Buchführungspflicht

Die steuerliche Buchführungspflicht ist eine logische Folge der Abgabenordnung.

Grundsätzlich gilt: Wer die eigenen Geschäftsvorfälle inklusive deren Entstehen und Abwicklung systematisch dokumentieren muss, weil beispielsweise ein Handelsgewerbe aufgenommen wird, muss seine Bücher auch für steuerliche Zwecke führen.

Buchführungspflichtig ist jeder Kaufmann nach Definition §§ 1–6 HGB mit Beachtung der größenabhängigen Ausnahmeregelung § 241a HGB: Einzelkaufleute, die an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren nicht mehr als jeweils 500 000 Euro Umsatzerlöse und jeweils 50.000 Euro Jahresüberschuss aufweisen, brauchen die §§ 238 bis 241 nicht anzuwenden.

Das gilt ab dem Beginn der unternehmerischen Tätigkeit bzw. bei unserem Beispiel ab Eintrag ins Handelsregister inklusive einer Eröffnungsbilanz.

Die Buchführungspflicht endet erst bei offizieller Beendigung der unternehmerischen Tätigkeit inklusive der Löschung aus dem Handelsregister mit Abgabe einer Abschlussbilanz.

Der Umfang der steuerlichen Buchführungspflicht umfasst das Führen von Büchern in einer “lebenden” Sprache, die Durchführung von Inventuren und Erstellung von Inventar-Verzeichnissen, die Aufstellung von Eröffnungs- und Abschlussbilanz, Einhaltung der steuer- und handelsrechtlichen Ansatz- und Bewertungsvorschriften sowie die ordnungsgemäße Aufbewahrung von Büchern und Aufzeichnungen – für letztere gilt es die vorgeschriebenen Aufbewahrungsfristen einzuhalten.

Alle Geschäftsvorgänge müssen durch Belege in ihrer Entstehung und Abwicklung nachvollziehbar dargestellt werden.

Nicht verpflichtet zur Buchführungsdokumentation sind Freiberufler.