Personengesellschaft

Eine Personengesellschaft entsteht, wenn sich mindestens zwei natürliche und/oder juristische Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zweckes zusammenschließen. Eine Personengesellschaft ist keine juristische Person, kann aber trotzdem Träger von Rechten und Pflichten sein.

Einkommensteuerpflichtig sind laut § 1 Abs.1 Satz 1 EStG natürliche Personen, z.B. die Gesellschafter oder Mitunternehmer einer Personengesellschaft.

Die steuerliche Behandlung von Personengesellschaften unterscheidet sich je nach Steuerart. Grundsätzlich entscheidend ist, ob man bei der betreffenden Steuerart die Personengesellschaften selbst als das steuerpflichtige Subjekt ansieht oder ob die Personengesellschaften als Zusammenschluss ihrer Gesellschafter angesehen wird. Das hat dann zur Folge, dass Vermögen und Gewinne der Gesellschaft anteilig den Gesellschaftern entsprechend ihrer Beteiligungsquote zugerechnet werden.

Nach § 2 Abs. 1 Satz 1 EStG unterliegen der Einkommensteuer jene Einkünfte, die der Steuerpflichtige erzielt und die Besteuerung der Gewinne einer Personengesellschaft erfolgt nach dem Transparenzprinzip.

Dieses besagt, dass eine Personengesellschaft (z. B. KG, OHG) selbst kein einkommensteuerpflichtiges Steuersubjekt ist und insofern für die Besteuerung “transparent” ist.

Der Gegensatz zum Transparenzprinzip ist das Trennungsprinzip, das hauptsächlich bei Kapitalgesellschaften angewendet wird. Es besagt, dass die Besteuerung der Kapitalgesellschaft unabhängig von der Besteuerung der Erträge aus den Anteilen der Anteilseigner erfolgt.

Personenhandelsgesellschaften sind nach deutschem Handelsrecht die Offene Handelsgesellschaft und die Kommanditgesellschaft. Typische Personengesellschaften in Deutschland sind

  • die Personenhandelsgesellschaften:
    die Offene Handelsgesellschaft (OHG), auch als GmbH & Co. OHG
  • die Kommanditgesellschaft (KG), auch als GmbH & Co. KG
  • die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (sog. GbR/BGB-Gesellschaft). Die GbR ist in § 705 ff. BGB geregelt. Sie ist die Grundform der OHG.
  • die Partnerschaftsgesellschaft (freie Berufe)

Da Personengesellschafter bei der Gewerbesteuer als selbstständige steuerpflichtige Betriebe angesehen werden, parallel aber die Regeln zur Gewinnermittlung aus dem Einkommensteuerrecht übernommen werden, vermischen sich hier die Konzepte.

Umsatzsteuerlich werden Personengesellschaften als eigenständige Konstrukte angesehen; die Personengesellschaft wird zum steuerpflichtigen Unternehmer (§ 2 UStG), während ihre Gesellschafter umsatzsteuerlich von der Personengesellschaft zu unterscheidende Dritte bleiben.

Aber bei der Einkommensteuer sind Personengesellschaften keine eigenständigen Steuersubjekte. Dort wird das Einkommen der Personengesellschaft anteilig den Personengesellschaftern (Mitunternehmern) zugerechnet.