Aufgepasst: So geht Netzwerken nicht!

Aufgepasst: So geht Netzwerken nicht!

3 Dinge, die du für erfolgreiches Networking lieber nicht tun solltest und unsere Tipps, wie es dir tatsächlich gelingt, Kontakte zu knüpfen

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Immer noch hat es sich nicht bei allen herumgesprochen, dass beim Netzwerken nicht gleich die erste Kontaktaufnahme aus einem Angebot oder Akquiseversuch bestehen sollte – erst sollte eine Verbindung entstehen und sich das Thema auf natürlichem Wege ergeben.

Doch mit dem Vorgarten ins Haus fallen ist nicht der einzige Fehler, den du in Business-Netzwerken häufig beobachten kannst.

Was sind das denn für Menschen, die Beziehungen haben?

Wenn dir an diesem Spruch etwas seltsam bekannt vorkommt, dann liegt das daran, dass es sich um ein Zitat handelt. Bereits 1985 hat Heinz Rudolf Kunze erkannt: Wer die Verbindung zu anderen als „Beziehung“ definiert, geht häufig sachlicher vor als jemand, der oder die sich einfach kopfüber in die Emotionen fallen lässt und gar nicht hinterfragt, was sich da entwickelt.

In Business-Netzwerken ist das sachlichere Vorgehen eine ganz gute Idee. Vor allem, weil du die anderen erst einmal nur auf dem Monitor kennenlernst, womit Missverständnisse vorprogrammiert sind.

1. Zieh dich nicht über andere hoch in Netzwerken

Fast jede:r von uns hat schon mal ein beobachtendes Posting geschrieben, einen Trend oder eine Strategie analysiert und war dabei anderer Meinung als jemand anderes. Das Feedback darauf ist meistens rege und führt zu aktivem Austausch.

Das ist aber noch lange kein Grund, aus dem Lästern über die Inhalte und Ziele anderer eine Angewohnheit zu machen. Du möchtest dir ein starkes Netzwerk aufbauen, nicht auf dem Schulhof einen Status als etabliertes Großmaul (hoffe ich) oder für einen erzieherisch erhobenen Zeigefinger bekannt werden.

Wenn jede:r Angst haben muss, das nächste Opfer deiner „lustigen“ oder „analytischen“ Postings zu werden, verbinden sie sich höchstens aus den falschen Gründen mit dir. Vergiss also die scharfe Lästerzunge und den preiswerten Applaus, den es dafür gibt.

Mach es lieber andersherum: Stütze, teile und kommentiere die konstruktiven oder erzählenden Postings, die dir inhaltlich gefallen – und du wirst Netzwerk-Beziehungen aufbauen, die zu dir passen.

2. Erzähl nicht die ganze Zeit, wie toll und erfolgreich du bist

Du weißt es eigentlich längst, denn du kannst die Wirkung von Marketing an dir selbst beobachten: Platte Eigenwerbung mit dem Dampfhammber funktioniert nicht, man geht innerlich auf Abstand,wenn sich jemand ständig anpreist – Storytelling im „Show don’t tell“-Modus hingegen macht neugierig, schafft eine Verbindung und erzeugt Bilder.

Wie soll dein neues Netzwerk also davon erfahren, wie großartig du bist? Jedenfalls nicht, indem du ständig damit angibst. Viel wirksamer ist es, wenn du dein Wissen großzügig verteilst, indem du hilfreiche Kommentare oder zielführende Anmerkungen machst.

Denn Menschen, die wirklich erfolgreich sind, müssen uns in der Regel nicht erst darauf hinweisen. Deshalb wirkt jemand unglaubwürdig, der oder die auffällig viel über den eigenen Erfolg spricht. Aber wir merken uns, wer hilfsbereit ist und gutes Fachwissen hat. Das sind die Personen, mit denen wir uns gerne auch spontan vernetzen.

3. Bleib bei Fakten und der Wahrheit, egal wieviel Fantasie du hast

Ein paar großzügig ausgelegte Details oder eine nette kleine Übertreibung können es so einfach machen, ein tolles Posting in den Business-Netzwerken zu schreiben. Neugierige und applaudierende Menschen werden positiv reagieren – auch wenn du beispielsweise in manchen Fällen nur so tust, als ob du wüsstest, wovon du redest.

Aber dieser Ballon platzt früher oder später, denn auch andere Menschen haben Fachkenntnisse, Kontakte oder wissen, wie man einen Erfolg beurteilt. Als Schaumschläger bekannt zu werden ist ganz leicht, wenn man sich immer etwas größer, reicher, erfolgreicher gibt als du es wirklich bist. Das solltest du also lassen.

Was du aber tun kannst: Besser texten und mehr über Marketing lernen und darüber, dass viele Menschen sich mit Rückschlägen und ehrlich erzählten Misserfolgen sogar viel besser identifizieren können. Sie fühlen sich dann verstanden und öffnen sich in Netzwerken viel eher, als wenn du perfekt dastehen möchtest.

Netzwerken geht nicht über Nacht

Sei einfach du selbst, ohne Zusätzliches zu erfinden. Sei nett, bleibe offen und werde regelmäßig auch auf den Timelines der anderen aktiv. Dann klappt es auch mit dem Netzwerken.

Erfolgreiches Networking und Glaubwürdigkeit

Wir leben in einer Welt, in der sich ständig alles wandelt. Was sich aber nicht verändert, sind die guten oder schlechten Eindrücke, die wir hinterlassen. Für Selbständige ist ihr Netzwerk ein Stück vom Arbeitsplatz.

Wenn du großzügig mit Fakten umgehst, ständig andere angreifst für eigene Aufmerksamkeit oder dich darüber lustig machst, was andere wichtig finden, werden andere das bemerken. Die meisten werden es nicht gut finden, auch diejenigen, die lieber höflich schweigen.

Netzwerken – was du stattdessen tun kannst:

  • Lerne spannende Menschen erst mal kennen, bevor du herausfindest, ob sie dich beauftragen könnten oder wollen. Beziehungsqualität braucht Tiefe und braucht Zeit.
  • Wenn jemand etwas schreibt, dass du nicht nachvollziehen kannst oder lustig findest, frag einfach nach. Die Chancen stehen gut, dass Ihr einen spannenden Austausch habt.
  • Wenn dich ein Beitrag aufregt oder wütend macht, frag einfach sachlich nach (oder behalte es für dich). Du musst nicht jede Sichtweise teilen oder unterstützen.

Hast du eigene Erfahrungen und Tipps, die du mit uns teilen möchtest? Dann freuen wir uns über deinen Kommentar!

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