Beitragsbemessungsgrenze

Beitragsbemessungsgrenze Definition

Jeder Arbeitnehmer zahlt monatlich Sozialversicherungsbeiträge. Diese werden bis zu einer bestimmten Grenze vom Gehalt abgezogen. Diese Grenze ist die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze (BBG). Liegt Ihr Gehalt über dieser Grenze, zahlen Sie für den Teil darüber keine weiteren Sozialabgaben. Die Höhe der BBG wird jedes Jahr durch die Bundesregierung neu festgelegt, in Anlehnung an die Bruttoentgelte. Einzusehen ist diese in der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung.

Nicht zu verwechseln ist die Beitragsbemessungsgrenze mit der Versicherungspflichtgrenze, auch Jahresarbeitsentgeltgrenze genannt: Bis zu einer bestimmten Entgeltgrenze pro Jahr sind Sie in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Verdienen Sie mehr, haben Sie die Möglichkeit, freiwillig in eine private Krankenversicherung zu wechseln.

Rechtliche Grundlage

Für jeden Zweig der Sozialversicherung wird die Grenze gesondert bestimmt:

·         Für die Krankenversicherung: § 223 Abs. 3 SGB V

·         Für die Pflegeversicherung: § 54 Abs. 2 SGB XI

·         Für die Rentenversicherung: § 159 SGB VI

·         Für die Arbeitslosenversicherung: § 341 Abs. 3 und 4 SGB II

Beitragsbemessungsgrenze 2022 nach Versicherungszweigen

West Ost
Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung 7.050 € (monatlich)

84.600 € (jährlich)

6.750 € (monatlich)

81.000 € (jährlich)

Beitragsbemessungsgrenze für die knappschaftliche Rentenversicherung 8.650 € (monatlich)

103.800 €  (jährlich)

8.350 € (monatlich)

100.200 € (jährlich)

Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung 4.837,50 € (monatlich)

58.050 € (jährlich)

4.837,50 € (monatlich)

58.050 € (jährlich)

Abweichende Zeiträume

Ist ein Arbeitnehmer nicht während des gesamten Monats versicherungspflichtig beschäftigt, so wird die Beitragsbemessungsgrenze anteilig berechnet. Dazu wird die tägliche BBG herangezogen und mit der Anzahl an Kalendertagen multipliziert, an welchen Sie versicherungspflichtig beschäftigt waren.

Haben Sie Ihren Arbeitsplatz innerhalb eines Monats gewechselt, werden das alte und das neue Beschäftigungsverhältnis getrennt voneinander gehandhabt. Bei Monaten mit 31 Tagen wird bei der letzten Beschäftigung ein Tag abgezogen.

Beitragsberechnung bei Mehrfachbeschäftigung

Befinden Sie sich in mehreren Beschäftigungsverhältnissen, wird Ihr Gesamtentgelt zur Berechnung herangezogen. Die Beitragsbemessungsgrenze ist in diesem Fall mit dem Entgelt aus einer Beschäftigung zu multiplizieren. Anschließend wird das Ergebnis durch das Gesamtentgelt aller Beschäftigungsverhältnisse dividiert.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die knappschaftliche Rentenversicherung?

Arbeitnehmer, die überwiegend knappschaftliche Arbeiten verrichten, sind in der dazugehörigen Rentenversicherung pflichtversichert. Zu knappschaftlichen Arbeiten zählen Seeschifffahrt, Deutsche Bahn und Bergbau.

Warum wird bei der Beitragsbemessungsgrenze in Ost und West unterschieden?

Aufgrund des niedrigeren Lohnniveaus der neuen Bundesländer (Ost) im Vergleich zu den alten Bundesländern (West), wurde eine niedrigere Beitragsbemessungsgrenze festgelegt.

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