen

Im Gegensatz zu den Geheimnissen hinter Googe Rankings bietet linkedin selbst ausführliche Erklärungen und mehrere Artikel dazu an, wie die AI hinter dem Algorithmus funktioniert. Grob zusammengefasst bemüht ist Linkedin darum bemüht, eine Vielzahl an Signalen so auszuwerten, dass Du den für Dich interessantesten Feed angezeigt bekommst ab der Sekunde, in der Du Dich einloggst.

Wichtig ist Linkedin auch, mit wem Du vernetzt bist und welchen Themen Du folgst, denn die ausgewerteten Signale fallen in drei Hauptkategorien: Deine Identität bzw. Dein Profil inklusive berufliches Umfeld, Kenntnisse und Kontakte, Dein Verhalten in Bezug auf Shares, Likes und Interaktin und Lesezeit und der aufgenommene Content: Wie viele Male wurde ein Post angesehen, wie viele „Likes“ gab es, um welche Fachgebiete geht es, wie alt ist der Inhalt, in welcher Sprache ist er und welche Firmen/Menschen/Themen werden erwähnt?

Diese Auswertung läuft für alle User*innen, um ihnen die bestmögliche Erfahrung zu bieten. Damit ist das wichtigste Kriterium für gute Präsenz im Feed der anderen ganz klar die Qualität des angebotenen Contents. Nur wenn Du die richtigen Themen gut aufbereitest, wirst Du den passenden Personen damit angezeigt werden. Denn zunächst musst Du überhaupt durch den Filter kommen, den Linkedin grundsätzlich nutzt.

Der Linkedin Spam-Filter für ausnahmslos alle Artikel

Jedes Deiner Postings auf Linkedin wird ausgewertet – nicht nur einmal, sondern regelmäßig immer wieder die ganze Zeit, die es auf Deiner Timeline steht. Sobald Du postest, ordnet ein AI Bot den Inhalt sofort einer dieser drei Kategorien zu:

  • „Spam“
  • „Geringe Qualität“
  • „Freigegeben“

Dein Ziel kann nur darin bestehen, Artikel „freigegeben“ zu bekommen. Doch wenn andere User Deinen Content ausblenden, zieht der LinkedIn-Algorithmus aus diesen Aktionen negative Schlüsse. Denn jetzt kommt der nächste Schritt nach dem ersten Filter:

Der Artikel bleibt vorläufig im Feed, um Interaktionen auszuwerten.

In dieser Phase zeigen die ersten Interaktionen an, ob der Content gut genug ist, um im Feed zu bleiben. Linkedin selbst bietet wichtige Hilfestellungen in Form von Check-Fragen an, damit Du relevante Inhalte erstellen kannst, die von den anderen Anwender*innen nicht im Feed verborgen werden. Frag Dich also vor jedem Post ehrlich:

  • Ist mein Beitrag lästig oder beleidigend?
  • Poste ich zu häufig?
  • Interessieren sich die Mitglieder meines Netzwerks für diesen Beitrag?
  • Ist mein Beitrag so einmalig und aufschlussreich, dass man ihn gerne mit anderen teilen will?
  • Ist der Post für das Berufsleben anderer Menschen interessant?

Neben Interaktionen wird auch die Qualität des Inhalts vom Linkedin Algorithmus geprüft, um Spam-Netzwerke auszuhebeln. Der Algorithmus überprüft in dieser Phase nicht nur sozusagen Deine Glaubwürdigkeit, sondern legt auch fest, wie relevant und nützlich Dein Beitrag für Dein Netzwerk aus Kontakten und Followern ist.

Nach diesen ganzen automatisierten Prüfungen wird Dein Content auf Linkedin jetzt tatsächlich auch noch von menschlichen Redakteuren geprüft und bewertet – eine Ausnahme in den sozialen Netzwerken. Angeblich haben besonders nützliche Inhalte in dieser Phase dadurch die Chance, auch nach Wochen noch wieder ganz nach oben im „Ranking“ befördert zu werden.

Mitarbeiter einbinden

Arbeitest Du alleine oder hast Du ein Team von Angestellten? Wenn Du Mitarbeiter hast, solltest Du diese unbedingt ermutigen, sich mit einer LinkedIn-Seite Deines Unternehmens zu verbinden, indem sie Deine Firma als Arbeitgeber eintragen – auch das erhöht die Relevanz der Postings.

Berufliche relevante Posts mit Bildern und anderen Medien zur richtigen Zeit

Auf Linkedin dreht sich alles um Beruf, Karriere und Unternehmen. Das muss auch für Deinen Content gelten, damit er erfolgreich ankommt. Die Inhalte können aus Fotos, Videos, LinkedIn-Artikel-Posts, Links zu externen Webpages oder Text bestehen, so lange es sich nur um beruflich relevante Themen handelt.

Auch der richtige Zeitpunkt ist entscheidend: Er muss auf Deine Zielgruppe abgestimmt sein. Hier wird Dir nichts anderes übrig bleiben, als mit Hilfe von Linkedin Analytics verschiedene Zeiten auszutesten, vermutlich während der Kernarbeitszeit der von Dir angesprochenen Menschen.

Außerdem, und das ist besonders wichtig, solltest Du selbst aktiv werden und mit den Beiträgen anderer User*innen interagieren: Kommentieren, liken, teilen und damit die konkrete Reichweite Deines Profils erhöhen.

Das integrierte Publishing Tool PULSE nutzen

Besonders beliebt beim Linkedin Algorithmus sind Postings, die direkt in die Blog-Fläche von Linkedin Pulse unter https://www.linkedin.com/post/new gesetzt werden. Auch mit dem Publishing-Tool erstellte Posts tauchen abhängig vom Veröffentlichungszeitpunkt in den Feeds von Kontakten und Followern auf.

Bei Posts auf der Timeline oder in Pulse gelten alle bekannten Regeln für gute Beiträge: Ansprechende, neugierig machende Titel und ein knackiger Teaser, die richtigen Hashtags und zielgruppenpassgenaue Ansprache.

Auf Linkedin hast Du Netzwerk-Kontakte, die Deinen Feed sehen – und Follower, die Deinen Content gut finden. Hohe und unterhaltsame Qualität der Inhalte sind der Schlüssel zum Erfolg.

Anzeigen ergänzen bei Bedarf die Social Media Strategie

Ein Teil Deiner Social Media Strategie kann auch darin bestehen, für Deine Postings Anzeigen zu schalten – schon wieder etwas, das nur bei herausragend gutem Content lohnt. Neben einfachem Sponsored Content hast Du noch weitere Self-Service-Werbelösungen wie Text Ads und Sponsored InMails.

Ob Du Deinen Timeline Feed nutzt oder eine Linkedin Unternehmensseite größeren Sinn ergibt, kommt auf Dein geschäftliches Angebot an. Unternehmensseiten können noch bis zu zehn „Showcase“-Unterseiten haben, auf denen Du Produkte oder Angebote weiter herausstellen kannst. Aber auch ein „einfaches“ Linkedin-Profil und die Teilnahme an relevanten Gruppen innerhalb der Plattform öffnen Dir bereits zahlreiche Möglichkeiten für rein berufliches Networking.

Du solltest also keine Scheu haben, Deine Kontakte auf Deine Timeline einzuladen und Dein Netzwerk immer weiter auszubauen – so wird auch der Linkedin Algorithmus immer mehr vom Spamfilter zu einem Geschäftspartner.

  • © Eugenio Marongiu – stock.adobe.com
Über den Autor
Carola Heine
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