Rabatt

Als Rabatt wird ein Nachlass auf den Verkaufspreis von Waren und Dienstleistungen bezeichnet. In der Verkaufspolitik ist der Rabatt ein beliebtes Mittel, um Neukunden zu gewinnen, Bestandskunden zu halten und das Kaufverhalten der Zielgruppe anderweitig positiv zu beeinflussen. Im Handel existieren unzählige verschiedene Formen des Rabatts, die jedoch allesamt auf dem Prinzip des Preisnachlasses beruhen.

Formen des Rabatts

Gerade im geschäftlichen Umfeld beliebt ist das Skonto: Kunden wird ein vorher vereinbarter Rabatt gewährt (in der Regel handelt es sich um einen einstelligen Prozentwert), wenn die Zahlung besonders schnell oder über eine bestimmte Rechnungsform abgewickelt wird. Ebenfalls im betrieblichen Bereich verbreitet ist der Rabatt auf Waren bei Erreichen einer bestimmten Abnahmemenge. Dieser Mengenrabatt tritt sehr häufig bei großen Bestellungen in Kraft und dient nicht in erster Linie zur Umsatzsteigerung, sondern zur Besserung der Geschäftsbeziehung beider Parteien.

Im Einzelhandel verbreitet sind Aktionsrabatte: Feiert ein Händler etwa ein wichtiges Jubiläum oder fallen bestimmte Events wie Ostern oder Weihnachten an, nutzen viele Unternehmen diese Zeit, um einen Rabatt auf bestimmte Produkte oder das gesamte Sortiment zu gewähren. Der Treuerabatt hingegen findet sowohl im Privatkundengeschäft als auch in Unternehmen Anwendung: Kunden, die über Jahre beim selben Unternehmen einkaufen, erhalten als Dankeschön einen Rabatt auf die nächste Bestellung, das gesamte nächste Geschäftsjahr oder ähnliche Zeiträume.

Rabatte werden gelegentlich auch durch negative Ereignisse begünstigt: Ein Händler, der vor der Geschäftsaufgabe steht, wird versuchen, seine letzten verfügbaren Waren zu verkaufen. Um nicht auf Waren sitzenzubleiben und dafür eventuell hohe Lagergebühren zahlen zu müssen, kommt es zu Räumungsverkäufen mit teilweise sehr hohen Rabatten. Das Überangebot bestimmter Waren, die vom Kunden entgegen der ursprünglichen Verkaufsprojektionen nicht angenommen werden, kann ebenfalls zur schnellen Verteilung von Rabatten auf jene Produkte führen.

Berechnung des Rabatts

Rabatte werden als Prozentwert angegeben. Eine „Faustregel“ zur Bestimmung von Rabatten existiert nicht, jede Branche reagiert also anders. Da ein Rabatt jedoch generell darauf abzielt, das Kaufinteresse der Zielgruppe zu steigern, muss ein gewisser Mindestrahmen erreicht werden. Rabatte von 5 % auf eine Ware mit einem Preis von 100 Euro würden nur 5 Euro einsparen – und somit wahrscheinlich nicht viele Kunden vom Kauf überzeugen. Ein gutes Beispiel ist die Modebranche, die vor Ablauf der aktuellen Saison in Schlussverkäufe startet. Da „alte“ Mode im nächsten Jahr häufig nicht mehr zum selben Preis verkauft werden kann, werden Rabatte von 50 % und mehr angewendet.

Geringere Rabatte sind hingegen dann interessant, wenn der Verkaufswert des Produkts ohnehin bereits einen sehr hohen Wert erreicht. Wird ein Auto für 40.000 Euro verkauft, bedeuten selbst geringe 10 % schon eine erhebliche Einsparung. In der Realität stoßen Kunden branchenübergreifend meist auf Rabatte zwischen 5 und 20 %. Größere Rabatte lassen sich vor allem um Ereignisse wie die Weihnachtszeit und Black Friday beobachten.

Illegale Rabatte

Auch Rabatte unterliegen einer Regelung und dürfen von Unternehmen nicht nach Belieben gegeben werden. Beispielsweise ist es nicht gestattet, sehr kurzfristig angesetzte Rabatte zu bewerben. Ist ein begehrtes Produkt nur für einen Tag zu einem geringeren Preis verfügbar, darf dieser Rabatt nicht beworben werden (das reine Angebot des Rabatts im Handel und Onlinehandel bleibt aber erlaubt).

Ebenfalls nicht gestattet ist die Gewährung von Rabatten auf Produkte, die kurz vor der Rabatteröffnung exorbitant teurer gemacht wurden. Diese Form der Rabatte führt oftmals sogar zu einem Nachteil für den Kunden und ist daher verboten. Weiterhin dürfen Rabatte eine bestimmte Zeitdauer nicht überschreiten. Es droht ansonsten, dass der Rabattpreis zum neuen Normalpreis für Produkte führt, was das Prinzip des Rabatts ab absurdum führt und einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Nachteile und Nichtwirksamkeit von Rabatten

In bestimmten Branchen ist die Erteilung von Rabatten untersagt. Beispielsweise hält die Buchpreisbindung Händler davon ab, Literatur zu rabattieren. Gerechtfertigt wird diese Regelung damit, dass ein Buch ein Kulturgut ist. Kleinere Buchhandlungen, die dem Druck großer Händler nicht statthalten könnten, sind durch die Buchpreisbindung dazu in der Lage, weiterhin zu konkurrieren. Ein flächendeckendes Angebot von Büchern in der gesamten Bundesrepublik ist daher auch ohne Onlinehandel möglich.

Ein weiterer inhärenter Nachteil der Rabatte ist die Tatsache, dass kleinere Händler oftmals nicht mit den Rabattaktionen großer Händler mithalten können. Würden diese Händler mitziehen, wäre ein Verkauf der Waren nicht mehr ohne Gewinn möglich. Kritiker des nahezu nicht reglementierten Rabattsystems führen daher an, dass langfristig viele kleinere Händler und Unternehmen nicht mehr konkurrenzfähig arbeiten können. Dies mindert die Unternehmensvielfalt in Deutschland und könnte Arbeitsplätze vernichten.