Pflegeversicherung

Was ist die Pflegeversicherung?

Pflegeversicherung – eine Definition

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist in Deutschland eine Pflichtversicherung. In der Regel sind Sie bei derjenigen Institution pflegeversichert, wo Sie auch Ihre Krankenversicherung abgeschlossen haben. Die Versicherung gehört zur Sozialversicherung und greift, wenn Sie pflegebedürftig werden.

Den Beitrag zur Pflegeversicherung übernimmt zur Hälfte der Arbeitgeber. Die andere Hälfte zahlt der Arbeitnehmer. Die Höhe des Beitragssatzes beträgt 2018 2,55 Prozent (ab 01.01.2019 Erhöhung auf 3,05%). Wenn der Arbeitnehmer das 23. Lebensjahr vollendet und keine Kinder hat, zahlt er einen Zuschlag von 0,25 Prozent, den er als Arbeitnehmer voll selber trägt.

Eine Besonderheit betrifft das Bundesland Sachsen: Hier sind die Beiträge zur Pflegeversicherung immer ungleich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verteilt.

Rechtliche Grundlagen

  • Die Pflegeversicherung ist im XI. Sozialgesetzbuch (SGB) geregelt.
  • § 14 SGB XI definiert, was man genau unter Pflegebedürftigkeit versteht.
  • § 15 SGB XI hält die unterschiedlichen Pflegegrade fest.

Welche Leistungen trägt die Pflegeversicherung?

Grundsätzlich können Sie über die Pflegeversicherung sowohl finanzielle Mittel für ambulante, stationäre oder häusliche Pflege als auch für Sachleistungen beziehen. Wem was zusteht, hängt von der Schwere der Pflegebedürftigkeit und damit der Pflegestufe ab. Der Tabelle entnehmen Sie die Höhe der finanziellen Leistungen, welche die Pflegeversicherung zahlt:

PflegegradAmbulante PflegeStationäre PflegeSachleistungen
1125 €125 €
2316 €770 €689 €
3545 €1.262 €1.298 €
4728 €1.775 €1.612 €
5901 €2.005 €1.995 €

Wie erhalten Sie Leistungen aus der Pflegeversicherung?

Wenn Sie Leistungen für sich oder einen Angehörigen aus der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen möchten, müssen Sie einen Antrag auf Pflegestufe bei der Krankenkasse stellen. Innerhalb der nächsten Wochen nach Antragstellung erhalten Sie vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen einen Termin. An diesem bewertet ein Gutachter Ihren Pflege- und Hilfebedarf. Auf dieser Grundlage erfolgt die Einstufung in eine der fünf Pflegegrade. Dieser entscheidet über die Höhe der Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um die Leistungen zu erhalten?

Um im Pflegefall finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie in den letzten zehn Jahren für mindestens zwei Jahre in die gesetzliche Pflegeversicherung eingezahlt haben.