Marketing mit Auftragsbestätigungen

Content Marketing mit Auftragsbestätigungen

Wenn jemand bei dir einkauft oder dir einen Auftrag erteilt, kannst du einfach mit Standardfloskeln antworten. Oder du legst dich wirksam so richtig ins Zeug.

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Wenn du in den letzten Jahren bei eBay eingekauft hast, dann kennst du das Marketing mit Auftragsbestätigungen vermutlich schon: Plötzlich klebt eine fragwürdige Minitüte Gummibärchen an deiner Postsendung oder du bekommst irgendeinen Gegenstand „dazugeschenkt“, der gar nicht von dir ersteigert wurde. So erhoffen die Händler sich gute Bewertungen und wiederkehrende Besucher:innen in ihrem Shop.

Ins Gummibärchen-Marketing solltest du jetzt natürlich nicht einsteigen. Aber statt einer Standard-Antwort ein kleines Extra „beizulegen“, das funktioniert tatsächlich. Auch bei Mails.

Kundenbindung fängt mit Auftragsbestätigungen an

Bestandskundenpflege ist wichtig: Wer dir bereits einmal einen Auftrag erteilt oder in deinem Shop eingekauft hat, ist viel leichter davon zu überzeugen, es erneut zu tun, als eine ganz neue Person.

Den meisten Unternehmer:innen fällt das allerdings erst in dem Moment ein, wo sie sich zur Akquise aufraffen. Mal wieder die Bestandskund:innen motivieren, wo man doch eh gerade dabei ist!

Das heißt dann häufig, dass ein Angebot auch an die bereits vorhandene Kundschaft geschickt wird. Vielleicht noch mit einem Rabatt. Dabei könntest du bereits viel früher ansetzen mit der wirksamen Kundenpflege.

Bei jedem einzelnen Text und der gesamten Kommunikation nämlich – angefangen mit der unvermeidlichen und daher wichtigen Auftragsbestätigung, die dich an diesen Kunden oder diese Kundin bindet.

Jeder Text ist Sichtbarkeit

Bestellbestätigungen, Auftragsbestätigungen, automatisierte Antworten: Text ist überall. Immer lässt er sich für deine Zwecke optimieren, wenn du ihn aus Kund:innensicht betrachtest:

Die Mail-Signatur, die einen nützlichen Hinweis oder einen Link enthält.

Die automatische Bestellbestätigung, die ansprechend getextet wurde und Kund:innen direkt in den Newsletter zieht.

Die standardisierte Auftragsbestätigung, die viel mehr sein kann als ein »ich freue mich auf die Zusammenarbeit«.

Linktipp: Bestellbestätigungen in Shops optimieren

Der Reality-Check in drei Stufen

Vielleicht betreibst du einen Shop, der an vielen Stellen des Verkaufsprozesses automatisierte Mails versendet. Oder du hast Dienstleistungs-Kund:innen und dir für diese ein Onboarding-Paket erarbeitet, um die Projekte komfortabel zu beginnen. Vielleicht arbeitest du die üblichen notwendigen Reaktionen auch einfach »Freestyle« ab und reagierst frei Schnauze in den nötigen Kommunikationsabläufen.

In allen drei Fällen solltest du dich hinsetzen und dir genauer anschauen, was du per Mail verschickst:

  • Hast du deine Mails und alle Formulare in deinen Farben und mit deinem Logo gebrandet? Überall deinen Font verwendet und deinen Website-Link eingebaut?
  • Entsprechen wirklich alle Texte der Tonalität, die du für dein Business erarbeitet hast? Achte darauf, dass Standard-Mails nicht siezen, wenn du auf der Website duzt.
  • Spricht jeder Inhalt aktiv Kundin oder Kunden an? Und bietet deinen Kontakten eine aufwandlose Kommunikationsmöglichkeit bei Fragen?
  • Wird auf interessante Angebote, Blogposts, Seminare und auf deinen Newsletter verwiesen? Deine Mailingliste sollte immer parallel mitwachsen können.
  • Ist deine Mail-Signatur in deinem Branding und hast du die Social Media Kanäle verlinkt? Auch ein aktuelles Angebot oder ein Highlight können im Mail-Footer stehen.

Teste deine Auftragsbestätigungen an dir selbst

Wie fühlt es sich an, dein Kunde oder deine Kundin zu sein? Mach einen Testlauf mit dir selbst, dann mit jemandem aus deinem Netzwerk. Im dritten Schritt kannst du dann noch um Kundenfeedback zu deinen Abläufen bitten.

Auftragsbestätigungen oder Bestellbestätigungen

Die Mails, die von deiner Kundschaft garantiert mit großer Aufmerksamkeit gelesen werden, sind die Bestell- und Auftragsbestätigungen. Schließlich will man nach einem Kauf oder einem erteilten Auftrag immer sichergehen, dass alles korrekt läuft und es keine Missverständnisse gibt.

Deshalb solltest du zwar einerseits nicht von den Standards abweichen: Der Betreff der Mail sollte unmissverständlich „Bestellung vom …“ oder „Auftrag Nr …“ heißen und genau wiedergeben, worum es geht.

Denn eine Bestellbestätigung prüft man auf Vollständigkeit und archiviert sie sich dann.

Andererseits ist diese erste Kommunikations-Nachricht nach Aufnahme der Geschäftsbeziehung deine Chance, persönlich zu werden und mehr von dir oder deinen Produkten zu zeigen.

Vielleicht kennst du das Gefühl, dass manche Dinge möglichst offiziell und formell klingen sollten, damit sie seriös wirken. Das ist schon lange nicht mehr so.

Du erzielst viel bessere Ergebnisse mit einer herzlichen persönlichen Ansprache, die mehr über dein Angebot erzählt und zum Beispiel einen Link zu einem tollen Download enthält.

Die „Gummibärchen“ in deiner Lieferung könnten zum Beispiel sein

  • Eine kostenlose Erstberatung oder ein Kennenlern-Videocall
  • Eine Arbeitshilfe, die zum Bedarf deiner Kund:innen passt
  • Ein Whitepaper mit spannenden zusätzlichen Informationen
  • Ein Rabattcode als Begrüßungsgeschenk für Erstkund:innen
  • Eine kostenlose Beilage per Post, die du schon mal ankündigst
  • Ein Gutschein für einen späteren Einkauf oder ein Seminar

Betrachte deine Auftragsbestätigungen und Bestellbestätigungsmails als ersten Schritt zur effizienten Kund:innenbindung. Vielleicht schickt du eine Postkarte oder lädst zu einem Event ein, schenkst einen Download her oder verknüpfst dich auf LinkedIn und XING. Immer solltest du auf deinen Newsletter hinweisen.

Dir fällt da schon was ein, wenn du erst einmal damit begonnen hast, deine ganzen Kommunikationstexte auf Kund:innenbindungspotenziale zu prüfen.

Was dir nicht passieren sollte: So standardisierte Mails, dass sie sofort wieder aus dem Gedächtnis rutschen – und belanglose Auftragsbestätigungen ohne ein nettes Extra an Kommunikation, das Wertschätzung signalisiert.

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  1. Ulrike Zecher | 15.06.2022 | 11:39

    Liebe Carola,

    merci für deinen nützlichen Blogartikel. Diese Aussage gefällt mir am besten:

    „Jeder Text ist Sichtbarkeit!“ Und ich würde ergänzen: „Jeder Text kostet daher ein bisserl Gehirnschmalz auf der Kundenreise.

    Liebe Grüße aus Köln,

    Ulrike

    1. Carola Heine | 15.06.2022 | 22:07

      Danke dir, liebe Ulrike!