Haftung

Der Begriff der „Haftung“ beschreibt entweder die Leistungspflicht eines Schuldners gegenüber einem Gläubiger oder das Einstehen einer Person für eine Schuld bzw. einen Schaden. Eine Haftung ist rechtlich verbindend. „Haften“ können dabei auch Dritte. Es kann sich sowohl um juristische wie auch um natürliche Personen handeln. Beispielsweise müssen Behörden im Rahmen der sogenannten Amtshaftung für die Fehler ihrer Mitarbeiter einstehen. Natürliche Personen müssen sich vertraglich zur Haftung für einen anderen bereiterklären.

Arten der Haftung

Der Gesetzgeber unterscheidet grundsätzlich sechs Arten der Haftung:

  • Haftung nach dem Zivilrecht: Im Speziellen vertragliche, deliktische, Personen- und Vermögenshaftung. Die Rechtsgrundlage ist dabei das BGB
  • Haftung nach dem Handelsrecht: Diese wird auch als die sogenannte Konzernhaftung (eine Form der Unternehmungshaftung) bezeichnet. Rechtsgrundlage ist das HGB
  • Haftung nach dem Gesellschaftsrecht: Haftung für Unternehmen, die als Personengesellschaften arbeiten. Rechtsgrundlagen finden sich im HGB, AktG, GmbHG sowie im GenG
  • Haftung nach dem Arbeitsrecht: Sie beschreibt die Haftung von Arbeitgebern gegenüber Arbeitnehmern sowie umgekehrt. Rechtsgrundlage ist das BGB
  • Haftung nach dem öffentlichen Recht bzw. auch das Staatshaftungsrecht: Der Staat haftet für geschlossene Verträge gegenüber natürlichen und juristischen Personen. Rechtsgrundlage sind die jeweiligen Verträge sowie das BGB und insbesondere Artikel 34 des Grundgesetzes.
  • Haftung nach dem Steuerrecht: Rechtsgrundlage sind die AO, das EStG sowie das ErbStG.

Für Unternehmen gilt dabei eine Besonderheit. Primär sind für sie zwar die Haftung nach dem Handelsrecht sowie nach dem Gesellschaftsrecht, allerdings kommt auch eine Haftung nach allen weiteren Arten in Frage. Grundsätzlich wird bei Unternehmen für die Frage, wie gehaftet werden muss, danach unterschieden, welche Unternehmensform vorliegt.

Die Haftung der unterschiedlichen Unternehmensformen

Einzelunternehmen haften grundsätzlich mit ihrem gesamten Vermögen. Dies bedeutet, dass der Eigentümer im Zweifel auch mit seinem Privatvermögen für die Schulden des Unternehmens einzustehen hat.

Bei Personengesellschaften kann sowohl das Unternehmensvermögen wie auch das Privatvermögen der Beteiligten herangezogen werden. Die Gesellschafter müssen außerdem solidarisch füreinander einstehen. Dies bedeutet, dass sie im Zweifel mit ihrem eigenen Vermögen für den jeweils anderen haften.

Allerdings kann es Ausnahmen geben, in denen die Gesellschafter nur mit dem Vermögen haften, das Sie in die Gesellschaft eingebracht haben. Diese Ausnahmen sind:

  • Kommanditgesellschaften
  • Personengesellschaften bürgerlichen Rechts
  • Offene Handelsgesellschaften
  • Gesellschaften mit beschränkter Haftung (sowohl in der Form als Kommanditgesellschaft wie auch als offene Handelsgesellschaft)
  • Stille Gesellschaften
  • Partnergesellschaften

Bei Kapitalgesellschaften darf grundsätzlich nur das Gesellschaftsvermögen für die Haftung herangezogen werden. Allerdings tritt im Alltag häufig eine Ausnahme auf: Um Fremdkapital zu erhalten, setzen die Gesellschafter häufig eigenes Kapital als Sicherheit ein. Kapitalgesellschaften sind Aktiengesellschaft, einfache Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Unternehmensgesellschaften sowie Kommanditgesellschaften auf Aktien.

Insgesamt gilt: Nur in einer offenen Handelsgesellschaft haften alle Partner solidarisch und im Zweifel auch mit ihrem Privatvermögen. In einer Kommanditgesellschaft ist zwischen Komplementären und Kommandisten zu unterscheiden. Erstere haften nur mit ihrem eingebrachten Vermögen, letztere im Zweifel auch mit ihrem gesamten Privatvermögen. Die Personengesellschaft bürgerlichen Rechts behandelt ihre Teilhaber als Komplementäre. Sie haften also nur mit ihrem eingebrachten Vermögen.

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Diese Erläuterungen zeigen, dass die Haftungsgefahr für Unternehmen groß ist und in vielfältiger Natur vorliegt. Gerade kleinere Gesellschaften können es sich nicht leisten, jedes Mal auf die Hilfe von Juristen zu vertrauen, um Routine-Aufgaben wie z.B. die Buchhaltung zu erledigen. Der Einsatz von professioneller Software wie beispielsweise LexOffice ist deshalb ratsam. LexOffice wird im Zusammenspiel mit Experten aus den Rechtswissenschaften und aus Unternehmen konzipiert. Sie ist deshalb besonders benutzerfreundlich und vermeidet die gängigen Fallstricke. Überdies wird sie ständig aktualisiert. Jede Gesetzesänderung findet sofort Eingang. Sie sind so rechtlich stets auf der sicheren Seite und arbeiten komfortabel sowie günstig.