Lohnsteuer

Was ist die Lohnsteuer?

Definition

Die Lohnsteuer wird in Deutschland auf das Einkommen aus nicht selbständiger Tätigkeit erhoben. Das bedeutet: Jeder Arbeitnehmer hat Lohnsteuer zu entrichten. Abgeführt wird ein entsprechender Betrag direkt vom Arbeitgeber an das Finanzamt. Deswegen spricht man auch von der Quellensteuer: Der Staat erhält diese Form der Steuer direkt von der Quelle – dem Arbeitgeber.

  • Zu zahlen ist sie vom Arbeitnehmer (= Steuerschuldner).
  • Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, dass die entsprechenden Beiträge an das Finanzamt abgeführt werden. Diese behält er direkt vom Lohn und Gehalt seiner Angestellten ein und führt sie an die Behörde ab. Er ist derjenige, der für zu wenig abgeführte Lohnsteuer haftet.

Im Anschluss daran kann der Arbeitnehmer eine Lohnsteuererklärung an das Finanzamt richten, in welcher er zu viel abgeführte Steuerbeträge zurückfordern kann.

Entscheidende Gesetze

  • Erhebung der Lohnsteuer: § 38 EStG
  • Einbehaltung der Lohnsteuer: §§ 39b EStG
  • Aufzeichnungspflichten: § 41 EStG
  • Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer: § 41a EStG
  • Abschluss des Lohnsteuerabzugs: 41b EStG

So ist die Lohnsteuer zu berechnen

Wie hoch ist die Lohnsteuer, die Sie zu zahlen haben? Der Arbeitgeber berechnet aus dem laufenden Arbeitslohn sowie Ihren sonstigen Bezügen den steuerpflichtigen Teil. Davon abzuziehen sind dann:

  • Etwaige Freibeträge
  • Altersentlastungsbetrag
  • Versorgungsfreibetrag sowie ein möglicher Zuschlag

In die Berechnung der Lohnsteuer fließen unter anderem folgende Faktoren mit ein:

  • Steuerklasse
  • Zahl der Kinderfreibeträge
  • Kirchensteuermerkmal

Dabei spricht man von sogenannten elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM). Diese werden mithilfe eines elektronischen Verfahrens durch das Bundeszentralamt für Steuern erstellt. Der Arbeitgeber hat die Aufgabe, jeden Arbeitnehmer in der ELStAM-Datenbank anzumelden. Dazu benötigt er von seinem Angestellten beispielsweise:

  • Geburtsdatum
  • Steueridentifikationsnummer
  • Ggf. Höhe des Lohnsteuerfreibetrags

Abzug und Anmeldung der Lohnsteuer

In Bezug auf die Anmeldung gelten folgende Zeiträume:

  • Kalendermonat: Wenn eine Lohnsteuer von mehr als 5.000 € zu entrichten ist.
  • Kalendervierteljahr: Wenn der zu entrichtende Betrag zwischen 1.080 € und 5.000 € liegt.
  • Kalenderjahr: Bei einer zu zahlenden Lohnsteuer von unter 1.080 €.

Verantwortlich für das Abführen der Lohnsteuer an das Finanzamt ist der Arbeitgeber. Dieser hat einen Lohnsteuerabzug vom Lohn oder Gehalt seines Arbeitnehmers vorzunehmen und diesen Betrag an das Finanzamt abzuführen. Dabei handelt es sich um eine Verpflichtung per Gesetz, für die der Arbeitgeber nicht entlohnt wird.

Der Lohnsteuerjahresausgleich

Am Ende eines Kalenderjahres kann der Arbeitgeber einen Lohnsteuerjahresausgleich vornehmen. Dabei wird die Differenz zwischen der abgeführten Lohnsteuer und der Jahreslohnsteuer ermittelt, um diese dem Arbeitnehmer zu erstatten. Eine Pflicht dazu besteht auf Seiten des Arbeitgebers allerdings nur, wenn dieser am 31.12 mindestens zehn oder mehr Arbeitnehmer angestellt hat. Andernfalls ist die Durchführung des Ausgleichs freiwillig.