Geldwerter Vorteil

Begriffserklärung geldwerter Vorteil

Kurzdefinition:

Der Lohn eines Arbeitsnehmers besteht nicht immer nur aus Geldleistungen, die er im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses vom Arbeitgeber erhält. Daneben gibt es nämlich auch sogenannte „Einnahmen in Geldeswert“. Das sind z. B.:

  • Eine bezahlte Unterkunft
  • Kostenlose Verpflegung
  • Kostenlose oder vergünstigte Waren oder Dienstleistungen

Das Gehalt oder der Lohn müssen also nicht immer nur aus Geld bestehen. Um den Unterschied zum Barlohn deutlich zu machen, werden die genannten Leistungen deshalb als Sachbezug, Sach-Lohn oder eben als geldwerter Vorteil bezeichnet.

Ein Blick in die Rechtsprechung:

  • Aus Lohnsteuer-Perspektive: 2 Abs. 1 LStDV definiert den Begriff „Arbeitslohn“. Damit Sachbezüge auch im Rahmen der Lohnsteuer als Arbeitslohn erfasst werden, wurde § 8 Abs. 1 EstG ins Leben gerufen. Regelungen zur Bewertung sowie zur steuerlichen Befreiung von sogenannten „Belegschaftsrabatten“ (der Freibetrag liegt bei 1.080 Euro) enthält § 8 Abs. 3 EstG. Falls die gesetzlichen Richtlinien zur Gewährung des Rabattfreibetrags nicht erfüllt werden, muss der kleine Rabattfreibetrag mit einer Freigrenze von 44 Euro nach § 8 Abs. 2 EstG geprüft werden. Wie genau der kleine Rabattfreibetrag verwaltungstechnisch angewendet werden darf, ist in R 8.1 Abs. 3 LStR geregelt. Hilfreiche Anweisungen zum großen Rabattfreibetrag enthält Abschnitt 8.2 LStR.
  • Aus Sozialversicherungsperspektive: Wie ein geldwerter Vorteil beitragsrechtlich geregelt ist, kann unter sozialversicherungsrechtlichen Blickpunkten 14 Abs. 1 Satz 1 SGB IV in Verbindung mit § 1 Abs.1 Satz 1 Nr. 1 SvEV genau nachgelesen werden. Für geldwerte Vorteile, die steuerpflichtig sind, greift allgemein auch die Beitragspflicht.

Diese kleine Übersicht fasst den Sachverhalt noch einmal zusammen:

EntgeltLStSV
Arbeitslohn, der nicht in Geld bestehtpflichtigpflichtig

Blick auf die Lohnsteuer

So werden Sachbezüge und Dienstleistungen abgerechnet

Der Begriff geldwerter Vorteil stammt aus dem Lohnsteuerbereich. Er wird gebraucht, um zu beschreiben, dass ein Arbeitnehmer seinen Lohn beispielsweise in Form von kostenlosen oder vergünstigten Sachleistungen oder -gegenständen erhält. Auch die zeitlich begrenzte Überlassung von Gegenständen, Waren oder Leistungen zählt dazu. Konkret betrachtet handelt es sich beim geldwerten Vorteil jedoch um den gängigen Geldbetrag (inklusive Umsatzsteuer), den der Angestellte (zusätzlich) bezahlen müsste, wenn er die Sache oder den Gegenstand selbst erwerben würde. Daher wird dieser Geldbetrag als steuerpflichtiger Arbeitslohn betrachtet.

Wie ist ein geldwerter Vorteil zu bewerten?

Um einen geldwerten Vorteil korrekt zu versteuern, greifen die gleichen Grundsätze, die auch bei der Lohnsteuer-Einbehaltung bzw. -Abführung von Lohnauszahlungen in Bar-Form gelten. Auf Sachbezüge lassen sich insbesondere auch die gesetzlichen Vorschriften zur Steuerbefreiung übertrag. Die Herausforderung bei Sachbezügen ist jedoch die adäquate Festlegung des Wertansatzes, der die Basis für die Gewährung des Vorteils im Rahmen des Lohnsteuerabzugs bildet. Schließlich ist im Fall von Lohnauszahlungen durch Dritte der Abzug der Lohnsteuer gesetzlich vorgeschrieben, was auch sogenannte „Drittrabatte“ umfasst.

Blick auf die Sozialversicherung

Wie sieht die beitragsrechtliche Bewertung aus?

Im Rahmen der Sozialversicherung bedient sich die Betragsberechnung eines weitreichenden und ausführlichen Entgeltbegriffs. Demnach sind nicht nur Zuschüsse sowie Einnahmen in Geld-Form beitragspflichtig. Zusätzlich gilt diese Pflicht auch für „Zuwendungen in Geldeswert“. Deshalb werden geldwerte Vorteile in den meisten Fällen in Form von Sachbezügen gebilligt.

Die grundsätzliche Regel lautet deshalb: Steuerpflichte geldwerte Vorteile sind ebenfalls beitragspflichtig. Wurde bei konkreten geldwerten Vorteilen (z. B. Unterkunft, Verpflegung oder Freiflüge) bestimmte Sachbezugswerte festgelegt, stellen diese mit ihrer jeweiligen Höhe ein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt dar. Deshalb gelten u. a. auch folgende Leistungen als ein geldwerter Vorteil:

  • Incentives
  • Kleine Geschenke
  • Tankgutscheine
  • Kostenlose Mahlzeiten
  • Darlehen für Arbeitgeber
  • Gruppenunfallversicherung
  • Annehmlichkeiten aller Art
  • Rabatte für die Belegschaft
  • Überlassung eines Autos
  • Gewährleistung eines Firmenwagens
  • Sachzuwendungen z.B. bei internen Firmenveranstaltungen
  • Beitragszahlungen zu einer Direktversicherung
  • Nutzung von Computer oder Telekommunikationsmitteln